Rost von Besteck entfernen ➤ 7 Hausmittel gegen Flugrost & Rostflecken
Warum dein „rostfreies" Besteck trotzdem rostet – und wie du es mit Hausmitteln aus der Küche wieder sauber bekommst.
Du öffnest die Spülmaschine, greifst nach dem Besteck – und siehst braune Flecken auf deinen Messern. Dabei steht doch „Edelstahl rostfrei“ drauf. Rost von Besteck entfernen ist mit den richtigen Hausmitteln eine Sache von Minuten.
Die Ursache liegt selten beim Besteck selbst. In diesem Artikel erfährst du, warum das passiert, welche Hausmittel tatsächlich funktionieren – und welche dein Besteck nur noch weiter beschädigen.
Wichtig: Nicht jede Methode eignet sich für jedes Besteck. Deshalb findest du unten einen Material-Guide als Tabelle und eine ehrliche Einschätzung, wann Hausmittel an ihre Grenzen stoßen.
Das Wichtigste in Kürze
- In den allermeisten Fällen ist es Flugrost – nicht dein Besteck selbst rostet, sondern fremde Eisenpartikel setzen sich darauf ab und oxidieren.
- Messer rosten häufiger als Gabeln und Löffel, weil ihre Klingen aus einem anderen, weicheren Stahl bestehen (martensitischer Stahl mit weniger Chrom).
- Hausmittel wie Essig, Zitrone mit Salz oder Cola lösen leichten bis mittleren Rost zuverlässig – wenn du Mischverhältnis und Einwirkzeit einhältst.
- Stahlwolle und Drahtbürsten sind tabu. Sie zerstören die schützende Passivschicht des Edelstahls und machen alles schlimmer.
- Chlorbleiche fördert Lochfraßkorrosion – also Finger weg, auch wenn es im Internet empfohlen wird.
- Vorbeugung ist einfacher als Entrosten: Fremde Metallteile aus der Spülmaschine entfernen, Salzreste wegspülen, säurehaltige Speisereste vorher abspülen.
- Wenn du mit dem Fingernagel Rillen oder Löcher im Besteck spürst, ist es Lochfraß. Dann helfen keine Hausmittel mehr.

Was hilft am schnellsten gegen Rostflecken auf Besteck?
- Leichter Flugrost: Natron und Wasser (1:1) als Paste anrühren, auf die Flecken auftragen und nach 15 Minuten mit einem weichen Tuch wegpolieren.
- Hartnäckiger Rost: Besteck für 30 bis 60 Minuten in unverdünnte Cola einlegen. Die enthaltene Phosphorsäure wandelt den Rost chemisch in harmloses Eisenphosphat um.
- Schneller Küchentrick: Eine halbe Zitrone mit grobem Salz bestreuen und die Flecken damit direkt abreiben. Danach gründlich abspülen und trocknen.
Warum rostet „rostfreies“ Besteck überhaupt?
Was viele nicht wissen: Die Bezeichnung „rostfrei“ ist irreführend. Sie bedeutet nicht „kann niemals rosten“, sondern „rostet unter normalen Bedingungen deutlich langsamer als unlegierter Stahl“.
Entscheidend ist hier der Unterschied zwischen zwei Phänomenen: Flugrost und echtem Materialrost.
Flugrost – das häufigste Problem
In der Spülmaschine schwimmen winzige Eisenpartikel im Wasser. Sie stammen von Fremdgegenständen: dem alten Sparschäler von Oma, einem Teesieb aus unbeschichtetem Metall, Schrauben an Pfannenstielen – oder von einem beschädigten Geschirrkorb, dessen innere Eisendrähte freiliegen. Diese Partikel setzen sich auf deinem Edelstahl-Besteck ab und oxidieren dort. Das Ergebnis sieht aus wie Rost auf dem Besteck, ist aber Rost auf dem Besteck.
Wissenschaftlicher Hintergrund: Gerätehersteller wie Bosch bestätigen in ihrem offiziellen Ratgeber von Bosch, dass Flugrost die Hauptursache für braune Flecken auf Besteck ist. Die Quelle sind fast immer unbeschichtete Metallteile oder defekte Geschirrkörbe in der Maschine – nicht das Besteck selbst.
Der Messer-Sonderfall: Warum Messer schneller rosten
Messer sind deutlich häufiger betroffen als Gabeln oder Löffel. Der Grund liegt in der Metallurgie:
Gabeln und Löffel bestehen meist aus 18/10 Chrom-Nickel-Stahl (austenitischer Stahl). Die Zahlen bedeuten: 18 % Chrom, 10 % Nickel. Dieser Stahl ist extrem rostresistent.
Messerklingen bestehen hingegen oft aus 13/0 Chromstahl (martensitischer Stahl) – also nur 13 % Chrom und kein Nickel. Warum? Nur dieser härtere Stahl lässt sich dauerhaft scharf schleifen. Der Preis dafür: Er ist deutlich anfälliger für Rost. Deshalb ist „Rost von Messer entfernen“ eine der häufigsten Suchanfragen in diesem Bereich.
Lochfraßkorrosion – wenn es wirklich ernst wird
Wenn Chloride – etwa aus Salz, Senf oder sauren Speiseresten – die schützende Chromoxid-Schicht des Edelstahls durchbrechen, passiert etwas Unangenehmes: Der Rost frisst sich punktuell tief ins Metall. Das nennt sich Lochfraßkorrosion (Pitting). Hier wird oft ein Fehler gemacht: Man versucht, diese tiefen Stellen mit Hausmitteln zu behandeln. Das funktioniert nicht, weil der Schaden im Material selbst steckt, nicht nur auf der Oberfläche.
Rost von Besteck entfernen: Kurzanleitung in 4 Schritten
- Diagnose: Fahre mit dem Fingernagel über die Roststelle. Spürst du glatte Oberfläche? Dann ist es Flugrost (behandelbar). Spürst du Rillen oder kleine Löcher? Dann ist es Lochfraß (nicht mehr mit Hausmitteln zu retten).
- Hausmittel wählen: Bei leichtem Flugrost reicht Natron-Paste oder Zahnpasta. Bei hartnäckigen Rostflecken auf Besteck greifst du zu Essig oder Cola.
- Einwirken lassen & abreiben: Halte die angegebenen Einwirkzeiten ein (siehe einzelne Methoden unten). Verwende nur weiche Tücher oder Alufolie – niemals Stahlwolle.
- Trocknen & pflegen: Besteck sofort gründlich abtrocknen. Bei Messern und Scheren optional einen Tropfen Speiseöl auf die Klinge geben.
Die 7 besten Hausmittel gegen Rost auf Besteck

1. Cola
So gehst du vor: Lege das betroffene Besteck in eine Schale und übergieße es mit unverdünnter Cola (Zimmertemperatur). Einwirkzeit: 30 bis 60 Minuten. Danach unter klarem Wasser abspülen und sofort trocknen.
Warum das funktioniert: Cola enthält Phosphorsäure. Diese reagiert mit dem rötlichen Eisenoxid (dem sichtbaren Rost) und wandelt es in farbloses, stabiles Eisenphosphat um. Der Rost verschwindet also nicht durch Abreiben, sondern durch eine chemische Umwandlung.
Geeignet für: Mittlere bis hartnäckige Rostflecken auf Edelstahlbesteck und Messern.
Nicht verwenden bei: Besteck mit empfindlichen Holz- oder Kunststoffgriffen (die Säure kann Klebeverbindungen angreifen und Holz aufquellen lassen).
2. Zitrone & Salz
So gehst du vor: Halbiere eine Zitrone, streue grobes Salz auf die Schnittfläche und reibe damit direkt über die Roststellen. Alternativ: Zitronensaft auf die Flecken träufeln, Salz darüberstreuen, 5 bis 10 Minuten einwirken lassen. Mit einem weichen Tuch abreiben.
Warum das funktioniert: Die Zitronensäure weicht die Roststruktur chemisch auf. Die feinen Salzkristalle dienen gleichzeitig als schonendes mechanisches Schleifmittel (Abrasivstoff). Zwei Wirkmechanismen in einem Schritt.
Geeignet für: Leichte bis mittlere Rostflecken, besonders auf flachen Oberflächen wie Messerblättern.
Nicht verwenden bei: Versilbertem oder vergoldetem Besteck – die Säure greift die Edelmetall-Schicht an.
3. Essig bzw. Essigessenz
So gehst du vor: Mische 1 Teil Essigessenz (25 % Säure) mit 3 Teilen Wasser. Lege das Besteck hinein, maximal 1 Stunde. Bei leichtem Flugrost reichen 15 bis 20 Minuten. Alternativ kannst du handelsüblichen Haushaltsessig (5 % Säure) auch unverdünnt verwenden – die geringere Konzentration macht ein kurzes Bad von 20 bis 30 Minuten problemlos möglich. Danach abspülen, trocknen und optional mit einem Tropfen Speiseöl nachpflegen.
Warum das funktioniert: Die Essigsäure greift die Rostverbindungen direkt an und löst sie vom Trägermaterial. Das Speiseöl danach verschließt die Poren und schützt kurzfristig vor erneuter Oxidation.
Geeignet für: Hartnäckige Rostflecken auf Besteck, auch zum Schere entrosten geeignet.
Nicht verwenden bei: Längerer Einwirkzeit als 1 Stunde – dann kann die Säure den Edelstahl selbst angreifen. Auch bei Besteck mit Aluminium-Anteilen ungeeignet.
4. Natron oder Backpulver
So gehst du vor: Mische Natron und Wasser im Verhältnis 1:1 zu einer streichfähigen Paste. Trage sie auf die Roststellen auf, lasse sie 15 bis 30 Minuten einwirken. Mit einem weichen Tuch in kreisenden Bewegungen polieren. Abspülen und trocknen.
Warum das funktioniert: Natron ist leicht alkalisch und bildet eine feine Polierpaste, die Flugrost mechanisch abträgt, ohne das darunterliegende Metall zu zerkratzen. Die Partikelgröße ist dafür entscheidend – Natron ist feiner als Salz.
Geeignet für: Leichten Flugrost, empfindliches Besteck, erste Wahl bei hochwertigem Edelstahl.
Nicht verwenden bei: Tiefem, eingefressen Rost – die mechanische Wirkung reicht dafür nicht aus.
5. Zahnpasta
So gehst du vor: Trage eine erbsengroße Menge handelsübliche (weiße, nicht Gel-) Zahnpasta auf die Roststelle auf. Mit einem weichen Tuch oder einer alten Zahnbürste 2 bis 3 Minuten einreiben. Abspülen.
Warum das funktioniert: Konventionelle Zahnpasta enthält mikrofeine Putzkörper (Silikate), die eigentlich Plaque von Zähnen entfernen. Diese Silikate eignen sich hervorragend, um leichten Flugrost sanft wegzupolieren – gleicher Mechanismus, andere Oberfläche.
Geeignet für: Einzelne, kleine Flugrost-Flecken. Schnelle Lösung ohne Einweichen.
Nicht verwenden bei: Großflächigem Befall – der Aufwand steht dann in keinem Verhältnis.
6. Alufolie
So gehst du vor: Reiße ein Stück Alufolie ab (ca. 15 cm), knülle es zu einer lockeren Kugel. Halte das Besteck unter fließendes Wasser und reibe mit der Alufolie über die Roststellen. Leichter Druck reicht.
Warum das funktioniert: Aluminium ist weicher als Edelstahl. Reibst du damit über das Besteck, wird der Rost mechanisch abgekratzt, ohne dass das härtere Besteckmetall darunter Kratzer bekommt. Das Wasser dient als Schmiermittel und spült gelöste Partikel weg.
Geeignet für: Flugrost auf glatten Oberflächen, Rost von Messer entfernen.
Nicht verwenden bei: Besteck mit matter oder gebürsteter Oberfläche – hier können trotzdem sichtbare Schleifspuren entstehen.
7. Zitronensäure-Pulver
So gehst du vor: Löse 1 gehäuften Teelöffel Zitronensäure-Pulver in ca. 250 ml heißem Wasser auf. Lege das betroffene Besteck hinein und lasse es 30 Minuten einwirken. Danach unter klarem Wasser abspülen und sofort trocknen.
Warum das funktioniert: Reines Zitronensäure-Pulver hat eine deutlich höhere und gleichmäßigere Säurekonzentration als frischer Zitronensaft. Die Säure löst die Rostverbindungen chemisch auf, während das heiße Wasser die Reaktion beschleunigt. Im Vergleich zur frischen Zitrone ist das Ergebnis reproduzierbarer, weil du die Dosierung exakt kontrollierst.
Geeignet für: Leichte bis mittlere Rostflecken, besonders praktisch wenn mehrere Besteckteile gleichzeitig behandelt werden sollen.
Nicht verwenden bei: Versilbertem oder vergoldetem Besteck. Auch hier gilt: Einwirkzeit nicht über 1 Stunde ausdehnen.
Material-Guide: Welches Besteck verträgt welches Hausmittel?

| Hausmittel | Edelstahl 18/10 (Gabeln, Löffel) | Chromstahl 13/0 (Messer) | Versilbertes Besteck | Vergoldetes Besteck | Scheren (Kohlenstoffstahl) | Holzgriffe |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Cola | ✅ Ja | ✅ Ja | ⚠️ Vorsichtig (kurze Einwirkzeit) | ❌ Nein (greift Vergoldung an) | ✅ Ja | ❌ Nicht einlegen (Holz quillt auf) |
| Zitrone & Salz | ✅ Ja | ✅ Ja | ❌ Nein (greift Silber an) | ❌ Nein (Säure + Abrieb) | ✅ Ja | ⚠️ Nur Klinge behandeln |
| Essigessenz (1:3) | ✅ Ja (max. 1 Std.) | ✅ Ja (max. 1 Std.) | ❌ Nein | ❌ Nein | ✅ Ja (danach ölen) | ❌ Nicht einlegen (Holz quillt auf) |
| Natron-Paste | ✅ Ja | ✅ Ja | ✅ Ja | ❌ Nein (mechanischer Abrieb) | ✅ Ja | ⚠️ Nur Klinge behandeln |
| Zahnpasta | ✅ Ja | ✅ Ja | ⚠️ Vorsichtig | ❌ Nein | ✅ Ja | ⚠️ Nur Klinge behandeln |
| Alufolie | ✅ Ja | ✅ Ja | ❌ Nein (Kratzer auf Silber) | ❌ Nein (Kratzer auf Gold) | ⚠️ Nur auf der Klinge | ⚠️ Nur Klinge behandeln |
| Zitronensäure-Pulver | ✅ Ja | ✅ Ja | ❌ Nein | ❌ Nein | ✅ Ja (danach ölen) | ❌ Nicht einlegen (Holz quillt auf) |
| Stahlwolle | ❌ Zerstört Passivschicht | ❌ Zerstört Passivschicht | ❌ Zerstört Oberfläche | ❌ Zerstört Oberfläche | ❌ Nein | ❌ Nein |
| Chlorbleiche | ❌ Lochfraßgefahr | ❌ Lochfraßgefahr | ❌ Nein | ❌ Nein | ❌ Nein | ❌ Nein |
Sonderhinweis vergoldetes Besteck: Bei vergoldetem Besteck sind sowohl Säuren als auch mechanische Schleifmittel (Salz, Natron, Alufolie) tabu. Die Vergoldung ist extrem dünn und wird durch jede abrasive Behandlung unwiderruflich beschädigt. Leichten Flugrost nur mit milder Seifenlauge und einem sehr weichen Tuch entfernen.
Wenn Hausmittel nicht mehr reichen
Cola, Essig und Natron haben ihre Grenzen. Wenn nach zwei Behandlungen immer noch sichtbarer Rost sitzt, der sich weder chemisch auflöst noch mechanisch wegpolieren lässt, ist der nächste sinnvolle Schritt eine kommerzielle Edelstahl-Polierpaste oder ein Putzstein. Diese Produkte enthalten feinere Abrasive und stärkere Wirkstoffe als Hausmittel, sind aber immer noch materialschonend genug für Edelstahl.
Putzsteine gibt es im Drogeriemarkt für wenige Euro. Die Anwendung ist denkbar einfach: Mit einem feuchten Tuch etwas Paste aufnehmen, über die Roststelle reiben, abspülen. Bei flächigem Befall oder tief sitzendem Rost ist das oft die wirtschaftlichere Lösung, als sich stundenlang mit Zitronensaft abzumühen.
Was du auf keinen Fall verwenden solltest
Nicht jedes Mittel, das Rost entfernt, ist auch gut für dein Besteck. Zwei verbreitete Methoden richten mehr Schaden an, als sie nutzen.
Stahlwolle und Drahtbürsten
Ja, Stahlwolle entfernt Rost. Aber sie zerstört dabei die unsichtbare Passivschicht des Edelstahls – jene Chromoxid-Schicht, die das Metall überhaupt erst vor Korrosion schützt. Noch schlimmer: Die Stahlwolle hinterlässt winzige Eisenpartikel auf der Oberfläche, die sofort neue Rostnester bilden. Du löst also ein Problem und schaffst drei neue.
Chlorbleiche (Javelwasser, Natriumhypochlorit)
Chlorbleiche greift Edelstahl massiv an. Die enthaltenen Chloride durchbrechen die Schutzschicht und fördern genau jene Lochfraßkorrosion, die irreversibel ist. Im Internet kursieren trotzdem Empfehlungen dazu – ignoriere sie.
Realitäts-Check: Stahlwolle und Chlorbleiche sind die zwei häufigsten Ratschläge, die in Foren gegeben werden – und gleichzeitig die zwei schädlichsten. Der Unterschied zwischen „Rost entfernen“ und „Besteck ruinieren“ liegt im Werkzeug, nicht im Aufwand.
Typische Fehler, die Rost auf Besteck verursachen
Fehler 1: Speisereste nicht abspülen
Säurehaltige Reste wie Senf, Ketchup oder Mayonnaise greifen die Chromoxid-Schutzschicht an, wenn das Besteck noch ein bis zwei Tage ungewaschen in der Spülmaschine wartet. Grob abspülen reicht – es muss nicht perfekt sauber sein.
Fehler 2: Regeneriersalz verschütten
Verschüttetes Regeneriersalz auf dem Boden der Spülmaschine bildet eine aggressive Salzlauge. Diese greift jedes Metallteil an, das damit in Kontakt kommt. Die Lösung: Salz immer direkt vor einem Spülgang nachfüllen, damit Reste sofort weggespült werden.
Fehler 3: Fremde Metallteile in der Spülmaschine
Hier liegt die häufigste Ursache für Flugrost auf Besteck. Typische Übeltäter: nicht spülmaschinenfeste Sparschäler, Teesiebe aus unbeschichtetem Metall, Pfannen mit rostenden Schrauben am Stiel. Auch ein Geschirrkorb mit abgeplatzter Kunststoffbeschichtung, dessen innere Eisendrähte freiliegen, ist eine permanente Flugrost-Quelle.
Fehler 4: Bereits rostiges Besteck weiter mitspülen
Ein einzelnes rostendes Messer kann bei jedem Spülgang Eisenpartikel ins Wasser abgeben und so den gesamten restlichen Besteckbestand kontaminieren. Entferne die Rostquelle, bevor du den nächsten Spülgang startest.
Schere entrosten: der Sonderfall
Haushaltsscheren bestehen oft aus kohlenstoffreichem Stahl, der nicht für die Spülmaschine gemacht ist. Trotzdem landen sie regelmäßig darin – und rosten entsprechend schnell.
Methode: Lege die Schere für 30 Minuten in Essigwasser (1 Teil Essigessenz, 3 Teile Wasser). Danach den Rost mit einem weichen Tuch oder Alufolie abreiben. Entscheidend ist hier der letzte Schritt: Das Gelenk der Schere muss nach dem Entrosten mit einem Tropfen Nähmaschinenöl oder Speiseöl versiegelt werden. Ohne diesen Schritt rostet die Schere innerhalb weniger Tage erneut, weil Feuchtigkeit ins Gelenk zieht.
Vorbeugung: So bleibt dein Besteck rostfrei
Flugrost-Quellen eliminieren
Gehe deine Spülmaschine einmal systematisch durch: Gibt es Fremdteile aus unbeschichtetem Metall? Sind die Kunststoffkappen an den Geschirrkorbdrähten intakt? Wenn irgendwo blankes Eisen freiliegt, hast du deine Flugrost-Quelle gefunden. Auch Spülmittel-Hersteller Somat bestätigt, dass Flugrost in der Regel eine externe Ursache hat.
Der Alufolien-Trick für die Spülmaschine
Knülle eine walnussgroße Kugel aus Alufolie und lege sie in den Besteckkorb. Die Idee dahinter: Aluminium ist unedler als Edelstahl und soll im elektrolytischen Spülwasser die Oxidation auf sich ziehen, bevor dein Besteck angegriffen wird. Die Kugel alle 4 bis 6 Wochen austauschen.
Wichtiger Hinweis: Dieser Trick wird häufig als „Opferanode“ beschrieben, funktioniert in der Praxis aber nicht exakt wie eine technische Opferanode. Damit das Prinzip der galvanischen Korrosion physikalisch greift, braucht es eine direkte leitende Verbindung zwischen Aluminium und Besteck – die im Besteckkorb einer modernen Spülmaschine oft nicht gegeben ist. Viele Nutzer berichten trotzdem von positiven Ergebnissen, was vermutlich daran liegt, dass sich die Alufolie im Spülwasser leicht auflöst und dabei Aluminium-Ionen freisetzt, die mit den Eisenpartikeln reagieren. Der Trick kann also helfen, ist aber kein garantierter Schutz. Die wichtigere Maßnahme bleibt, alle Flugrost-Quellen aus der Maschine zu entfernen.
Richtig trocknen
Wenn deine Spülmaschine kein aktives Trocknungsprogramm hat: Öffne die Tür nach dem Spülgang einen Spalt und lasse den Dampf entweichen. Stehendes Wasser auf Metalloberflächen beschleunigt Oxidation.
Messer möglichst von Hand spülen
Hochwertige Messer aus martensitischem Stahl (13/0) gehören eigentlich nicht in die Spülmaschine. Kurz unter warmem Wasser abspülen, sofort trocknen – das dauert 20 Sekunden und spart dir das spätere Entrosten.
Wann ist es zu spät für Hausmittel?
Mache den Fingernagel-Test: Fahre mit dem Nagel über die Roststelle. Wenn du die Oberfläche als glatt empfindest, sitzt der Rost nur obenauf – alle beschriebenen Hausmittel funktionieren hier.
Spürst du dagegen deutliche Rillen, Vertiefungen oder kleine Löcher, hat sich der Rost tief ins Material gefressen (Lochfraßkorrosion). In diesem Fall hilft kein Hausmittel mehr. Das Besteck muss entweder maschinell abgeschliffen werden – oder es ist ein Fall für den Müll. Bei starkem Lochfraß an günstigen Messern ist ein Neukauf oft wirtschaftlicher als ein maschineller Abschliff.
Häufige Fragen rund um Rost auf Besteck (FAQ)
Wie bekomme ich Rost vom Besteck weg?
Am schnellsten mit einer Natron-Wasser-Paste (1:1) und einem weichen Tuch. Bei hartnäckigen Flecken: Besteck 30 bis 60 Minuten in Cola einlegen.
Warum rostet Besteck in der Spülmaschine?
Meist liegt es an Fremdkörpern aus unbeschichtetem Metall (Sparschäler, Teesiebe, defekte Geschirrkorbdrähte), die Eisenpartikel ins Spülwasser abgeben.
Ist Flugrost auf Besteck gesundheitsschädlich?
Nein. Die Mengen an Eisenoxid sind so gering, dass sie gesundheitlich unbedenklich sind. Es ist ein optisches und langfristig ein Materialproblem.
Welches Hausmittel hilft gegen Flugrost auf Edelstahl?
Natron-Paste für leichten Flugrost, Essigessenz (1:3 mit Wasser) für mittlere Fälle und Cola für hartnäckige Rostflecken.
Was tun, damit Besteck in der Spülmaschine nicht rostet?
Alle nicht spülmaschinenfesten Metallteile entfernen, Geschirrkörbe auf Beschädigungen prüfen und Regeneriersalz nur direkt vor einem Spülgang nachfüllen.
Warum rostet mein „rostfreies“ Besteck trotzdem?
In den meisten Fällen rostet nicht das Besteck selbst, sondern fremde Eisenpartikel lagern sich darauf ab (Flugrost). Messerklingen bestehen zudem aus rostanfälligerem Chromstahl.
Hilft Alufolie wirklich gegen Rost in der Spülmaschine?
Bedingt. Eine Kugel Alufolie im Besteckkorb kann Flugrost reduzieren, funktioniert aber nicht so zuverlässig wie eine echte Opferanode. Wichtiger ist, alle Flugrost-Quellen aus der Maschine zu entfernen.
Wie entferne ich hartnäckige Rostflecken auf Messern?
Messer 30 bis 60 Minuten in unverdünnte Cola einlegen oder in Essigessenz (1:3 verdünnt) für maximal 1 Stunde. Danach sofort trocknen und mit einem Tropfen Öl einreiben.
Darf man bereits rostiges Besteck in die Spülmaschine geben?
Nein. Ein rostendes Teil gibt bei jedem Spülgang Eisenpartikel ins Wasser ab und kann dein gesamtes übriges Besteck mit Flugrost kontaminieren.
Welches Besteck rostet in der Spülmaschine nicht?
Besteck aus 18/10 Chrom-Nickel-Stahl (austenitischer Stahl) ist am widerstandsfähigsten. Messer rosten dennoch häufiger, da ihre Klingen aus härterem, aber rostanfälligerem 13/0 Chromstahl bestehen.
Kann man Flugrost mit Backpulver entfernen?
Ja. Backpulver oder Natron mit etwas Wasser zu einer dicken Paste anrühren. Diese wirkt wie ein sanftes Poliermittel, mit dem sich leichter Flugrost ohne Kratzer abreiben lässt.
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