Stockflecken Matratze ➤ 5 Hausmittel, die wirklich helfen & wann du entsorgen musst
Gelbe bis graubraune Flecken auf der Matratze erkennen, richtig behandeln und dauerhaft vorbeugen – mit konkreten Dosierungen, Material-Warnungen und klaren Entsorgungsregeln.
Du schlägst morgens die Bettdecke zurück und siehst es: gelblich-braune Flecken auf der Matratze, die gestern noch nicht da waren. Oder doch? Stockflecken auf der Matratze entstehen schleichend. Bis sie sichtbar werden, hat die Feuchtigkeit schon wochenlang gearbeitet.
Das Problem ist meist nicht mangelnde Hygiene, sondern fehlende Luftzirkulation. Jeder Mensch verliert pro Nacht zwischen 0,5 und 1,5 Liter Schweiß. Wenn diese Feuchtigkeit nicht entweichen kann, entsteht ein Feuchtigkeitsstau – und genau der führt zu Stockflecken.
Das Wichtigste in Kürze
- Stockflecken sind die Vorstufe von Schimmel – noch kein tief eingedrungenes Myzel, aber ein deutliches Warnsignal.
- Natron, Zitronensaft und Isopropanol (70 %) sind die wirksamsten Hausmittel – mit jeweils unterschiedlichem Einsatzbereich.
- Dampfreiniger sind tabu: Sie drücken Feuchtigkeit in den Kern und verschlimmern das Problem.
- Essig ist auf Matratzen nicht empfehlenswert: Das Umweltbundesamt rät bei porösen Materialien von Essig ab, da organische Rückstände als Nährboden für Pilze dienen können.
- Das Material entscheidet über die Methode: Säure zerstört Latex, UV-Licht macht Naturlatex brüchig.
- Faustregel zur Entsorgung: Befall größer als ein Handteller (ca. 10 × 10 cm), mehrere Herde, Tiefenbefall oder sofortige Wiederkehr nach Reinigung → Matratze entsorgen.
- Allergiker aufgepasst: Schimmelsporen können laut ECARF Atemwegsallergien und Asthma auslösen – auch bei kleinen Befallsflächen. Typische Symptome: morgendlicher Husten, verstopfte Nase, brennende Augen oder Hautausschlag.
- Prävention ist günstiger als Reinigung: Morgens Stoßlüften und ein waschbarer Matratzenschoner lösen 90 % der Ursachen.

Stockflecken oder Schimmel – wie erkenne ich den Unterschied?
Stockflecken sind flache, gelblich bis graubraune Verfärbungen ohne erhabene Struktur. Sie riechen muffig, aber du siehst keine Fäden oder pelzigen Beläge. Schimmel dagegen bildet sichtbares Myzel – feine weiße, grüne oder schwarze Fäden, die sich beim Reiben lösen. Wenn du einen pelzigen Belag siehst oder die Flecken nach der Reinigung innerhalb von zwei Wochen zurückkehren, handelt es sich um aktiven Schimmel.
Warum entstehen Stockflecken auf der Matratze?
Entscheidend ist ein einfaches Zusammenspiel aus Feuchtigkeit, Wärme und fehlender Belüftung. Dein Körper liefert alle drei Zutaten jede Nacht.
Pro Nacht gibt ein Erwachsener 0,5 bis 1,5 Liter Schweiß ab – dazu Hautschuppen, die als Nahrung für Pilze und Milben dienen. Solange diese Feuchtigkeit durch den Lattenrost nach unten entweichen kann, passiert wenig. Kritisch wird es, wenn der Fluchtweg blockiert ist.
Typische Ursachen:
- Matratze direkt auf dem Boden: Keine Luftzirkulation an der Unterseite. Die Feuchtigkeit staut sich exakt dort, wo du sie nicht siehst.
- Geschlossener Bettkasten: Praktisch für Stauraum, aber ein Feuchtigkeitstresor für die Matratze.
- Lattenrost mit durchgehenden Platten: Weniger als 60 % offene Fläche bedeutet: zu wenig Belüftung.
- Schlafzimmer ohne Heizung: Kalte Luft nimmt weniger Feuchtigkeit auf. Die Matratze wird zum Kondensationspunkt.
Gut zu wissen: Ab einer lokalen Luftfeuchtigkeit von 60–70 % im Material finden Schimmelpilze der Gattung Aspergillus (Gießkannenschimmel) ideale Wachstumsbedingungen. Die Kombination aus Schweiß, Hautschuppen und Wärme macht den Matratzenkern zu einem der schimmelanfälligsten Orte im Haushalt. (Quelle: Umweltbundesamt, Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden)
Stockflecken Matratze entfernen – Kurzanleitung in 5 Schritten
Bevor du zu einzelnen Hausmitteln greifst, hier der grundsätzliche Ablauf. Diese Reihenfolge gilt für jede Methode.
- Inspizieren: Bezug abnehmen, Flecken prüfen. Flach und verfärbt = Stockflecken. Pelzig und erhaben = Schimmel → bei Schimmel direkt zur Entsorgungsregel springen.
- Waschen: Bezug separat bei mindestens 60 °C mit Pulver-Vollwaschmittel waschen. Pulver enthält Bleichmittel, die Sporen abtöten – Flüssigwaschmittel oft nicht. Laut Stiftung Warentest reichen 60 °C aus, um Schimmelsporen abzutöten.
- Behandeln: Hausmittel auf den Matratzenkern auftragen – immer nur feucht tupfen, niemals nass durchweichen.
- Trocknen: Mindestens 6 Stunden bei guter Belüftung. Kaltluft-Föhn oder Ventilator beschleunigen. Kein Heißluft-Föhn (fixiert Flecken, schadet Schaumstoff).
- Kontrollieren: Nach 2 Wochen erneut prüfen. Fleck kommt zurück? Dann sitzt das Problem tiefer. Nächste Stufe oder Entsorgung prüfen.
Hausmittel 1: Natron oder Backpulver – Geruch und Feuchtigkeit binden
So gehst du vor
Trockenmethode (bei leichten Stockflecken): Natron großzügig auf die betroffene Stelle streuen – etwa 3–4 mm dick. Mindestens 5–6 Stunden einwirken lassen, besser über Nacht. Anschließend gründlich absaugen.
Feuchte Paste (bei sichtbaren Verfärbungen): 3 Teile Natron mit 2 Teilen Wasser mischen. Paste mit einem Löffel auf den Fleck auftragen, vollständig trocknen lassen, dann absaugen.
Warum es funktioniert
Natriumhydrogencarbonat neutralisiert Säuren – und damit die Geruchsquelle. Es bindet Feuchtigkeit und wirkt fungistatisch, also pilzhemmend. Natron tötet tiefsitzenden Schimmel nicht ab. Es verhindert weiteres Wachstum an der Oberfläche und beseitigt den muffigen Geruch.
Geeignet für
Kaltschaum, Komfortschaum, Federkern, Latex – alle Materialien vertragen Natron.
Nicht verwenden bei
Tiefem Schimmelbefall. Natron behandelt die Oberfläche, nicht den Kern.
Hausmittel 2: Zitronensaft und Salz – der Bleich-Klassiker
So gehst du vor
Zitronensaft und feines Speisesalz im Verhältnis 1:1 zu einer Paste mischen. Direkt auf den Stockfleck auftragen. Idealerweise die Matratze anschließend ans Fenster stellen – UV-Licht verstärkt den Bleicheffekt der Zitronensäure deutlich. Nach dem vollständigen Trocknen die Rückstände abbürsten und absaugen.
Warum es funktioniert
Die Zitronensäure wirkt bleichend auf die Verfärbung. Das Salz entzieht durch Osmose Feuchtigkeit aus dem Material und wirkt gleichzeitig leicht scheuernd. In Kombination mit Sonnenlicht ist das die effektivste Methode gegen sichtbare Stockflecken auf hellen Bezügen.
Geeignet für
Helle Matratzenbezüge, Kaltschaum, Komfortschaum, Federkern.
Nicht verwenden bei
Naturlatex: Die Säure greift die Struktur an. Außerdem macht UV-Licht Latex brüchig – Latexmatratzen niemals in die pralle Mittagssonne stellen. Auch bei dunklen Bezügen ist Vorsicht geboten: Zitronensäure kann den Stoff aufhellen.
Hausmittel 3: Isopropanol (70 %) – der Goldstandard gegen Schimmelsporen
So gehst du vor
Isopropanol mit mindestens 70 % Alkoholgehalt auf ein Baumwolltuch geben. Den Stockfleck von außen nach innen abtupfen. Nicht durchnässen – der Kern darf nicht feucht werden. Die Stelle bei guter Belüftung trocknen lassen; Isopropanol verdunstet rückstandsfrei.
Warum es funktioniert
Alkohol denaturiert die Eiweiße der Pilzzellen und tötet sie ab. Das Umweltbundesamt empfiehlt 70–80 % Ethylalkohol oder Isopropanol als Mittel der Wahl bei Schimmelsanierung im Innenraum – auch auf porösen Oberflächen. Ein häufiger Fehler: Viele greifen zu Wodka oder günstigem Schnaps. Der hat aber nur 37–40 % Alkoholgehalt – das reicht nicht aus. Du brauchst Isopropanol aus der Apotheke oder hochprozentigen Spiritus.
Geeignet für
Alle Matratzentypen. Isopropanol ist materialneutral und hinterlässt keine Rückstände.
Nicht verwenden bei
Offenen Flammen oder Funkenquellen im Raum. Isopropanol ist leicht entzündlich. Gut lüften während der Anwendung.
Hausmittel 4: Teebaumöl – die fungizide Alternative für Alkohol-Skeptiker
So gehst du vor
10–15 Tropfen reines Teebaumöl in 250 ml Wasser geben und gut schütteln. Die Mischung in eine Sprühflasche füllen und die betroffene Stelle dünn einsprühen. Nicht durchnässen – nur einen feinen Nebel auftragen. Anschließend bei geöffnetem Fenster trocknen lassen.
Warum es funktioniert
Teebaumöl enthält Terpinen-4-ol, das fungizid (pilztötend) und antibakteriell wirkt. Es dringt in die obere Materialschicht ein und bekämpft Pilzsporen, ohne aggressive Chemie zu hinterlassen. Der Nachteil: Teebaumöl hat einen intensiven, medizinischen Eigengeruch, der sich je nach Material mehrere Tage hält. Wer empfindlich auf Gerüche reagiert, bleibt besser bei Isopropanol.
Geeignet für
Kaltschaum, Komfortschaum, Federkern. Bei Latex vorher an einer verdeckten Stelle testen.
Nicht verwenden bei
Haustieren im Schlafzimmer – Teebaumöl ist für Katzen und Hunde giftig. Außerdem nicht bei Personen mit Kontaktallergie gegen Teebaumöl (vorher Hauttest am Unterarm machen).
Hausmittel 5: Gallseife oder Sauerstoffbleiche – für abnehmbare Bezüge und hartnäckige Flecken
So gehst du vor
Gallseife: Den Stockfleck mit einem feuchten Tuch anfeuchten. Gallseife direkt auf den Fleck auftragen und mit den Fingern oder einer weichen Bürste einarbeiten. 30–60 Minuten einwirken lassen, dann mit einem feuchten Tuch austupfen. Bei abnehmbaren Bezügen anschließend bei 60 °C mit Pulver-Vollwaschmittel waschen.
Sauerstoffbleiche (Fleckensalz): 1–2 Esslöffel Sauerstoffbleiche (z. B. Vanish Oxi Action oder Drogerie-Eigenmarke) in 500 ml warmem Wasser auflösen. Ein Tuch eintauchen, auswringen und den Fleck damit betupfen. 1–2 Stunden einwirken lassen, dann mit klarem Wasser nachtupfen. Bei abnehmbaren Bezügen das Fleckensalz direkt ins Waschfach geben.
Warum es funktioniert
Gallseife enthält Rindergalle, die als natürliches Tensid Fett- und Eiweißflecken löst – also genau die organischen Rückstände, von denen Schimmel lebt. Sauerstoffbleiche setzt beim Auflösen Aktivsauerstoff frei, der Verfärbungen oxidiert und Sporen abtötet, ohne das Gewebe so aggressiv anzugreifen wie Chlor. Beide Methoden hinterlassen keine Nährböden für neues Pilzwachstum.
Geeignet für
Gallseife: alle Matratzentypen (auf dem Kern sparsam anwenden). Sauerstoffbleiche: helle Bezüge und Kerne aus Kaltschaum oder Komfortschaum.
Nicht verwenden bei
Sauerstoffbleiche auf dunklen oder farbigen Bezügen – sie kann den Stoff aufhellen. Bei Latex: Gallseife ist unbedenklich, Sauerstoffbleiche vorher an einer verdeckten Stelle testen.
Realitäts-Check: Laut Stiftung Warentest (04/2022) schlagen einfache Hausmittel wie Natron und Gallseife bei Fleckenentfernung oft teure Spezialreiniger. Trotzdem gilt: Gegen tiefsitzenden Schimmel im Matratzenkern ist kein Hausmittel gewachsen. Hausmittel reinigen die Oberfläche – nicht das Innere eines 16 cm dicken Schaumstoffblocks.
Was nicht funktioniert – und warum
Dampfreiniger: Absolutes Tabu bei Matratzen. Der heiße Dampf drückt Feuchtigkeit tief in den Kern – genau dorthin, wo du sie nicht mehr herausbekommst. Das Ergebnis: Du beseitigst den sichtbaren Fleck an der Oberfläche und schaffst gleichzeitig das perfekte Klima für Schimmelwachstum im Inneren. Schlimmer geht es kaum.
Essig und Essigessenz auf Matratzen: Essig wird oft als Hausmittel gegen Schimmel empfohlen – auf Matratzen ist das aber kontraproduktiv. Das Umweltbundesamt rät bei porösen Materialien ausdrücklich von Essig ab: Die Säure wird durch das Material abgepuffert, und die organischen Rückstände des Essigs dienen Schimmelpilzen anschließend als Nährboden. Du bekämpfst den Pilz kurzfristig und fütterst ihn langfristig. Auf Keramik, Glas oder Fliesen funktioniert Essig – auf Matratzen, Polstern und Wänden nicht.
Buttermilch: Taucht in vielen Ratgebern als Geheimtipp auf. Das Problem: Milchprodukte enthalten Proteine und Fette. Selbst nach dem Waschen des Bezugs können Rückstände bleiben, die einen neuen Nährboden für Bakterien und Pilze schaffen. Auf einem Hygiene-Gegenstand, auf dem du jede Nacht mit nackter Haut liegst, ist das keine gute Idee.
Chlorreiniger (Domestos, DanKlorix): Bleicht Stockflecken – aber zu welchem Preis? Chlor ist zu aggressiv für einen Gegenstand, auf dem du mit nackter Haut schläfst. Außerdem bleicht es Textilien ungleichmäßig aus. Du tauschst braune Flecken gegen weiße Flecken und riskierst Hautreizungen.
Enzymreiniger – die unterschätzte Alternative: Enzymreiniger werden bei Stockflecken kaum empfohlen, sind aber besonders wirksam. Sie zersetzen die organischen Nährböden (Schweiß, Hautschuppen, Urin), von denen Schimmelpilze leben. Kein Nährboden, kein Wachstum. Besonders sinnvoll nach der Reinigung als Vorbeugung.
UV-C-Milbensauger: Diese Geräte werden oft als Alleskönner gegen Milben und Keime beworben. Die UV-C-Strahlung tötet tatsächlich Bakterien und Milben an der Oberfläche ab. Gegen die sichtbaren Verfärbungen von Stockflecken sind sie aber machtlos – und gegen Schimmelsporen im Kern erst recht. Ein UV-C-Sauger ist ein sinnvolles Zusatzgerät, aber kein Ersatz für die eigentliche Fleckenbehandlung.
Material-Guide: Welches Hausmittel verträgt deine Matratze?

Nicht jedes Mittel funktioniert auf jedem Material. Diese Tabelle zeigt dir auf einen Blick, was du verwenden darfst – und was Schaden anrichtet.
| Hausmittel | Kaltschaum / Komfortschaum | Naturlatex | Federkern |
|---|---|---|---|
| Natron (trocken/Paste) | ✅ Geeignet | ✅ Geeignet | ✅ Geeignet |
| Zitronensaft + Salz | ✅ Geeignet | ❌ Säure greift Latex an | ✅ Geeignet |
| Isopropanol (70 %) | ✅ Geeignet | ✅ Geeignet | ✅ Geeignet |
| Teebaumöl (verdünnt) | ✅ Geeignet | ⚠️ Vorher testen | ✅ Geeignet |
| Gallseife | ✅ Geeignet | ✅ Geeignet | ✅ Geeignet |
| Sauerstoffbleiche | ✅ Geeignet (helle Stoffe) | ⚠️ Vorher testen | ✅ Geeignet (helle Stoffe) |
| Essig / Essigessenz | ❌ Nährboden für Pilze | ❌ Zerstört die Struktur | ❌ Nährboden + Rostgefahr |
| Dampfreiniger | ❌ Drückt Feuchtigkeit ein | ❌ Drückt Feuchtigkeit ein | ❌ Drückt Feuchtigkeit ein + Rost |
| UV-Licht (Sonne) | ✅ Unterstützt Bleicheffekt | ❌ Macht Latex brüchig | ✅ Geeignet |
Merkregel für Latexmatratzen: Keine Säure, keine Sonne, kein Essig. Natron, Isopropanol und Gallseife sind deine sicheren Optionen.
Typische Fehler bei der Matratzenreinigung
Fehler 1: Die Matratze durchnässen
Der häufigste Fehler. Du mischst eine Reinigungslösung und kippst sie großzügig auf die Matratze. Das Problem: Kaltschaum ist offenporig und saugt Flüssigkeit wie ein Schwamm auf. Was du an der Oberfläche reinigst, drückst du gleichzeitig in den Kern. Dort trocknet es nicht – und nach zwei Wochen hast du Schimmel statt Stockflecken.
Richtig: Immer nur feucht tupfen. Das Tuch muss ausgewrungen sein, nicht tropfend.
Fehler 2: Sofort wieder beziehen
Die Matratze sieht sauber aus, also kommt das Laken drauf. Wenn die Oberfläche noch klamm ist, sperrst du die Restfeuchtigkeit unter dem Bezug ein. Das ist exakt die Bedingung, die Stockflecken entstehen lässt.
Richtig: Mindestens 6 Stunden offen trocknen lassen. Im Zweifel lieber eine Nacht auf dem Sofa schlafen.
Fehler 3: Heißluft-Föhn zum Trocknen
Heiße Luft fixiert proteinbasierte Flecken (Schweiß, Blut) im Gewebe – ähnlich wie ein Ei in der Pfanne fest wird. Außerdem schadet sie Schaumstoffen: Die Struktur wird spröde.
Richtig: Kaltluft-Stufe des Föhns, ein Ventilator oder schlicht Durchzug.
Fehler 4: Essig als Desinfektionsmittel verwenden
Viele Ratgeber empfehlen Essigessenz gegen Schimmel. Auf harten, nicht-porösen Oberflächen wie Fliesen kann das funktionieren. Auf einer Matratze ist es kontraproduktiv: Das Material puffert die Säure ab, und die organischen Rückstände des Essigs werden selbst zum Nährboden für Pilze. Das Umweltbundesamt empfiehlt stattdessen 70–80 % Alkohol (Isopropanol oder Ethanol).
Richtig: Isopropanol (70 %) verwenden – wirkt gegen Sporen und verdunstet rückstandsfrei.
Stockflecken vorbeugen – 5 konkrete Maßnahmen

Reinigung löst das Symptom. Prävention löst die Ursache. Wenn du verstehst, warum Stockflecken entstehen (Feuchtigkeit + fehlende Belüftung), sind die Gegenmaßnahmen logisch:
- Morgenroutine: Bettdecke komplett zurückschlagen, Fenster auf Stoßlüftung. Die Verbraucherzentrale empfiehlt 3–4 Mal täglich Stoßlüften, im Schlafzimmer besonders direkt nach dem Aufstehen. Die Matratze muss die Nachtfeuchtigkeit abgeben können, bevor du sie wieder zudeckst.
- Lattenrost prüfen: Mindestens 60 % der Fläche müssen offen sein. Durchgehende Platten oder ein Bettkasten ohne Belüftung sind der häufigste Grund für Stockflecken.
- Matratze wenden: Alle 3 Monate drehen (Kopf nach unten) und wenden (Ober- nach Unterseite). Verteilt die Feuchtigkeitsbelastung gleichmäßig.
- Matratzenschoner verwenden: Ein Moltonaufleger oder Encasing fängt den Großteil der Feuchtigkeit ab – und ist bei 60–95 °C waschbar. Die Matratze selbst ist es nicht.
- Raumklima kontrollieren: Schlafzimmertemperatur zwischen 16–18 °C, relative Luftfeuchtigkeit unter 60 %. Ein einfaches Hygrometer (ab 8 €) zeigt dir, ob du im kritischen Bereich bist.
Wann muss die Matratze entsorgt werden?
Hier wird es ernst. Nicht jede Matratze mit Stockflecken gehört auf den Sperrmüll – aber manche eben doch.
Entsorgen, wenn einer dieser Punkte zutrifft:
- Der Befall ist größer als ein Handteller (ca. 10 × 10 cm) oder es gibt mehrere voneinander getrennte Befallsherde. Bei Matratzen gilt eine strengere Schwelle als bei Wänden, weil eine Tiefenreinigung des porösen Kerns praktisch unmöglich ist.
- Der Schimmel ist in den Kern eingedrungen – erkennbar an Verfärbungen und Geruch, wenn du den Bezug abnimmst und den Kern inspizierst.
- Die Flecken kommen nach gründlicher Reinigung innerhalb von 2–3 Wochen zurück.
Das Umweltbundesamt empfiehlt bei Schimmel auf porösen Materialien wie Matratzen und Polstermöbeln grundsätzlich die Entsorgung, da eine Tiefenreinigung kaum möglich ist. Kaltschaum hat Millionen offener Poren. Was einmal drin ist, bekommst du mit keinem Hausmittel wieder heraus.
Das Gesundheitsrisiko durch eingeatmete Schimmelsporen – über Stunden, jede Nacht – ist laut ECARF und dem Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg ein ernstzunehmender Auslöser für Atemwegserkrankungen. Konkrete Symptome, die auf Schimmelbelastung im Schlafbereich hindeuten: morgendlicher Husten, verstopfte Nase, brennende Augen, Hautausschlag oder unerklärliche Müdigkeit trotz ausreichend Schlaf. Für Allergiker, Kinder und ältere Menschen gilt eine niedrigere Schwelle: Im Zweifel lieber entsorgen.
Experten-Wissen: Schimmelsporen sind zwischen 2 und 10 Mikrometer groß – klein genug, um tief in die Lunge einzudringen. Während du schläfst, atmest du 6–8 Stunden lang die Luft direkt über der Matratzenoberfläche ein. Bei aktivem Schimmelbefall ist die Sporenkonzentration in dieser Zone deutlich höher als im restlichen Raum. Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg stuft chronische Schimmelexposition im Schlafbereich als relevantes Gesundheitsrisiko ein.
FAQ: Häufige Fragen zu Stockflecken auf der Matratze
Sind Stockflecken auf der Matratze gesundheitsschädlich?
Ja. Stockflecken setzen Schimmelsporen frei, die laut ECARF Atemwegsallergien und Asthma auslösen können. Typische Anzeichen: morgendlicher Husten, verstopfte Nase, brennende Augen oder Hautausschlag. Besonders kritisch bei Kindern, Allergikern und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Was ist der Unterschied zwischen Stockflecken und Schimmel?
Stockflecken sind flache, gelblich-braune Verfärbungen ohne sichtbare Fäden – eine Vorstufe von Schimmel. Schimmel bildet ein pelziges Myzel, das tief ins Material eindringt und Fruchtkörper ausbildet.
Kann ich den Matratzenbezug in der Waschmaschine kochen?
Prüfe das Pflegeetikett – die meisten Bezüge vertragen maximal 60 °C. Das reicht aus, um Schimmelsporen abzutöten, solange du Pulver-Vollwaschmittel verwendest. Höhere Temperaturen können den Bezug einlaufen lassen oder das Gewebe beschädigen.
Zahlt die Hausratversicherung bei Schimmel an der Matratze?
In der Regel nein. Schimmelbefall durch Feuchtigkeit gilt als „allmähliche Einwirkung“ und ist kein versicherter plötzlicher Wasserschaden. Ausnahme: Eine Elementarversicherung kann zahlen, wenn die Ursache Hochwasser oder Rückstau war. Ein Rohrbruch fällt unter die reguläre Hausratversicherung.
Hilft Backpulver genauso gut wie Natron?
Ja, Backpulver hilft ähnlich gut wie Natron gegen Feuchtigkeit und Geruch. Für die Bleichwirkung ist Backpulver sogar leicht im Vorteil, da es bereits Säuerungsmittel enthält. Trotzdem: Reines Natron ist ergiebiger und günstiger – 1 kg kostet im Drogeriemarkt etwa 2–3 €.
Kann ich Stockflecken mit einem Dampfreiniger entfernen?
Nein. Der Dampf drückt Feuchtigkeit tief in den Kern und schafft ideale Bedingungen für Schimmelwachstum im Inneren der Matratze.
Wie oft sollte ich meine Matratze wenden?
Alle 3 Monate drehen (Kopf- und Fußende tauschen) und wenden (Ober- und Unterseite tauschen). Das verteilt die Feuchtigkeitsbelastung und verlängert die Lebensdauer.
Reicht Wodka zum Desinfizieren der Matratze?
Nein. Wodka hat nur 37–40 % Alkoholgehalt. Für eine wirksame Desinfektion brauchst du mindestens 70 %. Isopropanol aus der Apotheke oder hochprozentiger Spiritus sind geeignet.
Wie lange muss die Matratze nach der Reinigung trocknen?
Mindestens 6 Stunden bei guter Belüftung. Bei der Natron-Paste über Nacht einwirken und trocknen lassen. Erst wieder beziehen, wenn die Oberfläche vollständig trocken ist.
Hilft ein Matratzenschoner wirklich gegen Stockflecken?
Ja, ein Moltonaufleger oder Encasing fängt Schweiß und Hautschuppen ab, bevor sie in die Matratze eindringen. Der Schoner lässt sich bei 60–95 °C waschen – die Matratze selbst nicht. Das ist der wirksamste Schutz.
Meine Matratze liegt direkt auf dem Boden – was kann ich tun?
Die Matratze täglich hochstellen und die Unterseite belüften. Langfristig hilft nur ein Lattenrost oder zumindest eine Rollmatte mit Belüftungskanälen. Ohne Luftzirkulation an der Unterseite sind Stockflecken eine Frage der Zeit, nicht des Ob.
Riecht die Matratze nach der Behandlung mit Isopropanol?
Nein. Isopropanol verfliegt innerhalb weniger Minuten und hinterlässt keinen Geruch. Während der Anwendung gut lüften – der Alkoholdunst ist kurzfristig intensiv, aber nach 15–20 Minuten nicht mehr wahrnehmbar.
Kann ich Glasreiniger gegen Stockflecken benutzen?
Bedingt. Glasreiniger enthält oft Alkohol und Salmiakgeist, was reinigend wirkt. Er ist jedoch meist blau oder grün eingefärbt, was helle Matratzenbezüge verfärben kann. Außerdem ist die Alkoholkonzentration meist zu niedrig für eine echte Desinfektion. Greif lieber direkt zu Isopropanol.
Helfen Chlorreiniger gegen Stockflecken?
Ja, sie bleichen extrem stark – aber sie sind gesundheitsschädlich und zerstören oft das Gewebe des Matratzenbezugs. Auf einem Gegenstand, auf dem du mit nackter Haut schläfst, sind Chlorrückstände nicht akzeptabel. Nicht empfehlenswert.
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