Rotweinflecken aus Kleidung entfernen: Der Rettungsplan für jedes Material in 5 Schritten
➤ Von Seide bis Jeans – so rettest Du Deine Lieblingsstücke ohne Rückstände
Das Weinglas kippt, der Rotwein ergießt sich über Dein weißes Hemd. Ein klassischer Albtraum auf jeder Feier. Doch keine Panik: Mit der richtigen Technik und den passenden Mitteln bekommst Du den Fleck wieder raus. Entscheidend ist schnelles Handeln und die richtige Behandlung für Deinen Stoff. Dieser Guide zeigt Dir Schritt für Schritt, wie Du Rotweinflecken aus Kleidung entfernst – egal ob Baumwolle, Wolle oder empfindliche Seide.
Dieser Guide konzentriert sich auf Kleidung und Textilien. Du suchst eine Lösung für Teppich, Sofa oder Holz? Dann findest Du im großen Ratgeber Rotweinflecken entfernen alle Oberflächen im Überblick.
Das Wichtigste in Kürze
- Sofort handeln: Die ersten 60 Sekunden entscheiden über den Erfolg. Tupfe den Fleck ab, reibe niemals.
- Kaltes Wasser nutzen: Heißes Wasser fixiert die Farbpigmente dauerhaft in der Faser.
- Material beachten: Jeder Stoff braucht eine andere Behandlung. Säure schadet Wolle, Gallseife hilft bei Baumwolle.
- Hausmittel gezielt einsetzen: Salz funktioniert nur auf Teppichen. Auf Kleidung richtet es oft mehr Schaden an.
- Vor dem Trockner prüfen: Hitze fixiert Restflecken dauerhaft. Kontrolliere das Kleidungsstück nach der Wäsche.
- Eingetrocknete Flecken: Auch alte Flecken lassen sich oft noch retten. Der Schlüssel liegt im Wiederbefeuchten.
Wie entfernst Du Rotweinflecken aus Kleidung?
Tupfe den frischen Fleck sofort mit einem sauberen Tuch ab und befeuchte ihn mit kaltem Wasser. Behandle das Kleidungsstück je nach Material mit Gallseife, Backpulver oder einem Fleckentferner vor und wasche es anschließend bei der höchstmöglichen Temperatur laut Pflegeetikett.
Erste Hilfe am Esstisch – Die ersten 60 Sekunden entscheiden
Der Rotwein ist verschüttet. Jetzt zählt jede Sekunde. Je länger der Fleck einwirkt, desto tiefer dringen die Farbpigmente in die Fasern ein.
1. Schritt: Tupfen, niemals reiben.
Nimm eine saubere Serviette oder ein Tuch und tupfe den Fleck vorsichtig von außen nach innen ab. Beim Reiben passiert etwas Fatales: Du massierst die Pigmente durch die sogenannte Kapillarwirkung tief in die Faserstruktur. Der Fleck vergrößert sich und sitzt anschließend deutlich hartnäckiger im Gewebe.
2. Schritt: Mit kaltem Wasser befeuchten.
Gib kaltes Wasser oder Mineralwasser auf den Fleck. Die Kohlensäure im Mineralwasser hilft dabei, die Farbpigmente aus dem Stoff zu lösen. Tupfe erneut ab.
3. Schritt: Flüssigkeit binden.
Optional kannst Du bei robusten Stoffen wie Baumwolle oder Jeans etwas Backpulver aufstreuen. Es bindet die Feuchtigkeit und einen Teil der Farbstoffe. Lass es 20 bis 30 Minuten einwirken und bürste es dann vorsichtig ab.
Wichtig:
Verwende auf Kleidung kein Salz. Anders als bei Teppichen, wo Salz Flüssigkeit bindet, kann es auf Textilien die Fasern angreifen und den Fleck sogar fixieren.
Warum Rotwein so hartnäckig färbt – die Chemie dahinter
Rotwein gehört zu den hartnäckigsten Fleckenverursachern überhaupt. Das liegt an seiner chemischen Zusammensetzung.
Anthocyane – die Farbpigmente. Diese natürlichen Pflanzenfarbstoffe geben dem Rotwein seine intensive Farbe. Sie stammen aus der Traubenschale und sind wasserlöslich. Deshalb hilft schnelles Ausspülen bei frischen Flecken so gut. Trocknet der Fleck jedoch ein, verbinden sich die Anthocyane fest mit den Textilfasern.
Tannine – die Gerbstoffe. Tannine sind für den herben Geschmack des Weins verantwortlich. Sie besitzen eine unangenehme Eigenschaft: Bei Kontakt mit Hitze oder Sauerstoff verbinden sie sich dauerhaft mit Proteinfasern wie Wolle oder Seide. Deshalb darfst Du Rotweinflecken niemals mit heißem Wasser behandeln oder bügeln.
Der pH-Wert spielt eine Rolle. Rotwein ist leicht sauer mit einem pH-Wert zwischen 3,5 und 4. Alkalische Mittel wie Backpulver oder Natron neutralisieren diese Säure und helfen, die Farbpigmente zu lösen. Bei empfindlichen Stoffen wie Wolle kann eine zu starke Lauge allerdings die Fasern schädigen.
Merke: Hitze ist der größte Feind bei Rotweinflecken. Sie fixiert die Tannine und macht den Fleck dauerhaft. Verwende immer kaltes Wasser und verzichte auf den Trockner, bis der Fleck vollständig verschwunden ist.
Hausmittel im Überblick – Was wirkt bei welchem Stoff?
Nicht jedes Hausmittel passt zu jedem Material. Die folgende Tabelle zeigt Dir auf einen Blick, welche Mittel Du bedenkenlos verwenden kannst.
| Hausmittel | Baumwolle/ Leinen | Jeans | Wolle/Kaschmir | Seide | Synthetik |
|---|---|---|---|---|---|
| Gallseife | ✓ | ✓ | ✓ | ⚠️ | ✓ |
| Backpulver/Natron | ✓ | ✓ | ✗ | ✗ | ✓ |
| Weißwein | ✓ | ✓ | ✓ | ⚠️ | ✓ |
| Rasierschaum | ✓ | ✓ | ✓ | ⚠️ | ✓ |
| Klarer Alkohol | ✓ | ✓ | ⚠️ | ⚠️ | ✓ |
| Zitronensaft | ✓ | ⚠️ | ✗ | ✗ | ⚠️ |
| Glasreiniger | ⚠️ | ⚠️ | ✗ | ✗ | ⚠️ |
| Salz | ✗ | ✗ | ✗ | ✗ | ✗ |
| Milch | ⚠️ | ⚠️ | ⚠️ | ✗ | ⚠️ |
Legende: ✓ = geeignet | ⚠️ = mit Vorsicht / Farbechtheitsprobe | ✗ = nicht geeignet
Die wichtigsten Hausmittel im Detail
Gallseife ist der Allrounder unter den Fleckenmitteln. Die enthaltenen Tenside lösen Fett und Farbstoffe gleichermaßen. Sie wirkt schonend und eignet sich für fast alle Stoffe. Reibe die Seife sanft in den angefeuchteten Fleck und lass sie 30 Minuten einwirken.
Backpulver und Natron reagieren alkalisch und neutralisieren die Weinsäure. Mische das Pulver mit etwas Wasser zu einer Paste und trage sie auf den Fleck auf. Nach 30 Minuten ausbürsten und waschen. Nicht für Wolle oder Seide geeignet.
Wichtig – Weiß vs. Bunt: Backpulver und Natron wirken leicht bleichend. Bei weißer Kleidung ist das ein Vorteil. Bei bunten Stoffen riskierst Du helle Flecken an der behandelten Stelle. Nutze hier lieber Gallseife oder einen Farbfleckentferner.
Weißwein klingt paradox, funktioniert aber tatsächlich. Die Säure des Weißweins löst die Anthocyane des Rotweins teilweise an. Allerdings nur bei frischen Flecken und als Sofortmaßnahme. Anschließend normal weiterbhandeln.
Zitronensaft wirkt bleichend durch seine Zitronensäure. Er eignet sich nur für weiße oder sehr helle Baumwolle. Bei bunten Stoffen besteht die Gefahr des Ausbleichens. Auf Wolle und Seide kann die Säure die Fasern dauerhaft schädigen.
Glasreiniger enthält Alkohol und Tenside. Er kann bei robusten Stoffen helfen, ist aber aggressiv. Führe immer eine Farbechtheitsprobe an einer versteckten Stelle durch.
Salz ist ein weit verbreiteter Mythos. Auf Teppichen bindet es Flüssigkeit. Auf Kleidung zieht es durch Osmose Wasser aus den Fasern und kann den Fleck tiefer ins Gewebe treiben. Außerdem greift Salz empfindliche Fasern an.
Milch ist ein altes Hausmittel, das heute nicht mehr empfohlen wird. Die Milchsäure hilft minimal, dafür riskierst Du unangenehme Gerüche durch die Eiweißzersetzung.
Alkohol und Rasierschaum – Die Profi-Tricks
Neben den klassischen Hausmitteln gibt es zwei Geheimtipps, die in der professionellen Reinigung und unter Haushaltsexperten bekannt sind.
Klarer Alkohol – Der Löser aus der Spirituosen-Bar
Wodka, Gin oder Reinigungsalkohol (Isopropanol) lösen Rotweinflecken erstaunlich effektiv. Der Grund: Alkohol löst die Anthocyane, ohne die Fasern stark aufquellen zu lassen wie Wasser es tut. Dadurch dringt weniger Farbstoff tief ins Gewebe ein.
Anwendung:
- Einen sauberen weißen Lappen mit klarem Alkohol befeuchten.
- Den Fleck von außen nach innen abtupfen.
- Mit kaltem Wasser nachspülen.
- Normal weiterbehandeln und waschen.
Vorsicht: Verwende nur klare, zuckerfreie Spirituosen. Liköre oder aromatisierte Schnäpse hinterlassen selbst klebrige Rückstände. Führe bei empfindlichen oder bunten Stoffen eine Farbechtheitsprobe durch.
Rasierschaum – Die sanfte Geheimwaffe
Rasierschaum ist ein unterschätztes Fleckenmittel. Er enthält milde Tenside und wirkt wie eine sanfte Seife. Sein großer Vorteil: Du kannst ihn überall anwenden, auch wenn keine Waschmaschine in der Nähe ist.
Ideal für: Unterwegs im Restaurant, auf Reisen, bei Kleidung die nicht sofort gewaschen werden kann.
Anwendung:
- Fleck zuerst mit kaltem Wasser befeuchten und abtupfen.
- Rasierschaum (weiß, ohne Gel) großzügig auf den Fleck auftragen.
- Sanft mit den Fingern einarbeiten.
- 15 bis 30 Minuten einwirken lassen.
- Mit kaltem Wasser ausspülen.
- Bei nächster Gelegenheit normal waschen.
Tipp: Rasierschaum eignet sich auch für empfindlichere Stoffe wie Wolle. Die milden Tenside greifen die Fasern nicht an.
Material-Guide – So behandelst Du jeden Stoff richtig
Jeans und Baumwolle – Die Robusten
Baumwolle und Jeans sind dankbare Materialien. Sie vertragen die meisten Behandlungen und lassen sich bei hohen Temperaturen waschen.
Anleitung für frische Flecken:
- Fleck sofort mit kaltem Wasser ausspülen.
- Gallseife oder Flüssigwaschmittel einreiben und 30 bis 60 Minuten einwirken lassen.
- Bei hartnäckigen Flecken: Backpulver-Paste auftragen und weitere 30 Minuten warten.
- In der Waschmaschine bei der höchsten laut Etikett erlaubten Temperatur waschen.
- Vor dem Trocknen kontrollieren. Ist noch ein Schatten sichtbar? Dann Behandlung wiederholen.
Profi-Tipp: Bei weißer Baumwolle kannst Du Sauerstoffbleiche oder Fleckensalz verwenden. Chlorbleiche nur im Notfall und niemals bei bunten Stoffen. Der Klassiker unter den Rotwein-Opfern ist die weiße Tischdecke – speziell dafür findest Du alle Tricks im Artikel Rotweinflecken aus Tischdecke entfernen.
Wolle und Kaschmir – Vorsicht vor Säure
Wolle und Kaschmir bestehen aus Proteinfasern. Diese reagieren empfindlich auf Säure, Hitze und mechanische Belastung. Eine falsche Behandlung kann die Fasern dauerhaft beschädigen.
Warum Zitrone hier gefährlich ist: Die Zitronensäure greift die Proteinstruktur der Wollfaser an. Das Ergebnis sind raue, brüchige Stellen im Gewebe.
Sichere Behandlung:
- Fleck vorsichtig mit kaltem Wasser abtupfen.
- Gallseife sanft einarbeiten. Nicht reiben oder rubbeln.
- 20 Minuten einwirken lassen.
- Mit kaltem Wasser ausspülen.
- Im Wollwaschgang bei maximal 30 Grad waschen.
- Liegend trocknen, nicht aufhängen oder in den Trockner geben.
Bei hartnäckigen Flecken: Bringe das Kleidungsstück zur professionellen Reinigung. Die chemische Reinigung arbeitet mit Lösungsmitteln, die Wollfasern nicht angreifen.
Seide – Die Königsdisziplin
Seide ist das empfindlichste aller Naturmaterialien. Sie verträgt keine Säure, keine Lauge, keine Hitze und keine mechanische Belastung. Die Fasern bestehen aus Protein und reagieren auf falsche Behandlung mit dauerhaften Schäden.
Die Farbechtheitsprobe ist Pflicht. Bevor Du irgendein Mittel auf Seide anwendest, teste es an einer versteckten Stelle. Trage einen Tropfen auf die Nahtinnenseite auf und tupfe nach 5 Minuten mit einem weißen Tuch. Färbt das Tuch ab, ist das Mittel ungeeignet.
Behandlung von Seidenkleidung:
- Fleck sofort mit kaltem Wasser befeuchten und tupfen.
- Falls nötig: Verdünnte Gallseife vorsichtig auftragen.
- Maximal 10 Minuten einwirken lassen.
- Mit viel kaltem Wasser ausspülen.
- Im Seidenprogramm oder per Hand waschen.
- Nicht auswringen. In ein Handtuch einrollen und Feuchtigkeit herausdrücken.
- Liegend im Schatten trocknen.
Ehrliche Empfehlung: Bei teurer oder geliebter Seide solltest Du den Weg zur professionellen Reinigung wählen. Das Risiko einer selbst verursachten Beschädigung ist zu hoch.
Funktionskleidung und Outdoor-Textilien
Funktionskleidung stellt Dich vor besondere Herausforderungen. Die Membranen moderner Outdoor-Jacken besitzen eine DWR-Beschichtung (Durable Water Repellent). Diese wasserabweisende Schicht reagiert empfindlich auf aggressive Reinigungsmittel.
Das Problem: Viele Hausmittel wie Gallseife, Glasreiniger oder Backpulver können die Membran beschädigen. Die Folge: Die Jacke verliert ihre wasserabweisende Funktion.
Sichere Vorgehensweise:
- Fleck nur mit klarem, kaltem Wasser behandeln.
- Sanft tupfen, nicht reiben.
- Mit speziellem Funktionswaschmittel waschen (kein Weichspüler!).
- Nach der Wäsche die DWR-Beschichtung mit einem Imprägnierspray erneuern.
Bei hartnäckigen Flecken: Wende Dich an den Hersteller oder eine Reinigung, die auf Funktionskleidung spezialisiert ist.
Leder und Wildleder – Der Sonderfall
Leder und Wildleder sind keine Textilien, aber der Rotwein unterscheidet nicht. Tropft das Glas auf die Lederjacke oder die Wildlederschuhe, gelten besondere Regeln.
Glattleder:
- Flüssigkeit sofort mit einem trockenen, saugfähigen Tuch aufnehmen.
- Nicht reiben – das verteilt den Fleck und drückt ihn ins Leder.
- Restfleck vorsichtig mit einem leicht feuchten Tuch abtupfen.
- Leder mit speziellem Lederpflegemittel nachbehandeln.
Wildleder und Nubukleder:
Wildleder ist besonders empfindlich. Wasser hinterlässt hier selbst Flecken.
- Flüssigkeit sofort mit trockenem Tuch oder Küchenpapier aufsaugen.
- Maisstärke, Mehl oder zerkrümeltes Weißbrot auf den Fleck streuen.
- Mehrere Stunden oder über Nacht einwirken lassen. Das Pulver bindet die Feuchtigkeit und einen Teil der Farbstoffe.
- Vorsichtig abbürsten.
- Mit einer Wildlederbürste aufrauen.
Wichtig: Verwende auf Leder niemals Wasser in größeren Mengen, Alkohol, Essig oder andere Hausmittel. Bei wertvollen Lederstücken gehe direkt zur professionellen Lederreinigung.
Der UV-Trick – Sonne als natürliche Bleiche
Die Sonne bietet Dir ein kostenloses und effektives Bleichmittel. UV-Strahlung zersetzt die Anthocyane im Rotwein und lässt Restflecken verblassen.
So funktioniert es: Wasche das Kleidungsstück zunächst normal. Ist noch ein leichter Schatten sichtbar, hänge es feucht in die direkte Sonne. Die Kombination aus UV-Strahlung und Feuchtigkeit verstärkt den Bleicheffekt.
Wichtige Einschränkungen:
- Nur für weiße oder sehr helle Kleidung geeignet.
- Bunte Stoffe bleichen ebenfalls aus – allerdings ungleichmäßig.
- Wolle und Seide niemals in die direkte Sonne hängen. Die UV-Strahlung schädigt die Proteinfasern.
- Mehrere Stunden Sonneneinstrahlung sind nötig. Wiederhole den Vorgang bei Bedarf an mehreren Tagen.
Alternativer Zeitpunkt: Auch bewölkte Tage liefern UV-Strahlung. Der Effekt ist schwächer, dafür schonender für empfindliche Stoffe.
Das Waschmaschinen-Finale – Temperatur, Waschmittel, Kontrolle
Nach der Vorbehandlung folgt die Maschinenwäsche. Hier entscheiden die richtigen Einstellungen über Erfolg oder Misserfolg.
Die richtige Temperatur
Die Faustregel lautet: So heiß wie möglich, so kalt wie nötig. Prüfe immer das Pflegeetikett.
| Material | Maximale Temperatur |
|---|---|
| Weiße Baumwolle | 60–95 °C |
| Bunte Baumwolle | 40–60 °C |
| Jeans | 40 °C |
| Wolle/Kaschmir | 30 °C (Wollprogramm) |
| Seide | 30 °C (Seidenprogramm) |
| Synthetik | 40 °C |
| Funktionskleidung | 30–40 °C |
Fleckensalz oder Flüssigwaschmittel?
Fleckensalz (Sauerstoffbleiche) enthält Natriumpercarbonat. Es setzt aktiven Sauerstoff frei, der Farbstoffe oxidiert und bleicht. Ideal für weiße Wäsche und hartnäckige Flecken. Nicht geeignet für Wolle, Seide und bunte Stoffe.
Flüssigwaschmittel arbeitet mit Tensiden. Diese Moleküle besitzen einen fettlöslichen und einen wasserlöslichen Teil. Sie umschließen Schmutzpartikel und lösen sie aus der Faser. Schonender als Pulver und besser für empfindliche Stoffe.
Vollwaschmittel (Pulver) kombiniert Tenside mit optischen Aufhellern und Bleichmitteln. Am effektivsten bei weißer Baumwolle mit Kochwäsche.
Die Kontrolle vor dem Trockner
Dieser Schritt ist entscheidend: Prüfe das Kleidungsstück nach dem Waschen, bevor Du es in den Trockner gibst oder auf die Heizung legst.
Hitze fixiert Restflecken dauerhaft. Die Tannine verbinden sich bei hohen Temperaturen unlösbar mit den Fasern. Ein Fleck, der vor dem Trockner noch entfernbar war, sitzt danach für immer im Stoff.
Ist noch ein Schatten sichtbar? Dann wiederhole die Vorbehandlung und wasche erneut. Erst wenn der Fleck vollständig verschwunden ist, darf das Kleidungsstück in den Trockner.
Achtung: Niemals bügeln!
Ein häufiger und fataler Fehler: Das Kleidungsstück wird gewaschen, der Fleck ist noch leicht sichtbar, und dann wird es gebügelt. Die Hitze des Bügeleisens fixiert die Gerbstoffe dauerhaft und unwiderruflich in der Faser.
Die Regel: Bügele Kleidung mit Rotweinflecken erst, wenn der Fleck zu 100 % verschwunden ist. Selbst ein kaum sichtbarer Schatten wird durch Bügeln zu einem permanenten Fleck. Im Zweifel lieber einen weiteren Waschgang riskieren als das Bügeleisen anzusetzen.
Eingetrocknete Rotweinflecken – Ist noch etwas zu retten?
Die Party ist vorbei, der Fleck eingetrocknet. Auch jetzt besteht noch Hoffnung. Unser Spezial-Ratgeber Eingetrocknete Rotweinflecken entfernen behandelt das Thema in aller Tiefe – hier die wichtigsten Schritte speziell für Kleidung.
1. Schritt: Wiederbefeuchten. Das ist der wichtigste Schritt. Lege das Kleidungsstück für 30 bis 60 Minuten in kaltes Wasser mit einem Schuss Flüssigwaschmittel oder Spülmittel. Die eingetrockneten Farbpigmente müssen sich erst wieder lösen.
2. Schritt: Intensive Vorbehandlung. Trage Gallseife oder einen speziellen Fleckentferner auf den angefeuchteten Fleck auf. Bei robusten Stoffen kannst Du auch Oxi-Reiniger (Sauerstoffbleiche als Paste) verwenden.
3. Schritt: Einwirken lassen. Gib der Chemie Zeit zu arbeiten. Bei eingetrockneten Flecken sind mehrere Stunden oder eine Nacht Einwirkzeit normal.
4. Schritt: Waschen und kontrollieren. Wasche das Kleidungsstück bei der höchstmöglichen Temperatur und prüfe das Ergebnis vor dem Trocknen.
5. Schritt: Wiederholen. Eingetrocknete Flecken erfordern oft mehrere Behandlungszyklen. Gib nicht nach dem ersten Versuch auf.
Wann zum Profi? Wenn nach drei Behandlungen noch deutliche Reste sichtbar sind, ist die professionelle Reinigung der bessere Weg. Besonders bei empfindlichen Stoffen wie Wolle, Seide oder Kleidungsstücken mit Mischgewebe.
Quellen
- Frag Mutti: Community-Hacks für Rotweinflecken
- Hausjournal: Chemische Hintergründe der Fleckentfernung
- Persil Fleckenhilfe: Professionelle Waschtipps
FAQ: Häufige Fragen zu Rotweinflecken aus Kleidung entfernen
Was tun, wenn der Fleck nach dem Waschen noch da ist?
Auf keinen Fall in den Trockner geben oder bügeln. Wiederhole die Vorbehandlung mit Gallseife oder Fleckentferner und wasche das Kleidungsstück erneut. Manchmal braucht es zwei oder drei Durchgänge.
Was mache ich bei „Dry Clean Only“-Kleidung?
Tupfe den Fleck sofort mit einem trockenen, sauberen Tuch ab. Verwende kein Wasser – es kann bei chemisch zu reinigenden Stoffen Wasserränder oder Verformungen verursachen. Bringe das Kleidungsstück so schnell wie möglich zur professionellen Reinigung und weise auf den Rotweinfleck hin.
Kann ich Gallseife bei bunter Kleidung nutzen?
Ja, Gallseife ist farbschonend und für bunte Kleidung geeignet. Führe bei empfindlichen oder stark gefärbten Stoffen trotzdem eine Farbechtheitsprobe an einer versteckten Stelle durch.
Hilft Weißwein wirklich gegen Rotwein oder ist das ein Mythos?
Es hilft tatsächlich – aber mit Einschränkungen. Die Säure des Weißweins löst die Anthocyane teilweise an und verdünnt den Rotwein. Allerdings enthält Weißwein selbst Zucker, der klebrige Rückstände hinterlassen kann. Klares Wasser oder Mineralwasser ist meist die bessere Wahl. Weißwein funktioniert nur als Sofortmaßnahme bei frischen Flecken.
Kann ich Rotweinflecken aus Gore-Tex und Funktionskleidung entfernen?
Ja, aber mit Einschränkungen. Verwende nur klares, kaltes Wasser und ein spezielles Funktionswaschmittel. Vermeide Gallseife, Weichspüler, Bleichmittel und aggressive Hausmittel – sie können die wasserdichte Membran beschädigen. Nach der Wäsche die DWR-Imprägnierung erneuern.
Hilft Haarspray gegen Rotwein?
Nein, das ist ein Mythos. Haarspray wurde früher gegen Kugelschreiberflecken empfohlen, weil es Alkohol enthielt. Moderne Haarsprays enthalten weniger Alkohol und mehr Polymere, die den Fleck eher fixieren als lösen.
Fleckenteufel und Spezialreiniger vs. Hausmittel – Was ist besser?
Beides hat seine Berechtigung. Hausmittel wie Gallseife, Mineralwasser oder Rasierschaum sind ideal für die Soforthilfe unterwegs oder wenn kein Spezialprodukt zur Hand ist. Fleckenteufel und andere Spezialreiniger enthalten gezielt abgestimmte Enzyme und Tenside, die hartnäckige oder eingetrocknete Flecken effektiver lösen. Für die Tiefenreinigung zu Hause lohnt sich ein guter Fleckentferner im Schrank.
Darf ich Rotweinflecken bügeln?
Niemals. Die Hitze des Bügeleisens fixiert die Tannine dauerhaft in der Faser. Bügele Kleidung mit Rotweinflecken erst, wenn der Fleck vollständig entfernt ist.
Hilft Milch wirklich bei Rotweinflecken?
Bedingt. Die Milchsäure kann minimal beim Lösen der Pigmente helfen. Allerdings überwiegen die Nachteile: Milch beginnt schnell unangenehm zu riechen und kann auf empfindlichen Stoffen Fettflecken hinterlassen. Es gibt bessere Alternativen.
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