Stockflecken entfernen aus Stoff & Kleidung ➤ 7 Methoden, die wirklich funktionieren
Welches Hausmittel wirkt bei welchem Stoff – und was ruiniert dein Textil endgültig?
Der muffige Geruch beim Öffnen des Kleiderschranks. Die gelblich-grauen Punkte auf der Lieblingsbettwäsche. Und das Gefühl, dass die 60-Grad-Wäsche nichts gebracht hat. Wenn du hier gelandet bist, kennst du das Problem: Stockflecken aus Kleidung entfernen klingt einfach – bis man es versucht.
Das Problem dahinter ist ein Missverständnis. Stockflecken sind keine Flecken im klassischen Sinn. Es sind lebende Pilzkolonien, die sich in deine Textilfasern hineingefressen haben. Deshalb versagen normale Waschmittel bei normaler Temperatur. Und deshalb kann die falsche Methode deinen Stoff endgültig ruinieren.
Dieser Artikel zeigt dir, welche 7 Methoden tatsächlich wirken, welches Hausmittel zu welchem Material passt – und wann du ein Kleidungsstück besser loslässt, statt noch mehr Geld in Rettungsversuche zu stecken.
Das Wichtigste in Kürze
- Stockflecken sind Schimmelpilze (z. B. Aspergillus, Penicillium), die Pigmente in die Faser einlagern – kein Oberflächenschmutz.
- Einfaches Waschen unter 60 °C reicht nicht. Die Sporen überleben, der Fleck bleibt.
- Frische Flecken (gelblich-bräunlich) lassen sich deutlich besser entfernen als alte, schwarze Verfärbungen.
- Material entscheidet über die Methode: Was bei Baumwolle hilft, zerstört Wolle oder Seide.
- Vollwaschmittel in Pulverform enthält Bleiche – Flüssigwaschmittel nicht. Das ist bei Stockflecken entscheidend.
- Niemals bügeln oder in den Trockner geben, bevor der Fleck komplett verschwunden ist. Hitze fixiert ihn dauerhaft.
- Stockflecken können sich auf andere Kleidung übertragen – betroffene Textilien sofort separieren.
- Eigenschutz nicht vergessen: Trockene Stockflecken nicht abbürsten – das verteilt Sporen in der Raumluft. Bei großflächigem Befall eine FFP2-Maske tragen.

Kann man Stockflecken aus Kleidung überhaupt rauswaschen?
Nicht mit Wasser und Waschmittel allein. Du brauchst entweder Säure (Essig, Buttermilch), Oxidationsmittel (Sauerstoffbleiche, Chlor) oder UV-Licht, um die Pilzpigmente aus der Faser zu lösen. Die meisten frischen Stockflecken lassen sich mit der richtigen Methode vollständig entfernen. Bei alten schwarzen Flecken bleibt oft eine Restverfärbung, weil der Pilz die Faser bereits strukturell geschädigt hat.
Was Stockflecken wirklich sind – und warum normales Waschen versagt
Wenn du verstehst, was Stockflecken sind, verstehst du auch, warum deine bisherigen Versuche gescheitert sind. Es handelt sich nicht um Schmutz, der auf der Faser liegt. Es sind Schimmelpilze, die in die Faser hineinwachsen und dort dunkle Pigmente (Melanine) einlagern.
Die Ursache ist immer dieselbe Kombination: Feuchtigkeit (ab 70 % relativer Luftfeuchte), organische Nahrung (Baumwollfasern, Hautschuppen, Schweiß) und mangelnde Luftzirkulation. Der klassische Fall: saisonale Kleidung wird leicht feucht in eine Plastikbox gepackt und monatelang vergessen.
Wissenschaftlicher Hintergrund: Das Umweltbundesamt (UBA) bestätigt: „Ab 70 % relativer Luftfeuchtigkeit wächst Schimmel auf fast jedem organischen Material.“ Der muffige Geruch entsteht durch mikrobielle flüchtige organische Verbindungen (MVOC) – Stoffwechselprodukte der Pilze. Stockflecken stinken also nicht nach Schimmel. Sie sind Schimmel.
Was viele nicht wissen: Der Unterschied zwischen Stockflecken und Schimmelbefall ist hauptsächlich das Stadium. Stockflecken sind eine frühe, oberflächennahe Form. Sichtbarer schwarzer Schimmel sitzt tiefer und hat die Faser oft bereits zersetzt. In beiden Fällen sind die Sporen potenziell allergieauslösend – besonders für Kinder und Asthmatiker.
Stockflecken entfernen in 4 Schritten – Kurzanleitung
- Identifizieren & separieren: Betroffenes Textil sofort von anderer Kleidung trennen. Stockflecken sind ansteckend – Sporen übertragen sich im Wäschekorb und im Schrank. Wichtig: Nicht trocken abbürsten! Das verteilt die Sporen in der Atemluft. Bei großflächigem Befall eine FFP2-Maske tragen und am besten im Freien oder bei weit geöffnetem Fenster arbeiten.
- Material prüfen: Pflegeetikett lesen. Baumwolle/Leinen? Synthetik? Wolle/Seide? Leder? Das bestimmt deine Methode (siehe Material-Guide unten).
- Vorbehandeln: Hausmittel gezielt auf den Fleck anwenden. Einwirkzeit einhalten – nicht abkürzen.
- Waschen & kontrollieren: Nach der Vorbehandlung bei maximaler Stofftemperatur waschen, Vollwaschmittel (Pulver!) verwenden. Danach prüfen: Ist der Fleck weg? Erst dann trocknen oder bügeln.
Buttermilch – der Klassiker für helle und empfindliche Stoffe
So gehst du vor
Lege das komplette Textil in eine Schüssel oder Wanne mit Buttermilch ein – nicht nur den Fleck befeuchten, sondern den Stoff vollständig bedecken. Dann warten. Mindestens über Nacht, maximal 24 Stunden. Länger solltest du nicht einweichen: Bei Raumtemperatur kippt die Buttermilch, fängt an unangenehm zu riechen und erzeugt neue bakterielle Probleme, die du nicht gebrauchen kannst.
Die enthaltene Milchsäure greift die Zellwände der Pilze an und hellt die Pigmente leicht auf. Der Prozess ist sanft, braucht aber Geduld. Nach dem Einweichen das Textil zuerst kalt ausspülen, um Milchreste zu entfernen und Käsegeruch zu vermeiden – dann erst heiß waschen.
Geeignet für
- Helle und weiße Baumwolle
- Empfindliche Stoffe wie Seide (sanfte Säure)
- Leichte, frische Stockflecken
Nicht verwenden bei
- Stoffen, die nicht nass werden dürfen (bestimmte Viskose-Gewebe)
- Alten, schwarzen Stockflecken – die Milchsäure ist dafür zu schwach
Essigessenz – das Fungizid für Buntwäsche
So gehst du vor
Mische 1 Teil Essigessenz auf 4 Teile kaltes Wasser. Lege den betroffenen Stoff für 1–2 Stunden ein. Die Essigsäure senkt den pH-Wert so stark ab, dass Schimmelpilze zuverlässig absterben.
Hier wird oft ein Fehler gemacht: Essig tötet den Pilz, entfernt aber nicht immer die dunkle Verfärbung. Entscheidend ist hier die Kombination. Nach dem Essigbad das Textil in die Sonne legen – die UV-Strahlung erledigt den Rest (siehe nächste Methode).
Geeignet für
- Bunte Stoffe – Essig fixiert Farben oft sogar
- Baumwolle, Leinen, Mischgewebe
- Als Zusatz im Weichspülerfach bei Wäsche unter 60 °C
Nicht verwenden bei
- Elasthan und Gummibündchen – Säure macht Gummi spröde. Sportkleidung, BHs, Badehosen lieber anders behandeln.
- Marmor- oder Naturstein-Oberflächen in der Nähe (Verätzungsgefahr beim Arbeiten)
UV-Licht (Sonne) – kostenlos und unterschätzt
So gehst du vor
Nach einer Vorbehandlung mit Buttermilch, Essig oder Zitronensaft das feuchte Textil in die pralle Mittagssonne legen. Die UV-Strahlung zerstört die Farbpigmente der Stockflecken durch photochemische Bleichung. Mehrere Stunden einwirken lassen, bei Bedarf am nächsten Tag wiederholen.
Was viele nicht wissen: UV-Licht allein tötet nicht den Pilz im Gewebeinneren. Es bleicht nur die sichtbaren Pigmente. Deshalb ist Sonne immer der zweite Schritt nach einer fungiziden Vorbehandlung – nie der einzige.
Geeignet für
- Weiße und helle Stoffe
- Bettwäsche, Handtücher, Gardinen
Nicht verwenden bei
- Dunklen und schwarzen Stoffen – die UV-Strahlung bleicht den Stoff selbst aus, nicht nur den Fleck
Gallseife + Sauerstoffbleiche – die Kombination für hartnäckige Fälle
So gehst du vor
Zuerst den Stockfleck mit Gallseife einreiben und 30 Minuten einwirken lassen. Die Enzyme aus Rindergalle lösen Eiweiß- und Fettverbindungen, die der Pilz als Haftstruktur nutzt. Danach das Textil in warmem Wasser mit Sauerstoffbleiche (Natriumpercarbonat) einweichen – mindestens 2 Stunden.
Entscheidend ist hier die Temperatur: Reines Natriumpercarbonat setzt seinen Aktivsauerstoff erst ab 60 °C frei. Moderne Marken-Fleckensalze (z. B. von Sil oder Dr. Beckmann) enthalten jedoch TAED als Bleichaktivator, der bereits ab 40 °C wirkt. Dieser Unterschied ist wichtig, wenn du Synthetik oder andere temperaturbegrenzte Stoffe behandelst: Dann greif zum Produkt mit TAED, nicht zum reinen Natriumpercarbonat aus dem Drogeriemarkt-Regal. TAED ist übrigens auch in den meisten Vollwaschmittel-Pulvern enthalten.
Geeignet für
- Kochfeste weiße Baumwolle und Leinen
- Hartnäckige, ältere Stockflecken
- Bettwäsche, Handtücher, Geschirrtücher
- Mit TAED-haltigem Fleckensalz auch für Synthetik bei 40 °C
Nicht verwenden bei
- Wolle und Seide – niemals! Die Enzyme der Gallseife zerstören die Proteinstruktur dieser Fasern unwiderruflich.
- Stoffen, die nicht bei 60 °C gewaschen werden dürfen – es sei denn, du verwendest ein Fleckensalz mit Bleichaktivator
Gebissreiniger – der unterschätzte Allrounder
So gehst du vor
Löse 2 Tabs in 5 Litern warmem Wasser auf und lege das Textil über Nacht ein. Gebissreiniger enthalten Bleichmittel auf Sauerstoffbasis und erzeugen einen Sprudel-Effekt, der Schmutz mechanisch aus dem Gewebe löst.
Besonders effektiv ist diese Methode bei vergilbten Gardinen mit Stockflecken – ein häufiges Problem in schlecht belüfteten Räumen. Nach dem Einweichen normal waschen.
Geeignet für
- Weiße und helle unempfindliche Stoffe
- Gardinen, Tischdecken, Baumwollbettwäsche
Nicht verwenden bei
- Bunten Stoffen (Ausbleichgefahr)
- Wolle, Seide, empfindlicher Synthetik
Alkohol (Spiritus/Isopropanol) – die Rettung für Wolle und Seide

So gehst du vor
Tränke ein weißes Tuch mit hochprozentigem Isopropanol (70 %) oder Spiritus und tupfe den Stockfleck vorsichtig ab. Nicht reiben. Der Alkohol dringt in die Faser, tötet den Pilz und verflüchtigt sich anschließend rückstandsfrei.
Das ist die einzige sichere Methode für tierische Fasern, weil Spiritus die Faser nicht quellen lässt – anders als Wasser, Säure oder Lauge.
Geeignet für
- Wolle, Seide, Kaschmir – hier ist Alkohol erste Wahl
- Leichte, frische Stockflecken
- Empfindliche Polster und Kinderwagenstoffe
Nicht verwenden bei
- Großflächigem Befall (Alkohol wirkt punktuell)
- Acetat-Gewebe (Alkohol löst Acetat an)
DanKlorix / Chlorreiniger – nur im Notfall
So gehst du vor
Natriumhypochlorit (in Deutschland am bekanntesten als DanKlorix) oxidiert organische Stoffe aggressiv und entfernt selbst tiefsitzende schwarze Stockflecken. Verdünnung nach Herstellerangabe, Textil kurz einweichen (maximal 30 Minuten), gründlich ausspülen.
Realitäts-Check: Chlorreiniger ist die chemische Keule unter den Mitteln. Er wirkt, ja. Aber die Verbraucherzentrale warnt vor dem Einsatz an Kleidung und in Innenräumen wegen Atemwegsreizung. Wenn du Chlor nutzt, arbeite draußen oder bei weit geöffnetem Fenster. Und: Chlor zerstört Farbe, Elasthan und Synthetik. Es gibt genau einen sinnvollen Anwendungsfall.
Geeignet für
- Ausschließlich reinweiße Baumwolle oder Leinen – kein anderes Material
Nicht verwenden bei
- Bunter Kleidung (Totalverlust der Farbe)
- Synthetik (vergilbt irreversibel)
- Wolle und Seide (zerstört die Faser sofort)
- Elasthan/Spandex (wird spröde und reißt)
Sonderfall: Stockflecken auf Leder (Schuhe, Jacken, Taschen)
Leder ist weder waschbar noch bleichbar – aber leider ein Lieblingsort für Stockflecken. Besonders in feuchten Kellern, Garagen oder schlecht belüfteten Schuhschränken schlägt Schimmel gern auf Glatt- und Wildleder zu. Die Pilze ernähren sich von den Gerbstoffen und Fetten im Leder, was die Behandlung doppelt wichtig macht: Der Fleck muss weg, aber das Leder darf nicht austrocknen.
So gehst du vor
Mische Essig und Wasser im Verhältnis 1:1 und reibe den Stockfleck mit einem weichen Tuch ab. Bei Glattleder funktioniert alternativ Sattelseife, die den Pilz löst und das Leder gleichzeitig schont. Bei Wildleder vorsichtig tupfen, nicht reiben – sonst drückst du die Sporen tiefer ins offenporige Material. Nach der Behandlung das Leder vollständig trocknen lassen und anschließend unbedingt mit Lederfett oder Lederpflege nachbehandeln. Die Essigsäure entzieht dem Leder Feuchtigkeit, und ohne Nachfettung wird es brüchig und rissig.
Geeignet für
- Glattleder (Schuhe, Jacken, Handtaschen)
- Wildleder und Nubuk (nur tupfen, nicht reiben)
Nicht verwenden
- Chlorreiniger, Sauerstoffbleiche oder aggressive Säuren – all das zerstört die Lederoberfläche dauerhaft
- Alkohol nur sehr sparsam und punktuell – er kann Leder verfärben
Sonderfall: Nicht waschbare Textilien (Matratzen, Polstermöbel, Autositze)
Die Matratze passt nicht in die Waschmaschine, das Sofa auch nicht. Trotzdem sind gerade diese Textilien besonders anfällig für Stockflecken – weil sie Feuchtigkeit aufnehmen und schlecht abtrocknen. Nachtschweiß, verschüttete Getränke oder einfach ein schlecht belüftetes Schlafzimmer reichen aus.
So gehst du vor
Tränke ein weißes Tuch mit Isopropanol (70 %) und tupfe den Stockfleck gründlich ab. Nicht durchnässen – bei Matratzen dringt zu viel Feuchtigkeit in den Kern und verschlimmert das Problem langfristig. Der Alkohol tötet den Pilz, verdunstet rückstandsfrei und hinterlässt keinen Geruch. Anschließend die behandelte Stelle in die direkte Sonne stellen, wenn möglich. Das UV-Licht bleicht die verbliebenen Pigmente aus. Bei Matratzen: aufrecht ans geöffnete Fenster lehnen, Sonnenseite nach vorn.
Bei hartnäckigen Flecken auf hellen Polstern kann eine Natron-Paste (3 Teile Natron, 1 Teil Wasser) nach der Alkoholbehandlung aufgetragen werden. Eintrocknen lassen, absaugen, fertig. Bei großflächigem Befall auf Matratzen lohnt sich eine professionelle Matratzenreinigung – oder der ehrliche Blick auf den Zustand: Wenn die Matratze älter als 8 Jahre ist und großflächig befallen, ist ein Neukauf die hygienischere Lösung.
Material-Guide: Welcher Stoff verträgt was?

Diese Tabelle ist dein Entscheidungswerkzeug. Lies sie vor der Behandlung, nicht danach.
| Methode | Baumwolle/Leinen (weiß) | Baumwolle/Leinen (bunt) | Synthetik | Wolle/Seide | Leder |
|---|---|---|---|---|---|
| Buttermilch | ✅ Sehr gut | ✅ Gut | ✅ Gut | ✅ Gut (sanft) | ❌ Nicht geeignet |
| Essigessenz (1:4) | ✅ Gut | ✅ Sehr gut (farbschonend) | ⚠️ Kein Elasthan! | ✅ Gut (kurz einwirken) | ✅ Gut (1:1 mit Wasser, danach fetten) |
| Sonne / UV-Licht | ✅ Ideal | ⚠️ Ausbleichgefahr | ⚠️ Ausbleichgefahr | ❌ Nicht empfohlen | ⚠️ Nur kurz, trocknet aus |
| Gallseife | ✅ Sehr gut | ✅ Gut (punktuell) | ✅ Gut | ❌ Zerstört Faser! | ❌ Nicht geeignet |
| Sauerstoffbleiche (60 °C+) | ✅ Ideal | ⚠️ Farbecht-Test nötig | ⚠️ Temperaturlimit prüfen | ❌ Nicht geeignet | ❌ Nicht geeignet |
| Gebissreiniger | ✅ Sehr gut | ⚠️ Ausbleichgefahr | ⚠️ Nur helle Synthetik | ❌ Nicht empfohlen | ❌ Nicht geeignet |
| Alkohol (Spiritus) | ✅ Gut (punktuell) | ✅ Gut (punktuell) | ✅ Gut | ✅ Erste Wahl! | ⚠️ Sparsam, kann verfärben |
| Chlorreiniger | ✅ Nur wenn weiß | ❌ Farbverlust | ❌ Vergilbt! | ❌ Zerstört Faser! | ❌ Zerstört Oberfläche! |
Typische Fehler beim Stockflecken entfernen
Bügeln vor der Fleckentfernung
Hitze fixiert organische Flecken dauerhaft im Gewebe. Das Protein des Pilzes denaturiert und verbindet sich unlösbar mit der Faser – ähnlich wie ein Ei beim Braten fest wird. Erst den Fleck entfernen, dann bügeln.
Ab in den Trockner
Gleiches Prinzip. Die Heißluft im Trockner versiegelt den Stockfleck. Nach jeder Behandlung an der Luft trocknen, das Ergebnis kontrollieren, und erst bei fleckfreiem Stoff die Maschine nutzen.
Weichspüler verwenden
Was viele nicht wissen: Weichspüler hinterlässt einen Film aus kationischen Tensiden und teils tierischen Fetten auf der Faser. Dieser Film bindet Feuchtigkeit und bietet Schimmelpilzen erneut Nahrung. Wer Stockflecken hatte, sollte dauerhaft auf Weichspüler verzichten – oder zumindest auf das betroffene Textil.
Flüssigwaschmittel statt Pulver
Flüssige Waschmittel und Gelkapseln enthalten keine Bleiche. Nur Vollwaschmittel in Pulver- oder Perlenform enthält Natriumpercarbonat, das beim Waschen Aktivsauerstoff freisetzt. Bei Stockflecken ist Pulver daher zwingend – so empfiehlt es auch der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW).
Backpulver trocken aufstreuen
Ein häufig empfohlener Tipp, der so nicht funktioniert. Natron braucht Feuchtigkeit für eine chemische Reaktion. Trocken aufgestreut passiert nichts. Wenn Natron, dann als Paste (3 Teile Natron, 1 Teil Wasser) auf den Fleck auftragen und mindestens eine Stunde einwirken lassen.
Trocken abbürsten
Wer sichtbaren Schimmelbelag vor der Behandlung trocken abbürstet, verteilt Millionen Sporen in der Raumluft. Das ist besonders für Allergiker und Asthmatiker ein echtes Gesundheitsrisiko. Wenn du losen Belag entfernen willst, dann feucht abwischen – oder draußen mit FFP2-Maske arbeiten.
Stockflecken vorbeugen – 6 Maßnahmen, die wirken
Der beste Stockfleck ist der, der nie entsteht. Die Vorbeugung ist simpler als die Behandlung.
- Kleidung nur vollständig trocken einlagern. Auch „fast trocken“ reicht für Schimmelbildung. Im Zweifel einen Tag länger auf der Leine lassen.
- Schränke regelmäßig lüften. Schranktüren über Nacht offen stehen lassen – besonders in Altbauten mit kühlen Außenwänden. Das Umweltbundesamt empfiehlt regelmäßiges Stoß- und Querlüften als wirksamste Maßnahme gegen Schimmelbildung in Wohnräumen.
- Luftfeuchtigkeit kontrollieren. Ein Hygrometer im Kleiderschrank kostet unter 10 Euro. Zielwert: unter 60 % relative Feuchte.
- Saisonkleidung vor dem Einlagern waschen. Hautschuppen und Schweißreste auf ungewaschener Kleidung sind das Festmahl für Schimmelpilze.
- Keine Plastikboxen ohne Belüftung. Stoffsäcke oder Baumwoll-Kleiderhüllen sind besser als luftdichte Plastik-Container.
- Auf Weichspüler verzichten – insbesondere bei Bettwäsche und Handtüchern, die Feuchtigkeit aufnehmen.
Wann du Kleidung mit Stockflecken wegwerfen solltest
Nicht jedes Textil lässt sich retten. Zwei klare Kriterien:
Der Stoff ist brüchig oder dünn geworden. Wenn der Pilz die Faser bereits zersetzt hat, ist die Struktur unwiderruflich beschädigt. Kein Hausmittel repariert zerstörte Zellulose oder Proteinfasern.
Großflächiger schwarzer Schimmelbefall. Wenn mehr als ein Viertel des Textils betroffen ist, übersteigt das Gesundheitsrisiko durch Sporenbelastung den Materialwert. Das gilt besonders für Babykleidung, Kissen und Matratzenauflagen.
Häufige Fragen zu Stockflecken auf Kleidung (FAQ)
Sind Stockflecken gesundheitsschädlich?
Ja. Schimmelpilzsporen können Allergien, Atemwegsreizungen und bei empfindlichen Personen asthmatische Reaktionen auslösen. Betroffene Textilien immer separieren und gründlich behandeln.
Kann man Stockflecken einfach rauswaschen?
Nicht mit normaler Wäsche unter 60 °C. Du brauchst entweder eine Vorbehandlung (Säure, Bleiche) oder Vollwaschmittel-Pulver bei mindestens 60 °C, um Pilz und Fleck zu entfernen.
Gehen Stockflecken auf andere Kleidung über?
Ja. Schimmelpilze verbreiten sich über Sporen. Im feuchten Wäschekorb oder im schlecht belüfteten Schrank können sich die Pilze auf benachbarte Textilien übertragen.
Hilft Backpulver gegen Stockflecken?
Nur als feuchte Paste (3:1 mit Wasser), nicht trocken aufgestreut. Die Wirkung ist leicht pilzhemmend und scheuert den Fleck mechanisch an, reicht aber bei älteren Stockflecken allein nicht aus.
Wie entferne ich Stockflecken aus Buntwäsche?
Essigessenz (1:4 verdünnt) ist die sicherste Methode für bunte Stoffe, da Essig Farben fixiert statt sie zu lösen. Alternativ Gallseife punktuell auftragen. Chlor und Sauerstoffbleiche nur nach einem Farbecht-Test an verdeckter Stelle.
Was ist der Unterschied zwischen Schimmel und Stockflecken?
Stockflecken sind eine frühe, oberflächennahe Form von Schimmelbefall. Sichtbarer schwarzer Schimmel sitzt tiefer in der Faser und hat diese oft bereits strukturell geschädigt. Beides wird durch dieselben Pilzarten verursacht.
Kann man Kleidung mit Stockflecken noch retten?
In den meisten Fällen ja – wenn der Stoff noch intakt ist. Frische gelbliche Flecken lassen sich fast immer vollständig entfernen. Bei alten schwarzen Flecken bleibt oft eine leichte Restverfärbung.
Welche Temperatur tötet Stockflecken ab?
Ab 60 °C sterben Schimmelpilze und ihre Sporen zuverlässig ab. Unter 60 °C überlebt ein Teil der Sporen – dann einen Schuss Essig ins Weichspülerfach geben oder Hygienespüler verwenden.
Hilft Hygienespüler gegen Stockflecken?
Hygienespüler tötet den Pilz, entfernt aber nicht die sichtbare Verfärbung. Er ist sinnvoll als Ergänzung zur Fleckbehandlung, nicht als Ersatz.
Wie entferne ich Stockflecken aus Synthetik?
Essigessenz (1:4) oder Gallseife punktuell auftragen, dann bei maximal 40 °C mit Vollwaschmittel-Pulver waschen. Kein Chlor – Synthetik vergilbt irreversibel. Kein Essig bei Stoffen mit hohem Elasthan-Anteil.
Wie entferne ich Stockflecken aus einem Kinderwagen?
Spiritus oder Isopropanol auf ein weißes Tuch geben und den Fleck abtupfen. Kinderwagenstoffe sind oft robust beschichtet und vertragen Alkohol gut. Danach den Stoff in die Sonne stellen. Bei abnehmbaren Bezügen: Essigwasser-Einweichung und Maschinenwäsche.
Kann Teebaumöl gegen Stockflecken helfen?
Teebaumöl wirkt tatsächlich fungizid. Das Problem: Es hinterlässt einen intensiven Eigengeruch, der sich auch nach mehrfachem Waschen hartnäckig im Gewebe hält. Essig oder Alkohol sind geruchsneutraler und gleich wirksam.
Wie entferne ich Stockflecken aus Leder?
Mit einer Mischung aus Essig und Wasser (1:1) abreiben oder Sattelseife verwenden. Danach das Leder unbedingt mit Lederfett oder Lederpflege behandeln, damit es nicht austrocknet und brüchig wird.
Hilft DanKlorix gegen Stockflecken?
Ja, sehr effektiv – aber ausschließlich bei reinweißer Baumwolle oder Leinen. Bei Buntwäsche, Synthetik, Wolle oder Seide zerstört der Chlorreiniger Farbe und Gewebe. Immer nach Herstellerangabe verdünnen und gut belüftet arbeiten.
Zahlt die Versicherung bei Stockflecken an Kleidung?
In der Regel nein. Stockflecken gelten als allmählicher Schaden durch falsche Lagerung oder mangelnde Belüftung, was bei den meisten Hausratversicherungen nicht unter den Versicherungsschutz fällt.
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