Rotweinflecken auf Holz entfernen: In 6 Schritten rettest du Parkett, Tisch und Arbeitsplatte
➤ Der Rettungsplan für versiegeltes, geöltes und unbehandeltes Holz – mit Rasierschaum-Trick
Ein Glas kippt um, der Rotwein breitet sich aus – und du starrst entsetzt auf deinen Holztisch. Keine Panik! Rotweinflecken auf Holz entfernen ist einfacher, als du denkst. Holz verzeiht mehr, als viele glauben. Mit den richtigen Methoden und etwas Geduld holst du selbst eingetrocknete Flecken aus Parkett, Esstisch oder Arbeitsplatte heraus.
In diesem Ratgeber erfährst du Schritt für Schritt, wie du vorgehst – abgestimmt auf deine Holzart. Du lernst, welche Hausmittel wirklich helfen und welche Fehler du unbedingt vermeiden musst.
Das Wichtigste in Kürze
- Zeitfaktor entscheidend: Je schneller du handelst, desto besser. Nach 10–15 Minuten ziehen Gerbstoffe tief in die Holzfaser ein.
- Oberflächentyp bestimmt die Methode: Versiegeltes Holz (Lack) reagiert anders als geöltes oder unbehandeltes Holz.
- Mineralwasser-Trick bei frischen Flecken: Die Kohlensäure sprudelt Farbpigmente aktiv aus den Holzporen heraus.
- Rasierschaum als Geheimtipp: Er löst Farbpigmente sanft und schont die Holzoberfläche – besonders effektiv bei geöltem Holz.
- Sonderfall Eiche: Rotwein hinterlässt auf Eichenholz oft schwarze Flecken (Eisen-Gerbstoff-Reaktion). Hier hilft nur Oxalsäure.
- Nachpflege nicht vergessen: Nach der Fleckentfernung bei geöltem Holz immer nachölen, sonst entstehen matte Stellen.
Wie bekomme ich Rotweinflecken aus Holz?
Tupfe den Fleck sofort mit Küchenpapier ab, ohne zu reiben. Bei frischen Flecken hilft Mineralwasser mit Kohlensäure – die Bläschen sprudeln die Farbpigmente aus den Poren. Bei versiegeltem Holz reicht oft Spülmittel und Wasser. Bei geöltem oder unbehandeltem Holz hilft eine Paste aus Backpulver und wenig Wasser, die du 30–60 Minuten einwirken lässt. Anschließend die Stelle mit passendem Holzöl nachbehandeln.
Warum Rotwein Holz so hartnäckig verfärbt
Rotwein enthält Anthocyane – natürliche Farbstoffe, die für die intensive Farbe verantwortlich sind. Dazu kommen Tannine (Gerbstoffe), die sich regelrecht mit organischen Materialien verbinden. Holz besteht aus Zellulose und Lignin. Beide Stoffe reagieren mit den Tanninen und bilden stabile Verbindungen.
Das Problem: Holz ist porös. Besonders unbehandeltes und geöltes Holz saugt Flüssigkeiten wie ein Schwamm auf. Innerhalb weniger Minuten dringen die Farbpigmente in die Holzfaser ein. Je länger der Rotwein einwirkt, desto tiefer sitzt der Fleck.
Bei versiegeltem Holz hast du mehr Zeit. Die Lackschicht bildet eine Barriere. Der Rotwein bleibt zunächst auf der Oberfläche und lässt sich leichter entfernen. Trotzdem gilt: Schnelles Handeln verhindert dauerhafte Verfärbungen.
Sofortmaßnahmen: Die ersten 5 Minuten entscheiden

Bevor du zu Reinigungsmitteln greifst, zählt jede Sekunde. So gehst du vor:
Tupfen statt reiben. Nimm Küchenpapier oder ein sauberes Tuch und tupfe den Rotwein vorsichtig auf. Reiben verteilt den Fleck und drückt ihn tiefer ins Holz.
Flüssigkeit binden. Streue bei größeren Mengen etwas Backpulver oder Speisestärke auf den Fleck. Das Pulver saugt den Rotwein auf. Nach 2–3 Minuten vorsichtig absaugen oder wegwischen.
Mineralwasser mit Kohlensäure – der Soforthilfe-Trick. Gieße etwas stark kohlensäurehaltiges Mineralwasser auf den frischen Fleck. Die aufsteigenden Bläschen sprudeln die Farbpigmente aktiv aus den Holzporen heraus, bevor sie sich festsetzen. Dieser physikalische Effekt ist deutlich wirksamer als stilles Wasser. Danach sofort abtupfen.
Bei geöltem oder unbehandeltem Holz: So wenig Flüssigkeit wie möglich verwenden! Zu viel Feuchtigkeit lässt das Holz aufquellen. Hier nur kurz mit Mineralwasser befeuchten und sofort trockentupfen.
⚠ Achtung: Verwende niemals heißes Wasser oder einen Föhn, um den Fleck zu trocknen. Hitze fixiert die Tannine im Holz und macht den Fleck dauerhaft.
Rotweinflecken auf Holz entfernen: Die 6-Schritte-Anleitung
Diese Anleitung funktioniert für alle Holzarten. Bei den einzelnen Schritten findest du Hinweise, was du bei deiner spezifischen Oberfläche beachten musst.
10 – 60 Minuten
Schritt 1: Fleck analysieren und Oberfläche bestimmen
Bevor du loslegst, prüfe zwei Dinge:
Ist der Fleck frisch oder eingetrocknet? Frische Flecken lassen sich deutlich einfacher entfernen. Bei eingetrockneten Flecken brauchst du mehr Zeit und stärkere Mittel.
Welche Oberfläche hat dein Holz? Tropfe an einer unauffälligen Stelle etwas Wasser auf das Holz. Perlt es ab, ist die Oberfläche versiegelt (lackiert). Zieht es langsam ein, handelt es sich um geöltes Holz. Zieht es sofort ein und dunkelt nach, ist das Holz unbehandelt.
Schritt 2: Groben Schmutz entfernen
Tupfe verbliebene Flüssigkeit mit Küchenpapier auf. Arbeite von außen nach innen, damit der Fleck nicht größer wird. Bei eingetrockneten Flecken: Befeuchte den Fleck leicht mit kaltem Wasser, um die Farbpigmente wieder zu lösen.
Schritt 3: Reinigungsmittel auftragen
Hier unterscheidet sich das Vorgehen je nach Holzart:
Bei versiegeltem Holz (Lack): Mische einen Tropfen Spülmittel mit lauwarmem Wasser. Tauche ein weiches Tuch ein, wringe es gut aus und wische den Fleck ab. Bei hartnäckigen Rückständen hilft ein Spritzer Glasreiniger – vorher an versteckter Stelle testen.
Bei geöltem Holz: Trage Rasierschaum (klassischer weißer Schaum, kein Gel) dünn auf den Fleck auf. Der Schaum löst die Farbpigmente sanft, ohne das Öl anzugreifen. Alternativ: Eine Paste aus 2 EL Backpulver und 1 TL Wasser anrühren und auftragen.
Bei unbehandeltem Holz: Betupfe den Fleck vorsichtig mit Zitronensaft oder weißem Essig. Die Säure neutralisiert die Tannine. Danach eine Backpulver-Paste auftragen.
Schritt 4: Einwirken lassen
Gib dem Reinigungsmittel Zeit zu arbeiten:
Spülmittel-Lösung: 5–10 Minuten
Rasierschaum: 15–30 Minuten
Backpulver-Paste: 30–60 Minuten
Bei hartnäckigen oder eingetrockneten Flecken verlängere die Einwirkzeit. Prüfe zwischendurch, ob sich der Fleck löst.
Schritt 5: Rückstände entfernen und neutralisieren
Wische das Reinigungsmittel mit einem leicht feuchten Tuch ab. Arbeite immer in Faserrichtung des Holzes. Trockne die Stelle anschließend sofort mit einem trockenen Tuch nach.
Bei säurehaltigen Mitteln (Zitrone, Essig): Wische mit klarem Wasser nach, um Säurereste zu entfernen. Säure kann bei längerem Kontakt das Holz aufhellen.
Schritt 6: Nachpflege – der wichtigste Schritt
Diesen Schritt überspringen viele – ein Fehler! Bei der Fleckentfernung trägst du oft auch die Schutzschicht ab.
Bei versiegeltem Holz: Meist reicht ein trockenes Nachwischen. Prüfe, ob die Lackschicht intakt ist. Bei Beschädigung: punktuell mit passendem Klarlack nachbessern.
Bei geöltem Holz: Trage Holzöl (z.B. Hartöl, Leinölfirnis) dünn auf die behandelte Stelle auf. Lass es 15–20 Minuten einziehen und poliere Überschüsse mit einem fusselfreien Tuch ab.
Bei unbehandeltem Holz: Schleife die Stelle bei Bedarf leicht mit feinem Schleifpapier (Körnung 240) an. Anschließend ölen oder wachsen, um das Holz zu schützen.
Vorgehen nach Holzart: Der Überblick
Versiegeltes Holz (lackiertes Parkett, beschichtete Möbel)
Versiegeltes Holz ist der einfachste Fall. Die Lackschicht verhindert, dass Rotwein eindringt. Du brauchst:
- Spülmittel und lauwarmes Wasser
- Weiches Tuch
- Optional: Glasreiniger für hartnäckige Flecken
Vermeide Scheuermittel und grobe Schwämme. Sie zerkratzen den Lack und machen ihn anfällig für künftige Flecken.
Geöltes Holz (geöltes Parkett, Massivholzmöbel)
Geöltes Holz braucht besondere Aufmerksamkeit. Das Öl schützt zwar vor dem Eindringen, aber nicht so stark wie Lack. Du brauchst:
- Rasierschaum oder Backpulver-Paste
- Sehr feine Stahlwolle (0000) für hartnäckige Fälle
- Holzöl für die Nachpflege
Wichtig: Arbeite bei Stahlwolle immer in Faserrichtung und mit wenig Druck. Nach der Behandlung die gesamte Fläche (nicht nur den Fleck) dünn nachölen, damit keine sichtbaren Übergänge entstehen.
Unbehandeltes Holz (Rohholz, naturbelassene Tische)
Unbehandeltes Holz ist am empfindlichsten. Der Rotwein zieht sofort ein. Du brauchst:
- Zitronensaft oder weißen Essig
- Backpulver-Paste
- Schleifpapier (Körnung 180–240)
- Holzöl oder Wachs für den Schutz
Bei tiefen Verfärbungen bleibt oft nur Abschleifen. Schleife die betroffene Stelle vorsichtig an, bis die Verfärbung verschwindet. Danach unbedingt versiegeln oder ölen – sonst wiederholt sich das Problem beim nächsten Malheur.
Hausmittel im Check: Was hilft wirklich bei Holz?

Rasierschaum – der Geheimtipp
Rasierschaum ist der unterschätzte Held bei Rotweinflecken auf Holz. Der feinporige Schaum dringt in die Oberfläche ein und löst Farbpigmente, ohne das Material anzugreifen. Besonders effektiv bei geöltem Holz.
So geht’s: Klassischen weißen Rasierschaum auftragen, 15–30 Minuten einwirken lassen, mit feuchtem Tuch abwischen.
Mineralwasser mit Kohlensäure – der Soforthilfe-Trick
Stark kohlensäurehaltiges Mineralwasser ist bei frischen Flecken Gold wert. Die aufsteigenden Bläschen erzeugen einen physikalischen Effekt: Sie sprudeln die Farbpigmente aktiv aus den Holzporen heraus, bevor diese sich festsetzen.
So geht’s: Mineralwasser direkt auf den frischen Fleck gießen. 1–2 Minuten sprudeln lassen, dann sofort mit Küchenpapier abtupfen. Bei Bedarf wiederholen.
Wichtig: Nur bei frischen Flecken wirksam. Bei eingetrockneten Flecken bringt Kohlensäure wenig.
Backpulver und Natron
Backpulver (oder Natron) bindet Feuchtigkeit und hat eine leicht bleichende Wirkung. Die Paste zieht den Rotwein aus dem Holz.
So geht’s: 2 EL Backpulver mit 1 TL Wasser zur Paste verrühren. Auf den Fleck auftragen, 30–60 Minuten einwirken lassen, abwischen.
Achtung: Bei dunklem Holz kann Backpulver helle Stellen hinterlassen. Vorher testen!
Salz – Mythos oder Wundermittel?
Salz funktioniert bei Teppichen hervorragend, weil es Flüssigkeit bindet. Bei Holz ist Vorsicht geboten. Salz entzieht dem Holz Feuchtigkeit und kann die Fasern austrocknen. Bei unbehandeltem Holz fixiert Salz den Fleck manchmal sogar, statt ihn zu lösen.
Fazit: Für die erste Soforthilfe okay, aber nicht länger als 2–3 Minuten einwirken lassen. Danach gründlich entfernen.
Zitronensaft und Essig
Säuren neutralisieren die Tannine im Rotwein. Bei unbehandeltem Holz eine gute Option.
So geht’s: Zitronensaft oder weißen Essig auf ein Tuch geben, den Fleck betupfen. Nicht einwirken lassen – sofort mit klarem Wasser nachwischen!
Achtung: Säure kann Holz aufhellen. Nur punktuell anwenden und schnell neutralisieren.
Wasserstoffperoxid – das letzte Mittel
Bei eingetrockneten Flecken, die sich anders nicht lösen lassen, hilft 3%iges Wasserstoffperoxid. Es bleicht den Fleck heraus.
So geht’s: Mit Wattestäbchen punktuell auftragen. 10–15 Minuten einwirken lassen. Mit feuchtem Tuch abwischen. Bei Bedarf wiederholen.
Wichtig: Wasserstoffperoxid hellt das Holz auf. Danach die Stelle anschleifen und neu ölen oder beizen, um die Farbe anzugleichen.
Kloßweiß (Kaliumdisulfit) – der Profi-Tipp für helles Holz
Kloßweiß ist ein traditionelles deutsches Hausmittel, das in der Küche Kartoffeln vor dem Braunwerden schützt. Auf Holz wirkt es als sanftes Bleichmittel – schonender als Wasserstoffperoxid, aber effektiver als Zitronensaft.
So geht’s: 1 TL Kloßweiß (Kaliumdisulfit, im Supermarkt erhältlich) in 100 ml warmem Wasser auflösen. Die Lösung mit einem Tuch auf den Fleck auftragen. 15–30 Minuten einwirken lassen. Mit klarem Wasser nachwischen und trocknen.
Ideal für: Helle Hölzer wie Ahorn, Birke oder Esche, bei denen Wasserstoffperoxid zu starke Aufhellungen hinterlässt. Vorher an versteckter Stelle testen!
Diese Fehler ruinieren dein Holz
⚠ Niemals so vorgehen:
Zu viel Wasser verwenden. Holz quillt bei Feuchtigkeit auf. Bei unbehandeltem oder geöltem Holz entstehen bleibende Schäden wie Aufwölbungen oder Risse.
Aggressive Reiniger einsetzen. Chlorhaltige Mittel, Scheuermilch oder Allzweckreiniger mit Lösungsmitteln greifen die Holzoberfläche an. Bei lackiertem Holz löst sich der Lack, bei geöltem Holz wird die Schutzschicht zerstört.
Den Fleck mit Hitze trocknen. Föhn, Heizlüfter oder Bügeleisen fixieren die Tannine dauerhaft im Holz. Der Fleck lässt sich danach kaum noch entfernen.
Reiben statt tupfen. Reiben verteilt den Fleck und drückt ihn tiefer in die Poren. Immer nur tupfen!
Die Nachpflege vergessen. Ohne Nachbehandlung bleibt das Holz ungeschützt. Neue Flecken dringen noch leichter ein. Bei geöltem Holz entstehen außerdem sichtbare matte Stellen.
Sonderfall Eiche: Wenn Rotweinflecken schwarz werden

Du hast einen Rotweinfleck auf Eichenholz – und statt rot ist er schwarz? Das ist kein normaler Rotweinfleck, sondern eine chemische Reaktion.
Warum passiert das?
Eichenholz enthält besonders viele natürliche Gerbstoffe (Tannine). Wenn Rotwein mit seinem hohen Eisengehalt auf Eiche trifft, reagiert das Eisen mit den Holz-Tanninen. Das Ergebnis: eine tiefschwarze Verfärbung, die sogenannte Eisen-Gerbstoff-Reaktion.
Diese schwarzen Flecken lassen sich mit normalen Hausmitteln nicht entfernen. Backpulver, Rasierschaum oder Zitronensaft sind hier wirkungslos.
Die Lösung: Oxalsäure
Oxalsäure (auch Kleesäure genannt) ist das einzige Mittel, das diese chemische Verbindung löst. Du bekommst Oxalsäure als Pulver in der Drogerie oder im Baumarkt – oft als „Holzentgrauer“ oder „Fleckentferner für Holz“.
So gehst du vor:
- Lösung anmischen: 10–15 g Oxalsäure-Pulver in 100 ml warmem Wasser auflösen.
- Auftragen: Die Lösung mit einem Pinsel oder Tuch auf den schwarzen Fleck auftragen.
- Einwirken lassen: 15–30 Minuten warten. Der Fleck hellt sich sichtbar auf.
- Neutralisieren: Mit einer Lösung aus 1 EL Natron auf 500 ml Wasser die Säure neutralisieren.
- Nachwischen: Mit klarem Wasser abwischen und trocknen lassen.
- Nachbehandeln: Die Stelle anschleifen und mit Öl, Wachs oder Lack nachbehandeln.
⚠ Sicherheitshinweis: Oxalsäure ist ätzend. Trage Handschuhe und arbeite in einem gut belüfteten Raum. Meide Hautkontakt und halte die Lösung von Kindern und Haustieren fern.
Gut zu wissen: Diese Reaktion tritt auch bei anderen tanninreichen Hölzern auf, etwa bei Kastanie oder Nussbaum. Auch metallische Gegenstände (Nägel, Schrauben) können auf Eiche schwarze Flecken hinterlassen – die gleiche Behandlung hilft.
Eingetrocknete Rotweinflecken: So rettest du alte Flecken

Du hast den Fleck erst Tage später entdeckt? Keine Sorge – auch eingetrocknete Rotweinflecken lassen sich oft noch entfernen. Es braucht nur mehr Zeit und Geduld.
Schritt 1: Fleck wiederbefeuchten. Lege ein feuchtes Tuch auf den Fleck und lass es 10–15 Minuten liegen. So löst sich der getrocknete Rotwein wieder.
Schritt 2: Stärkere Mittel einsetzen. Backpulver-Paste oder Rasierschaum länger einwirken lassen (bis zu 2 Stunden). Bei sehr hartnäckigen Flecken Wasserstoffperoxid punktuell anwenden.
Schritt 3: Bei Bedarf anschleifen. Lässt sich der Fleck nicht vollständig lösen, hilft nur Abschleifen. Verwende feines Schleifpapier (Körnung 180–240) und arbeite vorsichtig, bis die Verfärbung verschwunden ist.
Schritt 4: Nachbehandeln. Nach dem Schleifen die Stelle mit Holzöl, Wachs oder Lack versiegeln.
Mehr Tipps zu hartnäckigen Verfärbungen findest du in unserem Ratgeber Alte Rotweinflecken entfernen.
Vorbeugung: So schützt du dein Holz

Damit du dir die Arbeit in Zukunft sparst:
Regelmäßig pflegen. Geöltes Holz alle 6–12 Monate nachölen. Eine intakte Schutzschicht verhindert, dass Flüssigkeiten eindringen.
Untersetzer verwenden. Klingt simpel, ist aber der beste Schutz. Besonders bei Rotwein-Liebhabern ein Muss.
Schnell reagieren. Je schneller du handelst, desto weniger Aufwand hast du. Halte Küchenpapier griffbereit.
Oberfläche versiegeln. Unbehandeltes Holz ist schön, aber empfindlich. Eine Versiegelung mit Öl oder Wachs schützt und lässt sich bei Bedarf auffrischen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Hilft Mineralwasser mit Kohlensäure bei Rotweinflecken auf Holz?
Ja, bei frischen Flecken ist Mineralwasser sehr effektiv. Die aufsteigenden Bläschen sprudeln die Farbpigmente aktiv aus den Holzporen heraus. Der Trick funktioniert nur in den ersten Minuten nach dem Malheur.
Hilft Rasierschaum wirklich gegen Rotweinflecken auf Holz?
Ja, Rasierschaum ist besonders bei geöltem Holz sehr effektiv. Der feinporige Schaum dringt in die Oberfläche ein und löst die Farbpigmente sanft, ohne das Holz anzugreifen.
Was ist Kloßweiß und wie hilft es bei Rotweinflecken?
Kloßweiß (Kaliumdisulfit) ist ein mildes Bleichmittel aus dem Supermarkt. In Wasser aufgelöst entfernt es Rotweinflecken von hellem Holz schonender als Wasserstoffperoxid. Ideal für Ahorn, Birke oder Esche.
Warum wird mein Rotweinfleck auf Eiche schwarz statt rot?
Das ist eine chemische Reaktion zwischen dem Eisen im Rotwein und den Gerbstoffen im Eichenholz. Diese schwarzen Flecken lassen sich nur mit Oxalsäure entfernen – normale Hausmittel sind wirkungslos.
Kann ich Rotweinflecken auf Parkett mit Glasreiniger entfernen?
Bei versiegeltem Parkett funktioniert Glasreiniger gut. Teste ihn vorher an einer unauffälligen Stelle. Bei geöltem oder unbehandeltem Parkett greift Glasreiniger die Schutzschicht an – hier besser Rasierschaum verwenden.
Wie bekomme ich eingetrocknete Rotweinflecken aus einem Holztisch?
Befeuchte den Fleck zunächst mit einem nassen Tuch. Trage dann eine Backpulver-Paste auf und lass sie bis zu 2 Stunden einwirken. Bei hartnäckigen Flecken hilft punktuell aufgetragenes Wasserstoffperoxid.
Hilft Salz bei Rotweinflecken auf Holz?
Nur bedingt. Salz bindet zwar Flüssigkeit, kann aber das Holz austrocknen und den Fleck fixieren. Verwende es maximal 2–3 Minuten zur Soforthilfe und entferne es dann gründlich.
Warum muss ich nach der Fleckentfernung nachölen?
Bei geöltem oder unbehandeltem Holz trägst du mit der Reinigung auch die Schutzschicht ab. Ohne Nachpflege entstehen matte Stellen, und das Holz ist anfälliger für neue Flecken.
Kann ich Bleiche für Rotweinflecken auf Holz verwenden?
Chlorbleiche beschädigt Holz dauerhaft. Verwende stattdessen 3%iges Wasserstoffperoxid oder Kloßweiß für punktuelle Anwendungen. Beide bleichen den Fleck, ohne die Holzstruktur zu zerstören.
Wie entferne ich Rotweinflecken aus unbehandeltem Holz?
Tupfe den Fleck mit Zitronensaft oder Essig ab, dann eine Backpulver-Paste auftragen. Bei tiefen Verfärbungen bleibt nur Abschleifen. Anschließend die Stelle unbedingt mit Öl oder Wachs schützen.
Darf ich Rotweinflecken auf Holz mit heißem Wasser behandeln?
Nein! Hitze fixiert die Tannine im Holz dauerhaft. Verwende immer kaltes oder lauwarmes Wasser.
Wie lange muss Backpulver auf dem Rotweinfleck einwirken?
Bei frischen Flecken reichen 30–60 Minuten. Bei eingetrockneten Flecken die Paste bis zu 2 Stunden einwirken lassen. Zwischendurch prüfen, ob sich der Fleck löst.
Funktionieren die Methoden auch bei Weißwein- oder Saftflecken?
Ja, die Methoden eignen sich für die meisten Flüssigkeitsflecken. Weißwein ist weniger hartnäckig als Rotwein. Bei Saftflecken (besonders Trauben- oder Beerensaft) gilt dasselbe Vorgehen.
Quellen zum Thema Rotweinflecken auf Holz entfernen:
- dm-drogerie markt: Tipps und Hausmittel gegen Rotweinflecken
- Massmöbel: Rotweinflecken auf Holz entfernen – Tipps vom Holzprofi
- Wohnpalast Magazin: Ratgeber für Rotweinflecken auf dem Holztisch
Fazit
Rotweinflecken auf Holz sind ärgerlich, aber kein Grund zur Panik. Mit schnellem Handeln und den richtigen Methoden bekommst du die meisten Flecken spurlos entfernt. Entscheidend ist die Holzart: Versiegeltes Holz verzeiht kleine Malheure leicht, geöltes und unbehandeltes Holz braucht mehr Aufmerksamkeit.
Merke dir: Tupfen statt reiben, keine Hitze, wenig Wasser – und immer an die Nachpflege denken. So bleibt dein Holz auch nach dem nächsten Weinabend makellos.
Du suchst einen umfassenden Überblick über alle Methoden? Unser Rotweinflecken entfernen Ratgeber zeigt dir, wie du Rotwein aus jedem Material bekommst – von Kleidung über Teppich bis zur Wand.

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