Wie lassen sich Blutflecken aus Teppich entfernen? 6 Methoden
➤ Die richtige Tupf-Technik für frische und eingetrocknete Blutflecken – ohne Reiben und ohne Ausbreitung
Ein Tropfen Blut auf dem hellen Wohnzimmerteppich – und schon ist die Panik da. Vielleicht ist eine kleine Verletzung in der Küche passiert oder beim Basteln mit den Kindern ging etwas schief. Jetzt zählt jede Sekunde, denn je schneller du handelst, desto besser stehen die Chancen auf eine spurlose Entfernung. Doch Vorsicht: Die falsche Herangehensweise kann den Fleck verschlimmern oder sogar dauerhaft fixieren. In diesem Ratgeber erfährst du Schritt für Schritt, wie du Blutflecken aus Teppich und Teppichboden entfernst – mit bewährten Hausmitteln und der richtigen Technik.
Das Wichtigste in Kürze

- Niemals reiben: Tupfe Blutflecken immer von außen nach innen, um eine Ausbreitung zu verhindern
- Kaltes Wasser ist Pflicht: Warmes oder heißes Wasser lässt das Eiweiß im Blut gerinnen und fixiert den Fleck dauerhaft
- Frische Flecken: Mineralwasser mit Kohlensäure löst frisches Blut besonders effektiv aus den Fasern
- Eingetrocknete Flecken: Backpulver, Aspirin oder Gallseife helfen bei alten, hartnäckigen Blutspuren
- Material beachten: Wolle und Naturfasern vertragen keine aggressiven Enzyme – hier ist Vorsicht geboten
- Teppichboden-Besonderheit: Vermeide übermäßige Nässe, um den darunterliegenden Boden vor Schäden zu schützen
Wie entfernt man Blutflecken aus dem Teppich?
Blutflecken aus dem Teppich entfernst du, indem du überschüssiges Blut zunächst mit einem trockenen Tuch abtupfst. Behandle den Fleck anschließend mit kaltem Wasser oder Mineralwasser und arbeite dabei von außen nach innen. Bei eingetrockneten Flecken verwendest du Hausmittel wie Backpulver, Aspirin oder Gallseife als Paste. Wichtig: Niemals reiben oder warmes Wasser nutzen, da dies den Fleck fixiert.
STOPP! Bevor du loslegst:
Benutze auf keinen Fall warmes oder heißes Wasser! Blut enthält Eiweiß, das ab etwa 40 Grad gerinnt und sich unlösbar mit den Teppichfasern verbindet. Was als kleiner Fleck begann, wird dann zu einem dauerhaften Problem. Arbeite ausschließlich mit kaltem Wasser – dieser einfache Tipp rettet deinen Teppich.
Warum Blutflecken im Teppich so tückisch sind
Im Gegensatz zu Kleidung kannst du einen Teppich nicht einfach in die Waschmaschine stecken. Besonders bei festem Teppichboden kommt eine weitere Herausforderung hinzu: Du darfst den Fleck nicht zu stark durchnässen, sonst dringt die Feuchtigkeit bis zum darunterliegenden Bodenbelag vor. Bei Parkett oder Laminat kann das zu irreparablen Wasserschäden führen.
Die Faserstruktur des Teppichs – der sogenannte Flor – macht die Reinigung zusätzlich kompliziert. Zwischen den einzelnen Fasern kann sich Blut regelrecht festsetzen. Wenn du jetzt mit zu viel Druck arbeitest oder sogar reibst, passiert genau das, was du vermeiden möchtest: Der Fleck wird größer und dringt tiefer in die Unterlage ein.
Die gute Nachricht: Mit der richtigen Technik und etwas Geduld bekommst du auch hartnäckige Blutflecken aus deinem Teppich heraus.
Die Grundregel: Tupfen statt Reiben – So schützt du den Teppichflor

Bevor wir zu den konkreten Methoden kommen, merke dir diese goldene Regel: Tupfe immer, reibe niemals! Wenn du über einen Blutfleck im Teppich reibst, passieren zwei Dinge gleichzeitig – und beide sind schlecht:
- Der Flor wird beschädigt: Die Teppichfasern spleißen auf und verlieren ihre Struktur. Das führt zu sichtbaren Beschädigungen, die selbst nach erfolgreicher Fleckenentfernung zurückbleiben.
- Das Blut dringt tiefer ein: Durch das Reiben drückst du das Blut nur noch weiter in das Gewebe hinein. Statt den Fleck zu entfernen, arbeitest du ihn tiefer in die Fasern ein, was zu dauerhaften Rändern führt.
Die richtige Tupf-Technik
Nimm ein sauberes, weißes Baumwolltuch oder Küchenpapier und tupfe den Fleck von außen nach innen ab. Stell dir einen unsichtbaren Kreis um den Fleck vor – an dessen Außenkante setzt du an und arbeitest dich behutsam zur Mitte vor. Diese Technik verhindert, dass sich der Blutfleck auf dem Teppich ausbreitet.
Der Löschblatt-Effekt: Drücke das Tuch fest auf die Stelle, um die Flüssigkeit aus dem Teppich zu saugen. Genau wie ein Löschblatt die Tinte aus dem Papier zieht, saugt dein Tuch das Blut aus den Fasern. Wiederhole dies mit frischen Tuchstellen, bis kein Blut mehr aufgenommen wird.
Verwende für diese Arbeit am besten weiße Küchentücher oder helle Baumwolltücher. So siehst du genau, wie viel Blut du bereits aus dem Teppich gelöst hast. Vermeide bunte Lappen – deren Farbe könnte auf helle Teppiche abfärben und ein neues Problem schaffen.
Frische Blutflecken entfernen: Die Mineralwasser-Methode
Wenn das Blut gerade erst auf deinen Teppich getropft ist, hast du die besten Chancen auf eine rückstandslose Entfernung. Schnelles Handeln zahlt sich hier buchstäblich aus.
1. Schritt: Überschüssiges Blut aufsaugen
Greife sofort zu einem trockenen Küchentuch oder Papiertuch. Drücke es vorsichtig auf den Blutfleck, ohne zu reiben. Dein Ziel ist es, so viel flüssiges Blut wie möglich aufzusaugen, bevor es tiefer in die Teppichfasern eindringen kann. Wechsle das Tuch, sobald es gesättigt ist.
2. Schritt: Mit Mineralwasser behandeln
Jetzt kommt ein Trick, den viele nicht kennen: Gib Mineralwasser mit Kohlensäure direkt auf den Fleck. Die Kohlensäure hilft dabei, das Blut aus den Fasern zu lösen. Du brauchst nicht viel – ein paar Spritzer reichen völlig aus. Denk daran: Bei Teppichboden gilt immer „weniger ist mehr“, um Durchnässung zu vermeiden.
3. Schritt: Aufsaugen und wiederholen
Nimm ein frisches, trockenes Tuch und tupfe die Flüssigkeit wieder auf. Du wirst sehen, wie das Blut jetzt im Tuch landet statt im Teppich. Wiederhole den Vorgang mit Mineralwasser und Auftupfen so lange, bis kein Blut mehr im Tuch zu sehen ist.
4. Schritt: Mit klarem Wasser nachspülen
Zum Schluss gibst du noch einmal einen Spritzer klares, kaltes Wasser auf die behandelte Stelle und tupfst sie ein letztes Mal trocken. Das entfernt eventuelle Rückstände und verhindert klebrige Flecken.
Eingetrocknete Blutflecken aus dem Teppichboden lösen
Du hast den Fleck erst Stunden oder sogar Tage später entdeckt? Das macht die Sache schwieriger, aber nicht unmöglich. Bei eingetrocknetem Blut brauchst du etwas mehr Zeit und stärkere Hausmittel. Der Vorteil: Du musst den Teppich nicht von hinten spülen können – alle Methoden arbeiten von oben.
1. Methode: Backpulver-Paste gegen alte Blutflecken
Backpulver ist ein echter Allrounder bei der Fleckenentfernung und besonders effektiv bei Blut auf Teppichen. Das haben wir auch schon bei Matratzen ausprobiert. Hier funktioniert Backpulver nach demselben Prinzip.
So gehst du vor:
- Mische 2 Esslöffel Backpulver mit etwas kaltem Wasser zu einer dicken Paste
- Trage die Paste großzügig auf den eingetrockneten Blutfleck auf
- Lass die Mischung mindestens eine Stunde einwirken – bei sehr hartnäckigen Flecken gerne auch zwei Stunden
- Bürste die getrocknete Paste vorsichtig mit einer weichen Bürste ab
- Sauge die Reste mit dem Staubsauger auf
- Tupfe die Stelle mit einem feuchten Tuch nach, um letzte Rückstände zu entfernen
Der Vorteil von Backpulver: Es ist schonend zu den meisten Teppichfasern und bindet gleichzeitig unangenehme Gerüche.
2. Methode: Der Aspirin-Trick für hartnäckige Fälle

Aspirin enthält Acetylsalicylsäure, die eine besondere Eigenschaft hat: Sie verdünnt das Blut – auch wenn es bereits getrocknet ist. Dieser Effekt macht Aspirin zu einem Geheimtipp bei der Blutfleckenentfernung aus Teppichen.
Anleitung für die Aspirin-Methode:
- Löse eine Aspirin-Tablette (oder eine günstige Brausetablette mit Acetylsalicylsäure) in 2-3 Esslöffeln kaltem Wasser auf
- Gib die Lösung vorsichtig auf den Blutfleck – nicht zu viel auf einmal
- Lass die Mischung 15-20 Minuten einwirken
- Tupfe die Stelle mit einem trockenen Tuch ab
- Wiederhole den Vorgang bei Bedarf, bis der Fleck verblasst
Wichtiger Hinweis: Teste diese Methode zunächst an einer unauffälligen Stelle, besonders bei bunten oder empfindlichen Teppichen. Die Säure könnte in seltenen Fällen die Farbe beeinflussen.
3. Methode: Gallseife – Der Profi bei Eiweißflecken
Gallseife ist das Mittel der Wahl, wenn es um Eiweißflecken geht – und Blut besteht größtenteils aus Eiweiß. Für Teppiche eignet sich flüssige Gallseife besser als die feste Variante, da du auf dem Teppich nicht gut reiben kannst.
So wendest du Gallseife an:
- Gib einen Tropfen flüssige Gallseife auf einen feuchten Schwamm
- Tupfe die Seife vorsichtig auf den Blutfleck
- Lass sie 10-15 Minuten einwirken
- Arbeite die Seife mit sanften Tupfbewegungen in den Fleck ein
- Tupfe mit einem in klarem, kaltem Wasser ausgewrungenen Tuch nach
- Trockne die Stelle mit einem weiteren Tuch
Gallseife wirkt enzymatisch und baut das Eiweiß im Blut aktiv ab. Das macht sie besonders effektiv, aber auch etwas aggressiver als andere Hausmittel.
4. Methode: Glasreiniger für synthetische Teppiche
Klarer Glasreiniger (ohne Farbe!) kann bei Blutflecken auf synthetischen Teppichen wahre Wunder wirken. Die enthaltenen Tenside lösen das Blut effektiv aus den Kunstfasern.
Vorgehensweise:
- Sprühe klaren Glasreiniger direkt auf den eingetrockneten Blutfleck
- Warte 3-5 Minuten
- Tupfe die Stelle mit einem trockenen, sauberen Tuch ab
- Wiederhole bei Bedarf
- Spüle mit klarem Wasser nach
Diese Methode eignet sich besonders gut für Teppichböden aus Polyester oder Polypropylen. Bei Naturfasern solltest du vorsichtiger sein.
5. Methode: Kartoffelstärke als sanfte Alternative
Kartoffelstärke oder Speisestärke ist die sanfteste Methode und eignet sich besonders gut für empfindliche Teppiche. Sie saugt das Blut regelrecht auf.
Anwendung:
- Mische Kartoffelstärke mit etwas kaltem Wasser zu einer Paste
- Trage die Paste dick auf den Fleck auf
- Lass sie vollständig trocknen (das kann mehrere Stunden dauern)
- Sauge die getrocknete Stärke gründlich ab
- Tupfe mit einem feuchten Tuch nach
Der Nachteil: Diese Methode dauert länger. Der Vorteil: Sie ist extrem schonend und eignet sich auch für hochwertige Teppiche.
6. Methode: Salmiakgeist für extreme Härtefälle
Wenn alle sanften Methoden bei sehr alten, eingetrockneten Blutflecken versagt haben, gibt es noch eine letzte Option: Salmiakgeist (Ammoniaklösung). Diese Methode solltest du wirklich nur als letzten Ausweg einsetzen, wenn der Fleck bereits mehrere Tage oder Wochen alt ist.
Warum Salmiakgeist funktioniert: Ammoniak ist ein starker Fett- und Eiweißlöser, der auch tiefsitzende Verkrustungen im Teppichgewebe aufbrechen kann. Die Lösung dringt in die Faserstruktur ein und löst das Blut, wo andere Mittel aufgeben.
Vorsichtige Anwendung:
- Öffne unbedingt die Fenster – Ammoniak riecht stark und die Dämpfe sind unangenehm
- Verdünne den Salmiakgeist im Verhältnis 1:8 (1 Esslöffel Salmiakgeist auf 8 Esslöffel kaltes Wasser)
- Tupfe die verdünnte Lösung vorsichtig mit einem weißen Tuch auf den Fleck
- Lass die Lösung etwa 10 Minuten einwirken
- Tupfe die gelösten Rückstände mit einem in klarem, kaltem Wasser ausgewrungenen Tuch gründlich aus
- Wiederhole das Ausspülen mehrmals, um die Chemie vollständig aus dem Teppich zu entfernen
- Trockne die Stelle sorgfältig mit trockenen Tüchern
Wichtige Warnungen zu Salmiakgeist:
- Niemals bei Wolle oder Seide anwenden – Ammoniak kann diese Fasern angreifen
- Nicht mit anderen Reinigungsmitteln mischen (besonders nicht mit Chlor!)
- Bei bunten Teppichen unbedingt vorher an versteckter Stelle testen
- Trage bei der Anwendung Handschuhe
Diese Methode ist der „Notfallplan“, wenn wirklich nichts anderes mehr hilft. In den meisten Fällen kommst du mit den sanfteren Methoden wie Backpulver oder Aspirin zum Ziel.
Teppichmaterial verstehen: Nicht jede Faser verträgt jedes Mittel

Die Wahl der richtigen Reinigungsmethode hängt stark vom Material deines Teppichs ab. Was bei einem robusten Synthetikteppich funktioniert, kann bei Wolle oder Seide zum Desaster führen.
Synthetische Teppiche und Mischgewebe
Teppiche aus Polyester, Polypropylen oder Nylon sind robust und verzeihen mehr. Sie vertragen:
- Gallseife
- Glasreiniger
- Backpulver
- Aspirin-Lösung
Diese Materialien sind in den meisten Wohnungen zu finden und lassen sich verhältnismäßig unkompliziert reinigen.
Wollteppiche und Berberteppiche
Bei Wolle ist höchste Vorsicht geboten! Wolle ist selbst eine Eiweißfaser. Wenn du nun eiweißlösende Mittel wie Gallseife verwendest, greifst du nicht nur das Blut an, sondern auch die Wollfasern selbst. Das kann den Teppich beschädigen.
Besonders gefährlich für Wolle und Seide:
- Säuren (Zitronensaft, Essig): Zerstören die natürliche Schutzschicht der Wollfaser und können die Farben ausbleichen
- Aggressive Salze: Können Wolle verfilzen lassen und zu irreversiblen Strukturschäden führen
- Zu heißes Wasser: Schon ab 30 Grad kann Wolle einlaufen und verfilzen
Für Wollteppiche empfehle ich:
- Spezielles Teppichshampoo für Wolle oder lauwarmes Wasser mit Wollwaschmittel
- Mildes, pH-neutrales Haarshampoo (ja, wirklich!)
- Kartoffelstärke-Paste
- Backpulver (mit Vorsicht und nur kurz einwirken lassen)
Der Farbechtheits-Test ist Pflicht: Bevor du irgendein Mittel – auch Hausmittel – auf deinen hochwertigen Orient- oder Wollteppich gibst, teste es unbedingt an einer unauffälligen Stelle. Tupfe das Reinigungsmittel auf eine versteckte Ecke (z.B. unter einem Möbelstück) und warte 10-15 Minuten. Wenn sich die Farbe nicht verändert und nichts auf einem weißen Tuch abfärbt, kannst du vorsichtig mit der Behandlung des sichtbaren Flecks beginnen.
Sisal und andere Naturfasern
Teppiche aus Sisal, Jute oder Seegras sind besonders anfällig für Wasserflecken. Zu viel Feuchtigkeit hinterlässt unschöne Ränder, die schwer zu entfernen sind.
Bei Naturfaserteppichen:
- Arbeite extrem trocken
- Verwende so wenig Flüssigkeit wie möglich
- Nutze Teppichschaum statt flüssiger Reiniger
- Trockne die Stelle sofort gründlich
Wenn du unsicher bist, welches Material dein Teppich hat, schau auf dem Pflegeetikett nach oder teste jede Methode zunächst an einer versteckten Ecke.
Wie einfach der Umgang mit Teppich- und Polsterschaum ist, wird Dir in dem Video gezeigt. 👇
Spezielle Herausforderung: Fest verlegter Teppichboden
Bei fest verlegtem Teppichboden (Auslegware) musst du besonders aufpassen. Anders als bei einem losen Teppich kannst du hier nicht einfach von beiden Seiten arbeiten. Noch wichtiger: Der Boden unter dem Teppich darf nicht leiden.
Das Problem mit zu viel Feuchtigkeit
Wenn du zu viel Wasser verwendest, kann es durch den Teppichboden bis zum Untergrund durchdringen. Bei Parkett oder Laminat führt das zu:
- Aufquellen des Holzes
- Wellenbildung
- Langfristigen Schäden
- Im schlimmsten Fall: Schimmelbildung
Die richtige Vorgehensweise bei Teppichboden
- Wenig Flüssigkeit verwenden: Arbeite mit angefeuchteten, nicht tropfnassen Tüchern
- Feuchtigkeit sofort binden: Lege nach der Behandlung ein trockenes Handtuch auf die Stelle
- Gewicht auflegen: Ein schweres Buch auf dem Handtuch zieht Restfeuchtigkeit aus der Tiefe
- Gut lüften: Öffne Fenster, damit die Stelle schnell durchtrocknet
- Föhn einsetzen: Im Notfall hilft ein Föhn auf Kaltstufe beim Trocknen (niemals heiß!)
Die Nachbehandlung: Gerüche neutralisieren
Manchmal riecht die behandelte Stelle nach der Reinigung leicht muffig – besonders wenn Blut tiefer in den Teppich eingedrungen war. Hier hilft ein einfacher Trick:
Die Natron-Methode gegen Gerüche:
- Streue trockenes Natron oder Backpulver großzügig auf die gereinigte und getrocknete Stelle
- Lass es über Nacht einwirken
- Sauge es am nächsten Morgen gründlich ab
Natron neutralisiert Gerüche auf natürliche Weise und ist völlig unbedenklich für alle Teppichmaterialien. Es schadet auch nicht, wenn Kinder oder Haustiere mit dem Teppich in Kontakt kommen.
Häufige Fehler bei der Blutfleckenentfernung aus Teppichen
Aus meiner Erfahrung mit Fleckenentfernung kann ich dir sagen: Diese Fehler sehe ich immer wieder. Wenn du sie vermeidest, hast du schon halb gewonnen.
Nr. 1: Reiben statt Tupfen
Ich kann es nicht oft genug betonen: Reibe niemals über einen Blutfleck im Teppich. Durch das Reiben passieren zwei katastrophale Dinge: Du spleißt die Teppichfasern auf (der Flor wird dauerhaft beschädigt) und drückst das Blut gleichzeitig tiefer in das Gewebe. Das Ergebnis sind dauerhafte Ränder und eine beschädigte Teppichstruktur. Die Tupf-Technik mag langsamer wirken, ist aber die einzige Methode, die wirklich funktioniert.
2. Fehler: Warmes Wasser verwenden
„Warmes Wasser reinigt doch besser“ – das mag bei vielen Dingen stimmen, bei Blutflecken ist es fatal. Das Eiweiß im Blut gerinnt ab etwa 40 Grad und bindet sich unlösbar an die Fasern. Was du damit erreichst: Der Fleck wird permanent.
3. Fehler: Zu viel Druck ausüben
Geduld ist beim Teppichreinigen wichtiger als Kraft. Zu viel Druck schadet dem Flor und kann besonders bei hochwertigen Teppichen die Struktur dauerhaft verändern.
4. Fehler: Dampfreiniger einsetzen
Ein Dampfreiniger scheint die perfekte Lösung zu sein – ist er aber nicht. Dampf bedeutet Hitze, und Hitze fixiert Blutflecken. Verzichte also unbedingt auf den Dampfreiniger, wenn es um Blut geht.
5. Fehler: Zu ungeduldig sein
Manche Blutflecken lassen sich nicht beim ersten Versuch entfernen. Gib nicht auf! Wiederhole die Behandlung lieber mehrmals hintereinander, statt zu aggressiveren Mitteln zu greifen.
Wann du professionelle Hilfe brauchst
Manchmal kommst du mit Hausmitteln nicht weiter. In diesen Fällen solltest du eine professionelle Teppichreinigung in Betracht ziehen:
- Der Blutfleck ist sehr großflächig (größer als eine Handfläche)
- Es handelt sich um einen hochwertigen Perserteppich oder Orientteppich
- Der Fleck ist bereits mehrere Wochen oder Monate alt
- Deine Versuche haben den Fleck verschlimmert statt verbessert
- Der Teppich besteht aus einem empfindlichen Material wie Seide
Profis verfügen über spezielle Reinigungsgeräte und Mittel, die für den Hausgebrauch nicht verfügbar sind. Die Kosten dafür sind in der Regel niedriger als die Anschaffung eines neuen Teppichs.
Vorbeugen ist besser als Reinigen
Ganz ehrlich: Der beste Blutfleck ist der, der gar nicht erst entsteht. Ein paar simple Vorkehrungen können dir viel Arbeit ersparen:
Teppichschutz in kritischen Bereichen
In Bereichen, wo Missgeschicke wahrscheinlicher sind (Werkstatt, Bastelzimmer, unter dem Esstisch), kannst du:
- Waschbare Läufer auslegen
- Teppichschoner verwenden
- Beim Basteln mit Kindern eine Plastikunterlage nutzen
Schnell reagieren macht den Unterschied
Halte immer ein paar weiße Küchentücher oder Papiertücher griffbereit. Je schneller du auf einen Blutfleck reagierst, desto einfacher wird die Entfernung. Frisches Blut lässt sich deutlich leichter behandeln als eingetrocknetes.
Pflegeleichte Teppiche wählen
Wenn du weißt, dass in deinem Haushalt öfter mal etwas daneben geht (kleine Kinder, Haustiere, hobbymäßiges Werkeln), sind dunklere Teppiche oder solche mit Musterung praktischer als helle, einfarbige Varianten. Auch synthetische Fasern verzeihen mehr Flecken als empfindliche Naturfasern.
Fazit: Geduld und die richtige Technik führen zum Erfolg

Blutflecken aus Teppichen zu entfernen ist kein Hexenwerk – wenn du einige grundlegende Regeln befolgst. Die wichtigsten Punkte noch einmal zusammengefasst:
Immer beachten:
- Ausschließlich kaltes Wasser verwenden
- Von außen nach innen tupfen, niemals reiben
- Bei Teppichboden sparsam mit Flüssigkeit umgehen
- Das Teppichmaterial bei der Wahl der Reinigungsmethode berücksichtigen
Für frische Flecken: Mineralwasser mit Kohlensäure ist dein bester Freund. Schnell und effektiv.
Für eingetrocknete Flecken: Backpulver-Paste, Aspirin-Lösung oder Gallseife – je nach Material und Situation. Gib der Einwirkzeit genug Raum.
Mit diesen Methoden und etwas Geduld bekommst du selbst hartnäckige Blutflecken aus deinem Teppich. Und denk dran: Manchmal braucht es mehrere Durchgänge. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge. Lieber dreimal sanft behandeln als einmal zu aggressiv vorgehen.
Falls die Hausmittel nicht zum gewünschten Ergebnis führen oder du einen besonders wertvollen Teppich besitzt, scheue dich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Manche Investitionen lohnen sich einfach.
Quellen zum Thema Blutflecken aus der Matratze entfernen:
- Cleanipedia: Umfassender Guide zur Teppichreinigung
- Westwing: Tipps für empfindliche Teppiche und Textilien
- Frag Mutti: Bewährte Hausmittel aus der Community
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum darf ich kein warmes Wasser für den Teppich nutzen?
Warmes Wasser sorgt dafür, dass das im Blut enthaltene Eiweiß gerinnt und sich unlöslich mit den Teppichfasern verbindet. Nutzen Sie ausschließlich kaltes Wasser oder Eiswürfel, um das Blut flüssig und auswaschbar zu halten.
Hilft Glasreiniger gegen Blutflecken auf dem Teppich?
Ja, Glasreiniger kann bei synthetischen Teppichen helfen, da die enthaltenen Tenside den Schmutz lösen. Sprühen Sie ihn auf, lassen Sie ihn kurz einwirken und tupfen Sie die Stelle danach gründlich trocken.
Wie bekomme ich eingetrocknetes Blut aus einem Hochflor-Teppich?
Bei Hochflor-Teppichen sollten Sie den Fleck zunächst mit etwas kaltem Wasser oder Gallseife einweichen, um die Verkrustung zu lösen. Saugen Sie die Feuchtigkeit anschließend mit viel Druck und trockenen Tüchern aus den langen Fasern heraus.
Kann ich Backpulver auf dem Teppich verwenden?
Backpulver ist ein gutes Mittel, um Reste des Flecks aufzuhellen und Feuchtigkeit zu binden. Streuen Sie es auf den angefeuchteten Fleck, lassen Sie es trocknen und saugen Sie das Pulver anschließend einfach ab.
Was tun, wenn der Teppich nach der Reinigung riecht?
Unangenehme Gerüche entstehen oft durch Restfeuchtigkeit im Gewebe oder Bakterien. Behandeln Sie die betroffene Stelle mit einer Mischung aus Wasser und Essigessenz, um Gerüche zu neutralisieren und Bakterien abzutöten.
Darf ich Rasierschaum bei Blutflecken benutzen?
Rasierschaum ist ein günstiger Geheimtipp für Teppiche, da er viel Volumen hat und den Teppich nicht zu stark durchnässt. Massieren Sie den Schaum sanft ein, lassen Sie ihn 20 Minuten wirken und tupfen Sie ihn mit einem feuchten Tuch ab.
Hilft Salz gegen Flecken auf dem Teppich?
Salz sollten Sie auf Teppichen nur vorsichtig anwenden, da es zwar Flüssigkeit bindet, aber aggressive Ränder hinterlassen kann. Saugen Sie das mit Blut vollgesogene Salz so schnell wie möglich ab, bevor es antrocknet.
Wie vermeide ich Wasserränder auf dem Teppich?
Wasserränder entstehen, wenn der gereinigte Bereich langsamer trocknet als die Umgebung oder Schmutzränder entstehen. Feuchten Sie den Randbereich des Flecks zusätzlich leicht an („Ausblenden“), um harte Übergänge beim Trocknen zu vermeiden.
Kann ich Wasserstoffperoxid verwenden?
Wasserstoffperoxid ist sehr effektiv gegen Blut, wirkt aber stark bleichend. Verwenden Sie es daher nur bei sehr hellen oder weißen Teppichen und testen Sie es vorher an einer unsichtbaren Stelle.
Wann sollte ich eine professionelle Teppichreinigung beauftragen?
Bei sehr wertvollen Orientteppichen, Seidenteppichen oder extrem großflächigen Blutflecken ist ein Profi ratsam. Falsche Hausmittel können bei diesen teuren Stücken irreversible Schäden an Farbe und Material verursachen.
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