Rotweinflecken vom Sofa entfernen: So rettest du deine Polster ohne Wasserränder

➤ Die Tupftechnik für Stoffsofa, Mikrofaser, Samt und Leder – mit Hausmittel-Check

Ein Glas kippt um, der Rotwein schwappt aufs Sofa – und dein Herz setzt kurz aus. Keine Panik! Mit der richtigen Technik bekommst du den Fleck raus, ohne hässliche Ränder zu hinterlassen. Dieser Guide ist Teil unserer umfassenden Anleitung zum Rotweinflecken entfernen – dort erfährst du alles über die Chemie dahinter und welche Hausmittel wirklich funktionieren.

Das Wichtigste in Kürze

Inhalt

  • Sofortmaßnahme: Flüssigkeit abtupfen, niemals reiben
  • Zeitfenster: In den ersten 10 Minuten sind 90 % aller Flecken entfernbar
  • Goldene Regel: So wenig Wasser wie möglich verwenden
  • Beste Hausmittel: Natron, Glasreiniger und Rasierschaum
  • Finger weg: Dampfreiniger fixiert Rotwein durch Hitze dauerhaft
  • pH-Wert beachten: Polsterreiniger zwischen pH 5 und 7 wählen
  • Profi-Option: Sprühextraktionsgerät im Baumarkt leihen

Wie bekomme ich Rotweinflecken aus dem Sofa?

Tupfe den Fleck sofort mit Küchenpapier ab. Gib etwas Mineralwasser auf die Stelle und arbeite von außen nach innen. Bei Stoffsofas hilft Natron oder Glasreiniger. Vermeide zu viel Feuchtigkeit – Polster trocknen schlecht und bilden sonst Wasserränder oder Schimmel. Nutze niemals einen Dampfreiniger: Die Hitze fixiert die Farbpigmente dauerhaft.


Die goldene Regel: Warum zu viel Wasser dein Sofa ruiniert

Bevor du loslegst, musst du eine Sache verstehen: Dein Sofa ist kein T-Shirt. Du wirfst es nicht einfach in die Waschmaschine.

Polstermöbel saugen Flüssigkeit wie ein Schwamm auf. Das Wasser dringt tief in die Schaumstoffpolsterung ein. Dort trocknet es nur sehr langsam – manchmal dauert es Tage. In dieser Zeit passieren zwei Dinge:

Die Feuchtigkeit zieht Schmutz und Farbpigmente von außen nach innen. Physikalisch nennt sich das Kapillarwirkung: Flüssigkeit wandert durch feine Hohlräume im Gewebe. Beim Trocknen bleiben die Partikel am Rand der nassen Stelle zurück. Das Ergebnis: ein hässlicher Wasserrand, der schlimmer aussieht als der ursprüngliche Fleck. Genau deshalb arbeitest du bei der Reinigung immer von außen nach innen – so lenkst du die Kapillarwirkung in die richtige Richtung.

Noch problematischer ist die Schimmel- und Geruchsgefahr. Feuchtigkeit im Polster schafft ideale Bedingungen für Schimmelpilze. Zusätzlich beginnt der Rotwein im Schaumstoff zu säuern. Ein muffig-saurer Geruch breitet sich aus und lässt sich nur schwer wieder entfernen.

Die Lösung: Arbeite immer mit minimaler Feuchtigkeit. Sprühe Reiniger nur hauchdünn auf. Tupfe jede Nässe sofort mit einem trockenen Tuch ab. Lieber fünfmal wenig als einmal viel.

Achtung Hitzefalle: Warum du keinen Dampfreiniger verwenden darfst

Viele greifen instinktiv zum Dampfreiniger – schließlich löst heißer Dampf doch jeden Schmutz. Bei Rotwein ist das ein fataler Fehler.

Rotwein enthält Anthocyane und Tannine. Diese Farbpigmente und Gerbstoffe reagieren empfindlich auf Hitze. Der heiße Dampf „brennt“ die Farbstoffe regelrecht in die Faser ein. Der Fleck wird nicht heller, sondern dunkler und dauerhaft fixiert. Selbst Profis bekommen einen hitzebehandelten Rotweinfleck kaum noch raus.

Dasselbe gilt für den Föhn auf hoher Stufe, das Bügeleisen und den Wäschetrockner bei abnehmbaren Bezügen. Erst wenn der Fleck komplett verschwunden ist, darf Wärme ins Spiel kommen.

Merke: Rotweinflecken immer kalt behandeln. Mineralwasser, Natron, Glasreiniger – alles bei Raumtemperatur oder kühler.

Erste Hilfe: So handelst du in den ersten 10 Minuten

Je schneller du reagierst, desto besser. Frischer Rotwein ist noch nicht in die Fasern eingedrungen und lässt sich viel leichter entfernen.

1. Schritt: Flüssigkeit aufnehmen

Greif sofort zu Küchenpapier oder einem sauberen Baumwolltuch. Lege es auf den Fleck und drücke sanft. Nicht reiben! Reibebewegungen verteilen den Rotwein nur und massieren ihn tiefer ins Gewebe.

Wechsle das Papier, sobald es durchnässt ist. Wiederhole den Vorgang, bis kein Rotwein mehr aufgesaugt wird.

2. Schritt: Mineralwasser auftupfen

Kohlensäurehaltiges Mineralwasser ist dein erster Verbündeter. Die Kohlensäure löst die Farbpigmente aus den Fasern und bringt sie an die Oberfläche.

Gib einen kleinen Spritzer auf den Fleck. Tupfe von außen nach innen – so verhinderst du, dass sich der Fleck vergrößert. Nimm die Feuchtigkeit sofort wieder mit einem trockenen Tuch auf.

3. Schritt: Restfleck behandeln

Nach dem Mineralwasser siehst du, was übrig bleibt. Jetzt kommen die Hausmittel ins Spiel. Welches du verwendest, hängt vom Material deines Sofas ab – dazu gleich mehr.

Stoffsofa reinigen: Der Klassiker unter den Polstermöbeln

Webstoff-Sofas sind robust und verzeihen kleine Fehler. Trotzdem solltest du behutsam vorgehen.

Die Mineralwasser-Methode

Bei frischen Flecken reicht oft Mineralwasser allein. Gib etwas davon auf ein sauberes Tuch und tupfe den Fleck ab. Arbeite dich spiralförmig von außen nach innen vor. So verhinderst du, dass der Fleck größer wird.

Natron gegen hartnäckige Flecken und Gerüche

Natron ist ein echtes Multitalent. Es bindet Feuchtigkeit, neutralisiert Gerüche und zieht Farbpigmente aus dem Gewebe. Besonders wichtig: Natron wirkt auch in der Tiefe des Polsters, wo sich Rotwein festsetzt und anfängt zu säuern.

So gehst du vor: Feuchte den Fleck leicht an. Streue eine großzügige Schicht Natron darüber – ruhig einen halben Zentimeter dick. Lass es mindestens zwei Stunden einwirken, bei starken Flecken über Nacht. Das Natron zieht Feuchtigkeit und Farbstoffe aus dem Schaumstoff nach oben. Sauge es anschließend gründlich mit dem Staubsauger ab.

Bei tiefsitzenden Gerüchen wiederholst du den Vorgang zwei- bis dreimal. Jede Anwendung zieht weitere Rückstände aus dem Polsterkern.

Glasreiniger für helle Stoffsofas

Glasreiniger ist der Geheimtipp für helle Bezüge. Der Alkohol im Reiniger löst die Rotweinpigmente effektiv.

Sprühe den Glasreiniger dünn auf den Fleck. Lass ihn zwei bis drei Minuten einwirken. Tupfe mit einem feuchten Tuch nach und trockne die Stelle sofort.

Wichtig: Verwende nur farblose Glasreiniger. Blaue Varianten können Farbspuren hinterlassen.

Mikrofaser-Sofa: Hier ist besondere Vorsicht geboten

Mikrofaser sieht edel aus und fühlt sich weich an. Leider reagiert das Material empfindlich auf Wasser und Reinigungsmittel.

Das Problem mit Kalkrändern

Mikrofaser bildet schnell weiße Ränder, wenn du mit normalem Leitungswasser arbeitest. Der Kalk im Wasser trocknet auf der Faser und hinterlässt sichtbare Spuren.

Die Lösung: Destilliertes Wasser

Verwende ausschließlich destilliertes Wasser für die Reinigung. Es ist kalkfrei und hinterlässt keine Rückstände. Du bekommst es günstig im Supermarkt oder an der Tankstelle.

Mische das destillierte Wasser mit einem Tropfen pH-neutraler Seife. Achte darauf, dass der pH-Wert deines Reinigers zwischen 5 und 7 liegt – in diesem Bereich greifst du die empfindlichen Mikrofasern nicht an. Trage die Lösung mit einem Mikrofasertuch auf. Arbeite in Strichrichtung der Fasern – so vermeidest du aufgeraute Stellen.

Nachbehandlung bei Mikrofaser

Nach der Reinigung sieht Mikrofaser oft stumpf und plattgedrückt aus. Bürste die Fasern mit einer weichen Kleiderbürste vorsichtig auf, sobald die Stelle vollständig getrocknet ist. So bekommt das Material seinen samtigen Look zurück.

Samtsofa reinigen: Der Luxusstoff braucht Fingerspitzengefühl

Samt liegt im Trend – und stellt dich bei Flecken vor besondere Herausforderungen. Der charakteristische Flor macht Samt so weich, ist aber auch empfindlich.

Die Strichrichtung ist entscheidend

Samt hat eine natürliche Strichrichtung. Streichst du mit der Hand über den Stoff, liegt der Flor in eine Richtung flach und glänzt. In die andere Richtung stellt er sich auf und wirkt matter.

Bei der Reinigung musst du immer in Strichrichtung arbeiten. Bewegungen gegen den Strich zerstören den Flor dauerhaft. Dein Samtsofa sieht dann fleckig und abgenutzt aus – selbst wenn der Rotweinfleck längst verschwunden ist.

So reinigst du Samt richtig

Tupfe den Fleck vorsichtig ab, ohne zu reiben. Verwende destilliertes Wasser mit einem winzigen Tropfen Feinwaschmittel. Trage die Lösung mit einem weichen Tuch auf und arbeite nur in Strichrichtung.

Nach dem Trocknen bürstest du den Samt mit einer speziellen Samtbürste oder einem sehr weichen Mikrofasertuch auf. Immer in Strichrichtung! Bei hartnäckigen Flecken wiederholst du den Vorgang lieber mehrmals sanft, als einmal zu aggressiv vorzugehen.

Wann du beim Samtsofa zum Profi gehen solltest

Samt verzeiht keine Experimente. Bei älteren Flecken, großflächigen Verschmutzungen oder sehr hochwertigem Samt (etwa Seidensamt) empfehle ich den Gang zur professionellen Polsterreinigung. Die Investition lohnt sich – ein ruinierter Samtbezug lässt sich nicht reparieren.

Ledersofa: Die Unterscheidung ist entscheidend

Bei Leder gilt: Erst das Material bestimmen, dann handeln. Glattleder und Rauleder brauchen völlig unterschiedliche Behandlungen.

Glattleder

Gute Nachrichten: Glattleder ist versiegelt und nimmt Rotwein kaum auf. Wische den Fleck sofort mit einem feuchten Tuch ab. In den meisten Fällen ist das schon alles.

Bei älteren Flecken hilft eine milde Seifenlauge. Wische danach mit klarem Wasser nach und trockne das Leder sofort ab. Pflege die Stelle anschließend mit einer Lederpflege, damit das Material geschmeidig bleibt.

Rauleder und Wildleder

Hier wird es kritisch. Rauleder ist nicht versiegelt – der Rotwein dringt sofort ein und verbindet sich mit den Fasern.

Tupfe so viel Flüssigkeit wie möglich auf. Streue Speisestärke oder Natron auf den Fleck und lass es mehrere Stunden einwirken. Das Pulver zieht einen Teil des Rotweins heraus.

Für die Restflecken brauchst du einen speziellen Wildlederradierer. Reibe damit vorsichtig über die Stelle. Bei hartnäckigen Flecken empfehle ich den Gang zum Profi – Rauleder verzeiht keine Experimente.

Hausmittel im Check: Was wirklich hilft

Rund ums Thema Rotweinflecken kursieren viele Tipps. Nicht alle sind sinnvoll. Hier die Fakten.

Natron und Backpulver: Der Alleskönner

Natron ist das vielseitigste Hausmittel gegen Rotwein. Es bindet Feuchtigkeit, zieht Farbpigmente aus den Fasern und neutralisiert den säuerlichen Geruch, der entsteht, wenn Rotwein im Polster gärt.

Anwendung: Fleck anfeuchten, dicke Schicht Pulver auftragen, mehrere Stunden einwirken lassen, absaugen. Bei Geruchsproblemen wiederholen.

Bewertung: Sehr gut geeignet für Stoffsofas. Bei Mikrofaser und Samt mit destilliertem Wasser kombinieren.

Glasreiniger: Der Geheimtipp

Glasreiniger löst Rotweinpigmente durch seinen Alkoholgehalt. Er verdunstet schnell und hinterlässt kaum Feuchtigkeit – perfekt für Polstermöbel.

Anwendung: Dünn aufsprühen, kurz einwirken lassen, abtupfen.

Bewertung: Ideal für helle Stoffsofas. Nicht für Mikrofaser, Samt oder Leder verwenden.

Profi-Tipp für den Farb-Check: Sprühe das Reinigungsmittel auf ein weißes, sauberes Tuch und drücke es 30 Sekunden auf eine unauffällige Stelle. Wenn keine Farbe auf das Tuch abfärbt, ist das Mittel sicher für dein Sofa.

Rasierschaum: Der Schaumreiniger-Ersatz

Rasierschaum funktioniert wie ein milder Polsterreiniger. Der Schaum dringt in die Fasern ein und löst Verschmutzungen, ohne das Material zu durchnässen.

Anwendung: Schaum auf den Fleck geben, fünf Minuten einwirken lassen, mit feuchtem Tuch abtupfen.

Bewertung: Gut geeignet für Stoffsofas. Immer erst an versteckter Stelle testen.

Salz: Der Mythos

Salz ist das bekannteste Hausmittel gegen Rotwein – aber für Sofas nur bedingt geeignet.

Auf Teppichen bindet Salz die Feuchtigkeit und zieht Farbpigmente heraus. Wie du das richtig machst, erfährst du in unserer Anleitung zum Rotweinflecken aus Teppich entfernen. Bei Polstermöbeln ist das anders: Die Salzkristalle können empfindliche Fasern beschädigen. Außerdem löst sich das Salz auf dem feuchten Polster auf und dringt tief ein. Dort kann es die Polsterung angreifen.

Bewertung: Für Sofas nicht empfohlen. Nutze stattdessen Natron.

Der richtige pH-Wert bei Reinigungsmitteln

Wenn du zu einem fertigen Polsterreiniger greifst, achte auf den pH-Wert. Er sollte zwischen 5 und 7 liegen – also im leicht sauren bis neutralen Bereich. Stark alkalische Reiniger (pH über 8) können Naturfasern wie Baumwolle oder Wolle angreifen. Zu saure Produkte (pH unter 4) bleichen möglicherweise die Farbe aus. Die Angabe findest du meist auf der Rückseite der Verpackung oder im Sicherheitsdatenblatt des Herstellers.

Wasserränder vermeiden: Die richtige Technik

Wasserränder entstehen durch die Kapillarwirkung: Flüssigkeit wandert durch feine Hohlräume im Gewebe und nimmt Schmutzpartikel mit. Beim Trocknen bleiben diese Partikel am Rand der feuchten Stelle zurück. Mit der richtigen Technik verhinderst du das.

Großflächig arbeiten

Reinige nicht nur den Fleck selbst, sondern auch die Umgebung. Bei wasserempfindlichen Stoffen empfiehlt es sich, das gesamte Polster von Naht zu Naht feucht abzuwischen, anstatt nur punktuell zu arbeiten. So gibt es keine scharfe Grenze zwischen nass und trocken.

Wichtig: Nach einer großflächigen Reinigung braucht dein Sofa bis zu 24 Stunden zum Trocknen. Benutze es in dieser Zeit nicht – Körpergewicht drückt die feuchten Fasern zusammen und hinterlässt Verformungen oder neue Druckstellen.

Destilliertes Wasser verwenden

Leitungswasser enthält Kalk und Mineralien, die beim Trocknen sichtbare Spuren hinterlassen. Destilliertes Wasser ist frei von diesen Stoffen und trocknet rückstandslos. Laut Verbraucherzentrale ist destilliertes Wasser auch die nachhaltigere Wahl, da du auf aggressive Chemiereiniger verzichten kannst.

Restfeuchtigkeit aus dem Polsterkern ziehen

Nach der Reinigung sitzt oft noch Feuchtigkeit tief im Polster. Lege ein trockenes Mikrofasertuch auf die Stelle und drücke fest. Das Tuch zieht die Restfeuchtigkeit durch Kapillarwirkung nach oben. Wechsle das Tuch, sobald es feucht ist. Wiederhole den Vorgang, bis das Tuch trocken bleibt.

Föhn nur mit Vorsicht

Ein Föhn beschleunigt das Trocknen, birgt aber Risiken. Zu viel Hitze kann die Fasern beschädigen und – bei Restflecken – den Rotwein dauerhaft fixieren. Verwende nur die kälteste Stufe und halte mindestens 30 Zentimeter Abstand. Besser: Stelle einen Ventilator auf die Stelle oder öffne das Fenster für Durchzug.

Eingetrocknete Rotweinflecken entfernen: Wenn die Party vorbei ist

Du hast den Fleck erst am nächsten Morgen entdeckt? Keine Sorge – auch eingetrocknete Flecken sind nicht hoffnungslos. Die Behandlung dauert länger und erfordert mehr Durchgänge, aber die Erfolgschancen sind gut.

1. Schritt: Wiederbefeuchten

Eingetrockneter Rotwein ist hart und fest mit den Fasern verbunden. Du musst ihn erst wieder anlösen.

Lege ein feuchtes Tuch auf den Fleck und lass es 15 bis 20 Minuten einwirken. Das Wasser weicht die Farbpigmente auf und macht sie wieder beweglich. Verwende lauwarmes (nicht heißes!) Wasser.

2. Schritt: Behandeln

Jetzt wendest du dieselben Methoden an wie bei frischen Flecken. Natron, Glasreiniger oder Rasierschaum – je nach Material deines Sofas.

Bei sehr alten Flecken brauchst du möglicherweise einen stärkeren Ansatz: Mische einen Teelöffel Feinwaschmittel mit 200 ml lauwarmem Wasser. Trage die Lösung mit einem Schwamm auf und lass sie zehn Minuten einwirken. Tupfe anschließend gründlich nach.

3. Schritt: Geruch behandeln

Eingetrockneter Rotwein riecht oft säuerlich, weil er im Polster zu gären begonnen hat. Natron ist hier dein bester Freund: Streue nach der Fleckbehandlung eine dicke Schicht auf die noch leicht feuchte Stelle. Lass es über Nacht einwirken. Das Natron zieht nicht nur Restfarbe, sondern auch Geruchsmoleküle aus der Tiefe. Sauge am nächsten Tag gründlich ab und wiederhole bei Bedarf.

4. Schritt: Wiederholen

Eingetrocknete Flecken verschwinden selten beim ersten Versuch. Plane mehrere Durchgänge ein. Lass das Sofa zwischen den Behandlungen vollständig trocknen, um das Ergebnis zu beurteilen. Der Fleck sitzt besonders tief oder ist schon Wochen alt? Dann hilft dir unser ausführlicher Ratgeber Eingetrocknete Rotweinflecken entfernen mit zusätzlichen Profi-Methoden weiter.

Profi-Tipp: Das Sprühextraktionsgerät

Bei tiefsitzenden Flecken stößt du mit Hausmitteln an Grenzen. Der Rotwein ist ins Polster eingedrungen und lässt sich von der Oberfläche nicht mehr erreichen.

Die Lösung: ein Sprühextraktionsgerät. Diese Geräte sprühen Reinigungsflüssigkeit tief in die Polsterung und saugen sie mitsamt dem Schmutz wieder heraus. Die Gütegemeinschaft Möbel (DGM) empfiehlt diese Methode auch für die regelmäßige Tiefenreinigung von Polstermöbeln.

Du musst so ein Gerät nicht kaufen. Die meisten Baumärkte verleihen Polsterreiniger für etwa 20 bis 30 Euro pro Tag. Das lohnt sich besonders, wenn du das ganze Sofa einmal grundreinigen möchtest.

So funktioniert es: Fülle den Tank mit Wasser und einem speziellen Polsterreinigungsmittel. Führe die Düse langsam über den Fleck. Das Gerät sprüht und saugt gleichzeitig. Arbeite mehrmals über dieselbe Stelle, bis das abgesaugte Wasser klar bleibt.

Sonderfall: Abnehmbarer Bezug

Hat dein Sofa einen abnehmbaren Bezug? Dann hast du es leichter. Du behandelst den Bezug wie ein Kleidungsstück.

Ziehe den Bezug ab und prüfe das Pflegeetikett. Viele Bezüge vertragen eine Maschinenwäsche bei 30 oder 40 Grad. Gib einen Fleckentferner vor der Wäsche direkt auf den Rotweinfleck.

Bei abnehmbaren Bezügen funktionieren auch Hausmittel wie Weißwein oder Sekt. Die Säure neutralisiert die Anthocyane im Rotwein. Bei fest gepolsterten Sofas sind diese Mittel nicht geeignet – sie bringen zusätzliche Feuchtigkeit ins Polster.

Wichtig: Gib den Bezug erst in den Trockner, wenn du sicher bist, dass der Fleck komplett verschwunden ist. Hitze fixiert Reste dauerhaft.

Fazit: Schnell handeln, kalt behandeln, richtig tupfen

Rotweinflecken auf dem Sofa sind ärgerlich, aber kein Grund zur Panik. Mit der richtigen Technik rettest du dein Polster in den meisten Fällen selbst.

Merke dir die wichtigsten Regeln: Sofort handeln, so wenig Wasser wie möglich verwenden, immer tupfen statt reiben – und niemals Hitze anwenden. Natron und Glasreiniger sind deine besten Verbündeten bei Stoffsofas. Bei Mikrofaser und Samt setzt du auf destilliertes Wasser und arbeitest in Strichrichtung. Bei Leder entscheidet die Oberfläche: Glattleder abwischen, bei Rauleder zum Profi.

Und falls doch etwas schiefgeht: Ein Sprühextraktionsgerät aus dem Baumarkt oder ein professioneller Polsterreiniger helfen auch bei hartnäckigen Fällen weiter.

Quellen & weiterführende Informationen für eine zweite Meinung

FAQ: Häufige Fragen zu Rotweinflecken auf dem Sofa

Darf ich einen Dampfreiniger für Rotweinflecken auf dem Sofa nutzen?

Nein! Die Hitze des Dampfes fixiert die Farbpigmente (Anthocyane) dauerhaft in der Faser. Der Fleck wird dunkler statt heller und lässt sich danach kaum noch entfernen. Nutze stattdessen kaltes Mineralwasser oder spezielle Polsterschäume bei Raumtemperatur.

Wie verhindere ich Ränder beim Trocknen?

Bearbeite Flecken immer von außen nach innen. So nutzt du die Kapillarwirkung zu deinem Vorteil. Nach der Reinigung legst du ein trockenes Mikrofasertuch auf die Stelle und drückst fest. Das zieht die Restfeuchtigkeit aus dem Polsterkern nach oben.

Muss ich das ganze Sofakissen reinigen?

Bei wasserempfindlichen Stoffen wie Mikrofaser oder Samt: ja. Um Ränder zu vermeiden, wische das Polster von Naht zu Naht feucht ab, anstatt nur punktuell zu arbeiten. So entstehen keine sichtbaren Übergänge zwischen gereinigten und ungereinigten Bereichen.

Was tun bei einem grauen Sofa?

Graue Sofas zeigen Flecken besonders deutlich. Teste jedes Hausmittel erst an einer versteckten Stelle – zum Beispiel an der Rückseite oder unter einem Kissen. Manche Reiniger hinterlassen auf grauen Stoffen helle Flecken, die schlimmer aussehen als der Rotwein.

Hilft Salz auf dem Sofa wirklich?

Salz ist für Sofas nicht ideal. Es kann empfindliche Fasern beschädigen und hinterlässt oft Rückstände in der Polsterung. Greife lieber zu Natron – es bindet Feuchtigkeit genauso gut, neutralisiert zusätzlich Gerüche und ist schonender zum Material.

Kann ich den Rotweinfleck einfach trocknen lassen und später entfernen?

Das ist keine gute Idee. Eingetrocknete Flecken verbinden sich fest mit den Fasern und sind deutlich schwerer zu entfernen. Außerdem beginnt der Rotwein im Polster zu säuern und entwickelt einen unangenehmen Geruch. Je schneller du handelst, desto besser.

Wann sollte ich einen Profi rufen?

Hole professionelle Hilfe, wenn der Fleck nach mehreren Versuchen noch sichtbar ist. Auch bei Samtsofas, Seidenbezügen, Rauleder und sehr teuren Möbeln ist der Profi die sichere Wahl. Eine professionelle Polsterreinigung kostet je nach Größe zwischen 50 und 150 Euro.

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