Schweißflecken aus weißer Kleidung entfernen: 6 Methoden, die gelbe Ränder rückstandslos lösen
➤ Warum Bleiche versagt – und welche Hausmittel dein weißes Hemd tatsächlich retten
Dein weißes Lieblingshemd hat gelbe Halbmonde unter den Achseln. Du hast es dreimal gewaschen, einmal mit extra Waschmittel – und die Flecken sind immer noch da. Vielleicht sogar schlimmer geworden. Das liegt nicht an dir. Nicht an deiner Hygiene. Und auch nicht an deinem Waschmittel. Gelbe Schweißflecken auf weißer Kleidung entstehen durch eine chemische Reaktion zwischen deinem Schweiß und dem Aluminium in deinem Deo. Normales Waschen reicht nicht, weil die Verbindung wasserunlöslich ist. Du brauchst den richtigen Wirkstoff – keinen stärkeren Waschgang.
Genau darum geht es in diesem Ratgeber. Sechs Methoden, die das Problem an der Wurzel packen – von der bewährten Zitronensäure-Kur bis zur Nuklear-Option für Härtefälle. Einen Überblick über alle Hausmittel und Materialien findest du im großen Ratgeber zu Schweißflecken. Sortiert nach Wirksamkeit, erklärt mit der Chemie dahinter und abgestimmt auf verschiedene Stoffarten.
Das Wichtigste in Kürze

- Ursache: Gelbe Flecken sind keine Schweißrückstände. Sie entstehen durch die Reaktion von Aluminiumsalzen (Antitranspirant) mit Proteinen im Schweiß und Tensiden im Waschmittel.
- Beste Methode für Weißes: Zitronensäure als Einweichlösung (30 g auf 2 Liter warmes Wasser, über Nacht). Sie löst die Metallbindung und bleicht leicht nach.
- Hartnäckige Fälle: Natriumpercarbonat (Sauerstoffbleiche) bei 60 °C in der Waschmaschine zerstört die Farbpigmente, ohne die Faser anzugreifen.
- Nuklear-Option: Bei verkrusteten Altflecken löst Ammoniak (Salmiakgeist, verdünnt 1:5) die verhärtete Fett-Matrix, an der Säuren scheitern.
- Niemals Chlorbleiche verwenden. Chlor reagiert mit den Proteinen im Fleck und verstärkt die gelbe Verfärbung.
- Hitze ist der Feind: Trockner und Bügeleisen fixieren den Fleck dauerhaft in der Faser. Erst behandeln, dann Hitze.
- Vorbeugung: Aluminiumfreies Deo eliminiert das Problem komplett. Alternativ: Antitranspirant abends auftragen – die Schweißdrüsen sind nachts weniger aktiv.
Wie entfernt man Schweißflecken aus weißer Kleidung?
Weiche das Kleidungsstück über Nacht in einer Lösung aus 30 g Zitronensäure und 2 Litern warmem Wasser ein. Die Säure löst die Aluminium-Schweiß-Verbindung, die für gelbe Verfärbungen verantwortlich ist. Danach mit Vollwaschmittel bei 60 °C waschen (wenn das Pflegeetikett es erlaubt). Bei hartnäckigen Flecken zusätzlich Natriumpercarbonat (Sauerstoffbleiche) ins Waschmittelfach geben.
Warum werden weiße Shirts gelb? Die Chemie hinter dem Fleck
Schweiß allein ist fast farblos – eine Mischung aus Wasser, Salz und Proteinen. Die gelben Verfärbungen auf deiner weißen Kleidung stammen nicht vom Schwitzen selbst.
Das Problem dahinter ist eine Kettenreaktion aus drei Komponenten: Die Aluminiumsalze (häufig Aluminiumchlorid) in deinem Antitranspirant reagieren mit den Proteinen und Fetten deines Schweißes. Dazu kommen die Tenside aus dem Waschmittel. Gemeinsam bilden diese Stoffe unlösliche metallorganische Komplexe. Diese Komplexe sitzen fest in der Faser und oxidieren mit der Zeit – ähnlich wie Rost. Genau das erzeugt die typische gelbliche Verfärbung.
Entscheidend ist hier: Hitze beschleunigt diesen Prozess dramatisch. Der Trockner oder das Bügeleisen brennen die Verbindungen regelrecht in den Stoff ein. Ein Fleck, der vor dem Trockner noch behandelbar war, sitzt danach oft dauerhaft fest. Deshalb gilt eine eiserne Regel: Jeden verdächtigen Fleck behandeln, bevor Hitze ins Spiel kommt.
Was viele nicht wissen: Selbst regelmäßiges Waschen bei 40 °C mit Flüssigwaschmittel reicht oft nicht aus. Flüssigwaschmittel enthalten im Gegensatz zu Pulver-Vollwaschmittel keine Bleichmittel auf Sauerstoffbasis. Die metallorganischen Komplexe bleiben unberührt – und schichten sich Wäsche für Wäsche weiter auf.
Genau hier liegt das Missverständnis: Viele denken, sie waschen nicht gründlich genug, und greifen zu mehr Waschmittel oder höheren Temperaturen. Mehr Tenside verschlimmern das Problem aber nur, weil sie Teil der Reaktionskette sind. Und höhere Temperaturen ohne vorherige Fleckbehandlung backen den Komplex erst recht fest. Die Lösung liegt nicht in „mehr waschen“, sondern in der richtigen chemischen Gegenreaktion: Säuren lösen die Metallbindung, Oxidationsmittel zerstören die Farbpigmente, Laugen knacken die Fett-Matrix.
Methode 1: Zitronensäure – der Goldstandard für weiße Baumwolle
Zitronensäure ist für weiße Baumwolle und Leinen die erste Wahl. Der Grund: Sie wirkt als sogenannter Chelatbildner. Das bedeutet, sie umschließt die Aluminiumionen im Fleck und löst sie aus der Faser heraus. Gleichzeitig bleicht sie das vergilbte Gewebe sanft auf.
So gehst du vor:
- Löse 30 g Zitronensäure (Pulver, gibt es in jeder Drogerie) in 2 Litern warmem Wasser auf.
- Lege das Kleidungsstück so ein, dass die Flecken vollständig bedeckt sind.
- Lass alles über Nacht einweichen – mindestens 8 Stunden.
- Wringe das Kleidungsstück aus und wasche es anschließend mit Pulver-Vollwaschmittel bei 60 °C in der Maschine.
- Prüfe den Fleck vor dem Trocknen. Falls noch Reste sichtbar sind: Vorgang wiederholen statt in den Trockner geben.
Realität-Check: Zitronensäure funktioniert bei frischen bis mittelalten Flecken zuverlässig. Bei Flecken, die bereits mehrfach heiß gewaschen oder gebügelt wurden, brauchst du zusätzlich ein Oxidationsmittel (siehe Methode 2). Zitronensäure ist außerdem nur für weiße Textilien geeignet – auf Buntwäsche kann sie die Farbe angreifen.
Kosten: Rund 3–4 € pro 500 g Zitronensäure-Pulver. Reicht für über 15 Anwendungen.
Prinzip verstanden: Zitronensäure greift nicht die Faser an, sondern gezielt die Metallionen im Fleck. Deshalb bleibt die Gewebestruktur intakt, während die Verfärbung verschwindet. Verwende Zitronensäure-Pulver aus der Drogerie, nicht frischen Zitronensaft. Der Saft hat eine deutlich niedrigere Konzentration und enthält Zucker, der klebrige Rückstände hinterlässt.
Methode 2: Natriumpercarbonat – das Profi-Mittel gegen hartnäckige Vergilbung
Wenn Zitronensäure allein nicht reicht, kommt Natriumpercarbonat ins Spiel. Du kennst es vermutlich unter den Namen Sauerstoffbleiche oder Oxi-Reiniger. Der Wirkstoff zerfällt in Wasser ab 40 °C in zwei Bestandteile: Soda und Wasserstoffperoxid. Das Peroxid zerstört die Farbpigmente der Vergilbung durch Oxidation – ohne die Textilfaser so aggressiv anzugreifen wie Chlor.
So gehst du vor:
- Gib 2 Esslöffel Natriumpercarbonat direkt ins Waschmittelfach (zusätzlich zum Vollwaschmittel).
- Wasche bei 60 °C – das ist die Mindesttemperatur, bei der der Wirkstoff zuverlässig aktiv wird.
- Bei besonders hartnäckigen Flecken: Vorher eine Paste aus Natriumpercarbonat und lauwarmem Wasser anrühren. Direkt auf den Fleck auftragen, 30 Minuten einwirken lassen, dann in die Maschine.
Typischer Fehler: Natriumpercarbonat bei 30 °C verwenden. Bei dieser Temperatur zerfällt der Wirkstoff kaum. Du wäschst dann mit teurem Soda – ohne Bleicheffekt. Die 60 °C sind keine Empfehlung, sondern chemische Notwendigkeit.
Spartipp: Reines Natriumpercarbonat aus der Drogerie kostet 2–3 € pro Kilo. Marken-Oxi-Reiniger enthalten denselben Wirkstoff, kosten aber oft das Dreifache. Der Unterschied: Verpackung und Parfüm.
Kombination mit Methode 1: Für die hartnäckigsten Fälle empfehle ich eine Zwei-Stufen-Behandlung. Erst über Nacht in Zitronensäure einweichen (löst die Metallbindung), dann mit Natriumpercarbonat bei 60 °C waschen (zerstört die restlichen Farbpigmente). Diese Kombination packt den Fleck von zwei Seiten an und deckt damit beide chemischen Ursachen der Vergilbung ab.
Methode 3: Aspirin, Gebissreiniger und Spülmaschinentabs – Chemie aus dem Badezimmerschrank
Nicht jeder hat Zitronensäure oder Natriumpercarbonat griffbereit. Drei Alternativen aus Badezimmer und Küche funktionieren mit demselben chemischen Prinzip – nur anders verpackt.
Aspirin (Acetylsalicylsäure): Zerdrücke 2–3 Aspirintabletten und löse das Pulver in einer kleinen Schüssel mit warmem Wasser auf. Trage die Lösung auf den Fleck auf und lass sie 2 Stunden einwirken. Die Säure in der Tablette zersetzt die Proteinmatrix des Flecks – also genau die Schicht, die den Vergilbungskomplex in der Faser hält. Danach normal waschen.
Gebissreiniger: Löse 2–3 Tabletten in einer Schüssel mit warmem Wasser auf. Das Kleidungsstück einlegen und mindestens 4 Stunden einweichen lassen. Gebissreiniger enthalten Aktivsauerstoff, der ähnlich wie Natriumpercarbonat die Farbpigmente aufbricht. Der Vorteil: Die Dosierung ist denkbar einfach, und die Tabletten sind in jedem Supermarkt erhältlich.
Spülmaschinentabs: Der unterschätzte Allrounder. Ein Spülmaschinentab enthält hochkonzentriert genau die drei Wirkstoffklassen, die du gegen Schweißflecken brauchst: Bleichmittel (gegen die Vergilbung), Enzyme (gegen die Proteinmatrix) und Alkalien (gegen die Fettschicht). Löse 1–2 Tabs in einem Eimer mit warmem Wasser auf und weiche das Kleidungsstück 2–4 Stunden ein. Besonders wirksam bei allgemein vergrauter weißer Wäsche, die ihre Leuchtkraft verloren hat. Einschränkung: Nur für reine Weißwäsche geeignet – die Bleichkomponente zieht Farbe aus bunten Stoffen.
Einordnung: Alle drei Methoden eignen sich gut für leichte bis mittlere Vergilbungen. Für Flecken, die schon Monate in der Faser sitzen, empfehle ich die Kombination aus Methode 1 und 2 – oder bei verkrusteten Altflecken den Griff zur Methode 5.
Methode 4: Gallseife und Essig – die schonende Variante für empfindliche Stoffe
Nicht jedes weiße Kleidungsstück besteht aus robuster Baumwolle. Hemdblusen aus Mischgewebe, feine Leinenstoffe oder weiße Kleidungsstücke mit dekorativen Applikationen vertragen keine 60 °C und keine aggressive Einweichbehandlung.
Gallseife ist in solchen Fällen die beste Option. Sie enthält natürliche Enzyme (Proteasen und Lipasen) sowie Ochsengalle, die Fett- und Proteinrückstände gezielt aufspaltet. Reibe die feuchte Gallseife direkt auf den Fleck, lass sie 30 Minuten einwirken und wasche anschließend bei der niedrigsten empfohlenen Temperatur laut Pflegeetikett.
Essigessenz (verdünnt im Verhältnis 1:4 mit Wasser) ergänzt die Behandlung bei Geruchsproblemen. Die Säure neutralisiert den pH-Wert der Schweißrückstände und wirkt desodorierend. Essig ist schwächer als Zitronensäure bei Vergilbungen – aber sicherer für empfindliche Stoffe und Buntwäsche.
Für Wolle und Seide gelten besondere Regeln: Keine Enzyme, keine starken Laugen, keine Säuren. Diese Fasern bestehen selbst aus Protein – alles, was die Proteinmatrix des Flecks angreift, greift auch die Faser an. Hier hilft nur vorsichtiges Tupfen mit reinem Alkohol/Spiritus oder eine sehr sanfte Gallseifen-Behandlung ohne Reiben.
Methode 5: Ammoniak – die Nuklear-Option für verhärtete Altflecken
Manche Schweißflecken auf weißer Kleidung sind keine einfachen Verfärbungen mehr. Sie sind hart, verdickt und fühlen sich fast wie eine Kruste an. Das passiert, wenn sich die Aluminiumsalze über Monate mit Hautfetten und Fasern zu einer regelrechten Versiegelung verbunden haben. In diesem Stadium scheitern Säuren wie Zitronensäure oft – sie kommen schlicht nicht durch die verhärtete Fett-Matrix.
Hier kommt Ammoniaklösung (Salmiakgeist) ins Spiel. Als starke Base verseift sie die Lipide, die den Fleck versiegeln, und macht die darunterliegende Metallverbindung wieder zugänglich für Säuren oder Oxidationsmittel.
So gehst du vor:
- Verdünne Salmiakgeist im Verhältnis 1:5 bis 1:10 (ca. 2 Esslöffel auf 1 Liter Wasser).
- Tupfe die Lösung mit einem sauberen Tuch auf den verhärteten Fleck. Nicht reiben – das drückt die Rückstände tiefer in die Faser.
- Lass die Lösung 1 Stunde einwirken.
- Spüle gründlich aus und behandle anschließend mit Zitronensäure (Methode 1) oder Natriumpercarbonat (Methode 2).
⚠️ Sicherheitshinweis – unbedingt beachten:
- Arbeite ausschließlich in gut belüfteten Räumen oder im Freien. Ammoniakdämpfe reizen Augen und Atemwege.
- Trage Handschuhe und vermeide Hautkontakt mit der unverdünnten Lösung.
- NIEMALS Ammoniak mit Chlorbleiche mischen. Diese Kombination erzeugt giftige Chloramine – ein lebensgefährliches Gas. Das ist kein theoretisches Risiko, sondern passiert bereits bei Kontakt kleiner Mengen.
Realität-Check: Ammoniak ist kein Alltagsmittel. Greife nur dazu, wenn Methode 1 und 2 nach zwei Durchgängen keinen Erfolg gebracht haben und der Fleck fühlbar verdickt ist. Weitere Rettungsversuche für besonders alte und eingetrocknete Schweißflecken haben wir in einem eigenen Beitrag zusammengefasst. Für frische oder mittelalte Flecken ist diese Methode überdimensioniert.
Methode 6: Synthetik und Sportkleidung – wenn der Geruch bleibt, obwohl der Fleck weg ist
Polyester-Shirts, Funktionsunterwäsche und Sportwäsche haben ein eigenes Problem: Selbst wenn die gelbe Verfärbung verschwunden ist, hält sich der Schweißgeruch oft hartnäckig. Die Ursache liegt in der Faserstruktur.
Das Problem dahinter: Polyester ist oleophil – fettanziehend – aber gleichzeitig wasserabweisend (hydrophob). Die Faser saugt Hautfette und Deoreste regelrecht auf, lässt Wasser beim Waschen aber abperlen. Ergebnis: Bakterien (vor allem Corynebakterien) zersetzen die eingekapselten Schweißrückstände und produzieren übelriechende Fettsäuren. Der Geruch sitzt in einer Fettschicht, die normales Waschmittel nicht durchdringt.
Die Lösung für Synthetik:
- Gallseife als Vorbehandlung: Direkt auf die Achselbereiche einreiben, 30 Minuten einwirken lassen. Die Enzyme spalten die Fettkapsel auf.
- Essigspülung gegen Geruch: 50 ml Essigessenz ins Weichspülerfach geben. Die Säure neutralisiert geruchsbildende Bakterien und deren Stoffwechselprodukte.
- Waschtemperatur: Maximal 30–40 °C. Höhere Temperaturen beschädigen Elastan und können Synthetikfasern dauerhaft verformen.
Typischer Fehler: Synthetik-Sportwäsche bei 60 °C waschen, um den Geruch „abzukochen“. Die hohe Temperatur zerstört nicht die Bakterien im Fett, sondern das Elastan im Stoff. Die Passform leidet, der Geruch bleibt. Enzyme und Essig arbeiten bei 30 °C zuverlässiger als Hitze bei 60 °C.
Stopp: Warum du niemals Chlorbleiche verwenden darfst
Hier wird oft ein Fehler gemacht, der gut gemeint ist und alles verschlimmert: Chlorbleiche (DanKlorix, Javelwasser) auf gelbe Schweißflecken geben.
Das Ergebnis ist das Gegenteil von dem, was du erwartest. Chlor reagiert mit den Proteinen im Schweiß und intensiviert die gelbe Verfärbung. Statt den Fleck zu entfernen, brennst du ihn chemisch noch tiefer in die Faser ein. Dieselbe Logik gilt für zu heißes Waschen ohne vorherige Behandlung: Die Hitze fixiert den Komplex, statt ihn zu lösen.
Noch gefährlicher wird es bei Kombinationen: Wer Chlorbleiche zusammen mit Ammoniak oder ammoniakhaltigen Reinigern verwendet, erzeugt Chloramine – hochgiftige Gase, die schwere Atemwegsschäden verursachen. Reinigungsmittel niemals mischen, auch nicht „nur ein bisschen“.
Merke dir diese drei Regeln:
- Kein Chlor auf Schweißflecken. Nie.
- Kein Trockner und kein Bügeleisen, solange der Fleck noch sichtbar ist.
- Reiniger niemals miteinander mischen – besonders nicht Chlor mit Ammoniak oder Säuren.
Material-Übersicht: Was verträgt welche Methode?
| Material | Zitronensäure | Natriumpercarbonat (60 °C) | Gallseife | Essig (verdünnt) | Ammoniak (verdünnt) | Spülmaschinentabs |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Weiße Baumwolle | ✅ Erste Wahl | ✅ Bei hartnäckigen Fällen | ✅ | ✅ | ✅ Nur bei Verkrustung | ✅ |
| Weißes Leinen | ✅ | ✅ | ✅ | ✅ | ✅ Nur bei Verkrustung | ✅ |
| Buntwäsche | ❌ Bleichgefahr | ❌ Nur Oxi-Bunt-Variante | ✅ Erste Wahl | ✅ | ⚠️ Test an verdeckter Stelle | ❌ Bleichgefahr |
| Wolle | ❌ | ❌ | ⚠️ Ohne Reiben | ✅ Verdünnt | ❌ | ❌ |
| Seide | ❌ | ❌ | ⚠️ Ohne Reiben | ❌ | ❌ | ❌ |
| Synthetik (Polyester) | ⚠️ Nur kurz | ❌ Keine 60 °C | ✅ Erste Wahl | ✅ Gegen Geruch | ❌ | ❌ |
So verhinderst du gelbe Schweißflecken dauerhaft
Die beste Fleckentfernung ist die, die du nie brauchst. Fünf Maßnahmen senken das Risiko auf nahezu null:
Aluminiumfreies Deo nutzen. Kein Aluminium im Deo bedeutet keine Aluminiumsalze auf dem Stoff. Ohne den metallischen Reaktionspartner entstehen keine unlöslichen Komplexe – und damit keine Vergilbung. Aluminiumfreie Deos schützen nicht ganz so stark vor Schwitzen wie Antitranspirante, verhindern aber das Kernproblem komplett.
Antitranspirant abends auftragen. Falls du bei deinem aluminiumhaltigen Deo bleiben möchtest: Trage es abends vor dem Schlafengehen auf. Die Schweißdrüsen sind nachts weniger aktiv, und das Aluminium kann in Ruhe in die Poren eindringen und dort wirken. Morgens duschst du die Reste einfach ab – der Schutz sitzt bereits in der Pore, nicht mehr auf der Hautoberfläche. So gelangt deutlich weniger Aluminium auf dein Shirt.
Deo trocknen lassen. Wenn du dein Antitranspirant morgens aufträgst: Mindestens 5 Minuten warten, bevor du dich anziehst. Feuchtes Deo auf Stoff beschleunigt die Reaktion mit den Textilfasern. Ein Föhn auf niedriger Stufe verkürzt die Wartezeit auf unter eine Minute.
Weiße Wäsche direkt behandeln. Lass getragene weiße Kleidung nicht tagelang im Wäschekorb liegen. Je länger die Schweiß-Aluminium-Mischung Zeit hat zu oxidieren, desto tiefer sitzt der Fleck. Am besten direkt nach dem Tragen einweichen oder zumindest kalt ausspülen.
Pulver-Vollwaschmittel statt Flüssigwaschmittel. Für weiße Kleidung ist Waschpulver die bessere Wahl. Es enthält Natriumpercarbonat als Bleichkomponente, die bei jeder Wäsche ab 40 °C aktiv wird. Flüssigwaschmittel verzichtet darauf – deshalb schleichen sich die Vergilbungen über Wochen unbemerkt ein. Ein simpler Wechsel des Waschmittels macht bei weißer Kleidung oft den größten Unterschied.
Fazit: Sauberkeit ist Chemie, nicht Zufall
Gelbe Schweißflecken auf weißer Kleidung sind kein Schicksal und kein Zeichen mangelnder Hygiene. Sie sind das Ergebnis einer konkreten chemischen Reaktion – und genau deshalb mit dem richtigen Gegenmittel lösbar.
Für weiße Baumwolle und Leinen: Zitronensäure zum Einweichen, Natriumpercarbonat in der Maschine. Für empfindliche Stoffe: Gallseife und Essig. Für verhärtete Altflecken: Ammoniak als Vorbehandlung. Für stinkende Synthetik: Enzyme statt Hitze. Und in jedem Fall: Finger weg von Chlorbleiche und Trockner, solange der Fleck noch da ist.
Wer das Prinzip einmal verstanden hat, rettet nicht nur das aktuelle Hemd – sondern jedes danach.
FAQ: Häufig gestellte Fragen
Warum entstehen gelbe Flecken oft erst nach dem Waschen?
Die chemische Reaktion zwischen Aluminiumsalzen, Schweiß und Waschmitteltensiden ist zunächst oft farblos. Erst durch Oxidation an der Luft und alkalische Waschmittelrückstände wird der Komplex sichtbar und verfärbt sich gelb.
Hilft Sonnenlicht gegen Schweißflecken auf weißer Wäsche?
UV-Strahlung wirkt als natürliches Bleichmittel und kann verbleibende Schatten nach der Behandlung weiter aufhellen. Lege das Textil dafür feucht in die pralle Sonne – die Kombination aus Feuchtigkeit und UV-Licht verstärkt den Bleicheffekt.
Kann ich Spülmaschinentabs gegen Schweißflecken nutzen?
Ja. Spülmaschinentabs enthalten Bleichmittel, Enzyme und Fettlöser in hoher Konzentration – genau die drei Wirkstoffklassen gegen Schweißflecken. Allerdings nur für robuste weiße Wäsche verwenden, da die Bleichkomponente Farben ausbleicht.
Was tun, wenn Schweißflecken hart und verkrustet sind?
Verhärtungen entstehen durch eine „Betonierung“ aus Aluminiumsalzen und Hautfetten, die sich mit der Faser verbunden haben. Einweichen in verdünnter Ammoniaklösung (1:5) löst die Fett-Matrix. Anschließend mit Zitronensäure die Metallbindung knacken.
Warum stinken meine T-Shirts auch nach dem Waschen noch nach Schweiß?
Corynebakterien zersetzen Schweißrückstände, die tief in der Faser eingekapselt sind. Besonders Polyester (oleophil) hält Fette und Bakterien fest. Hier helfen Gallseife als Vorbehandlung und eine Essigspülung im letzten Waschgang besser als höhere Temperaturen.
Sind gelbe Flecken unter den Armen dauerhaft?
Nicht zwingend. Solange der Fleck nicht durch Hitze (Trockner, Bügeleisen) dauerhaft in die Faser eingebrannt wurde, lässt er sich mit Säuren oder Oxidationsmitteln in der Regel entfernen. Eingebrannte Flecken sind dagegen kaum noch reversibel.
Welches Hausmittel hilft bei Schweißflecken auf Buntwäsche?
Verdünnte Essigessenz (1:4 mit Wasser) oder Gallseife sind die sichersten Mittel für bunte Textilien. Sie lösen Schweiß- und Deorückstände, ohne die Farbpigmente so stark anzugreifen wie Zitronensäure oder Sauerstoffbleiche.
Schadet Chlorbleiche (DanKlorix) bei Schweißflecken?
Ja – Chlorbleiche macht gelbe Schweißflecken oft schlimmer statt besser. Das Chlor reagiert mit den Proteinen im Schweiß und intensiviert die Verfärbung. Gleichzeitig greift es die Baumwollfaser deutlich aggressiver an als Sauerstoffbleiche.
Hilft Backpulver wirklich gegen gelbe Ränder?
Backpulver (Natron) wirkt mild abrasiv und leicht aufhellend. Bei frischen Flecken und zur Geruchsneutralisierung ist es brauchbar. Gegen eingesessene Vergilbungen oder verkrustete Altflecken reicht die Wirkung allerdings nicht aus – hier braucht es Zitronensäure oder Natriumpercarbonat.
Warum verursachen aluminiumfreie Deos keine gelben Flecken?
Gelbe Verfärbungen entstehen primär durch die Reaktion von Aluminiumsalzen mit Schweißproteinen. Ohne diesen metallischen Reaktionspartner im Deo bildet sich der typische gelbe, verhärtete Komplex auf dem Stoff gar nicht erst.
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